Äthiopischer Igel

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Äthiopischer Igel

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Insektenfresser (Insectivora)
Familie: Igel (Erinaceidae)
Gattung: Ohrenigel (Hemiechinus)
Art: Äthiopischer Igel
Wissenschaftlicher Name
Paraechinus aethiopicus
Ehrenberg, 1832

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Äthiopische Igel (Paraechinus aethiopicus) zählt innerhalb der Ordnung der Insektenfresser (Insectivora) zur Familie der Igel (Erinaceidae).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Äthiopische Igel erreicht eine Körperlänge von 14 bis 23 Zentimeter, eine Schwanzlänge von drei bis fünf Zentimeter sowie ein Gewicht von 400 bis 600 Gramm. Das Dornenkleid weist zur Tarnung eine überwiegend bräunliche Grundfärbung auf. Die Stacheln sind weißlich bis cremefarben gebändert. Die Dornen sind innen hohl. Das laterale Fell ist weißlich gefärbt. Die langen und großen Ohren können eine Länge von bis zu drei Zentimetern aufweisen. Die Ohren stellen augenscheinlich eine Anpassung an die heissen Lebensräume dar. Über die Ohren wird die Körpertemperatur reguliert. Ihre Sinne, insbesondere der Hör- und Geruchssinn sind sehr gut entwickelt. Die Schnauze ist sehr spitz zulaufend und endet in einer schwarzen Nasenspitze. Die Sinne führen sie zielsicher zur potentiellen Beute und warnen sie rechzeitig vor Feinden. Die bedornte Körperoberfläche schützt den Äthiopischen Igel vor Fressfeinden. Zudem ist er, dank seiner langen Beine, zu Fuß recht schnell unterwegs. Die Füße enden in kräftigen Krallen. Der Äthiopische Igel lebt tagsüber in selbst gegrabene Erdbauten, die gut und gerne eine Tiefe von bis zu 50 bis 90 Zentimeter erreichen können. Ein Igelbau verfügt nur über einen Eingang, der am Ende in einen Wohnkessel endet. In diesem Erdbau bringt der Äthiopische Igel auch seinen Nachwuchs zur Welt und überwintert auch in dem Erdbau. Auf seinen nächtlichen Fresswanderungen legt er im allgemeinen Entfernungen von vier bis acht Kilometer zurück. Der Äthiopische Igel gilt als Nützling, da er große Mengen an Schadinsekten vertilgen kann. Die Art gilt als noch nicht gefährdet, jedoch ist seit Jahren ein Schrumpfen der Populationen zu verzeichnen.

Verbreitung

Der Äthiopische Igel ist in weiten Teilen des nordöstlichen Afrikas sowie auf der Arabischen Halbinsel bis in den Irak beheimatet. Im Norden reicht sein Verbreitungsgebiet bis nach Syrien. Er lebt vorzugsweise in trokenen Gegenden wie Wüsten, Halbwüsten sowie Steppen und Savannen.

Nahrung

Als Insektenfresser bevorzugt der Äthiopische Igel allerlei Insekten wie Käfer aller Art, Heuschrecken, Hundert- und Tausendfüsser, Asseln, Schnecken sowie Frösche, Schlangen und Skorpione und ähnliches. Pflanzliche Nahrung nimmt er keine zu sich. Ihm scheinen aber auch Eier zu schmecken, da sie sich auch auf diese gierig stürzen. Gelegentlich werden auch kleinere Säuger, Reptilien und andere kleine Wirbeltiere verspeist. Auf die Jagd geht der Igel in den frühen Abend- und Nachtstunden. Bei Wasserknappheit kann er ohne weiteres mehrere Wochen ohne Wasser auskommen. Es wurde auch schon beobachtet, daß in Mangelzeiten eine Igelmutter ihre eigenen Jungen gefressen hat.

Fortpflanzung

Äthiopische Igel erreichen die Geschlechtsreife mit neun bis zehn Monaten. Die Paarungszeit erstreckt sich für gewöhnlich über die Regenzeit. Das Nest wird vom Weibchen gebaut und entsteht an geschützter Stelle in ihrem Bau aus Gräsern und Laub. Das Männchen verläßt das Weibchen unmittelbar nach der Begattung. Nach einer Tragezeit von 35 bis 42 Tagen bringt das Weibchen zwei bis fünf Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere weisen ein Gewicht von acht bis zehn Gramm auf und sind zunächst noch taub und blind. Sie werden für etwa 50 Tage gesäugt. Sie nehmen aber bereits ab dem 40. Lebenstag auch schon feste Nahrung zu sich.

Bei der Geburt haben die Jungtiere bereits etwa 150 Stacheln, die sich allerdings noch in der Epidermis (Oberhaut) befinden. Die Haut und das frühe Stachelkleid sind anfangs von weißlicher Färbung. Nach etwa 18 bis 25 Tagen öffnen die Jungtiere erstmals die Augen. Ab diesem Zeitpunkt fangen auch Haare und Stacheln recht schnell zu wachsen an. Nach 35 oder 40 Tagen verlassen die Jungen zum ersten Mal das schützende Nest und werden von der Mutter herumgeführt. Zu diesem Zeitpunkt beginnen sie auch mit der Aufnahme fester Nahrung. Nach 50 bis 60 Tagen sind sie selbständig und verlassen die Mutter. Die Sterblichkeit ist unter den Jungtieren im ersten Jahr mit etwa 60 bis 80 Prozent sehr hoch. In der Natur kann ein Äthiopischer Igel ein Alter von drei bis vier Jahren erreichen. In Gefangenschaft sogar über zehn Jahre.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Igel (Erinaceidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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