Östlicher Banjo-Frosch

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Östlicher Banjo-Frosch

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Nacktlurche (Lissamphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Überfamilie: Echte Kröten, Laubfrösche und Verwandte (Bufonoidea)
Familie: Australische Südfrösche (Myobatrachidae)
Unterfamilie: Limnodynastinae
Gattung: Limnodynastes
Art: Östlicher Banjo-Frosch
Wissenschaftlicher Name
Limnodynastes dumerilii
Peters, 1863

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Östliche Banjo-Frosch (Limnodynastes dumerilii), auch unter dem Synonym Platyplectron dumerilii bekannt, zählt innerhalb der Familie der Australischen Südfrösche (Myobatrachidae) zur Gattung Limnodynastes. Im Englischen wird der Östliche Banjo-Frosch eastern banjo frog, southern banjo frog, bull frog, banjo frog oder pobblebonk genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Östliche Banjo-Frosch erreicht eine Körperlänge von etwa 52,0 bis 83,0 Millimeter, wobei das Männchen kleiner und leichter als das Weibchen erscheint. Der Östliche Banjo-Frosch weist einen runden Kopf und dicke, kurze Beine auf. Das Trommelfell ist undeutlich sichtbar. Auf dem Rücken zeigen sich dunkel gefärbte oder orangefarbene Warzen. Die Grundfarbe ist dunkel- bis hellgrau oder dunkelbraun und die Seiten schimmern etwas bronzefarben. Am Schnauzenrand sowie im Bereich der Tibia und im Bereich der Beine sind prominente fleischige Drüsen erkennbar. Der glatte Bauch weist eine weiße Färbung auf und ist mit dunklen Sprenkeln versehen. Des Weiteren zeigt sich eine blass gefärbte Schaufel oder Spaten an der Hinterzehe.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Östliche Banjo-Frosch in Australien endemisch und tritt entlang der südöstlichen Küste von Australien, im Südosten von Queensland, südlich entlang der Küste von New South Wales, in Victoria und in der südwestlichen Ecke von Süd-Australien auf. Ferner ist der Östliche Banjo-Frosch auch entlang der nördlichen und südlichen Küste von Tasmanien sowie eine isolierte Population zentral von Tasmanien zu finden. Des Weiteren tritt der Östliche Banjo-Frosch auf vielen vorgelagerten Inseln auf. Das Verbreitungsgebiet beträgt etwa 700.000 Quadratkilometer. Der Östliche Banjo-Frosch frequentiert fast alle Lebensräume außer alpine Gebiete, Regenwälder und extrem aride Zonen. Im Allgemeinen hält sich der Östliche Banjo-Frosch in Gärten, an Dämmen und in Sümpfen auf. In trockenen Zeiten und oft nur während des Tages gräbt der Östliche Banjo-Frosch seine Höhle im lehmigen Boden. Oft trifft man den Östlichen Banjo-Frosch nach dem Regen in großer Zahl an.

Unterarten

Östlicher Banjo-Frosch
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Östlicher Banjo-Frosch

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Östliche Banjo-Frosch nur in Australien vor. Der Östliche Banjo-Frosch hält sich in folgenden Lebensräumen auf: Subtropische und tropische trockene Wälder, subtropische und tropische sumpfige Wälder, Trockensavannen, Feuchtsavannen, subtropische und tropische trockene Heideflächen, subtropisches und tropisches trockenes Grünland, Feuchtgebiete (Inland) wie Flüsse, Bäche, schmale Buchten mit Wasserfällen, Moore, Sümpfe, Torf-Moor-Landschaften, Süßwassersümpfe und Pools unter 8 Hektar, urbanisierte Flächen sowie aquatische und marine Teiche unter 8 Hektar.

Ernährung

Es liegen keine spezifischen Informationen vor, aber man kann davon ausgehen, dass der Östliche Banjo-Frosch sich von Insekten, Würmern, Spinnen sowie von Tausendfüßern ernährt.

Fortpflanzung

Östlicher Banjo-Frosch
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Östlicher Banjo-Frosch

Die Laichplätze befinden sich meist in der Nähe von Talsperren, Seen, Sümpfen und in langsam fließenden Bächen. Die Paarungs- und Laichzeit erfolgen in den Monaten von August bis April, dabei können die Männchen etwa 1 Kilometer zu den Laichplätzen zurücklegen. Die Männchen rufen in verdeckter Position, meist in schwimmender Vegetation. Das Weibchen kann bis zu 4.000 Eier in ein schwimmendes Schaumnest legen. In der warmen Jahreszeit dauert eine komplette Entwicklung etwa 4 bis 5 Monate, bei kaltem Wetter dauert die Entwicklung etwa 12 bis 15 Monate.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Östliche Banjo-Frosch heute noch nicht zu den bedrohten Froscharten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt Östliche Banjo-Frosch selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt. Der Östliche Banjo-Frosch ist zwar noch nicht akut bedroht, jedoch sind die Bestände in den letzten Jahrzehnten beständig am Sinken. Zu den Hauptgründen zählen die Vernichtung von Kleinstgewässern, insbesondere durch die Versiegelung und Trockenlegung, durch Abholzung, die Habitatfragmentierung durch exzessive Bebauung und intensivierte Landwirtschaft sowie die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft. Auf den Laichwanderungen kommen Jahr für Jahr viele Frösche im Straßenverkehr ums Leben. Auch der Fischbesatz von Kleinstgewässern hat zum Rückgang der Populationen beigetragen. Jedoch sind auch in völlig unberührten Lebensräumen teils dramatische Populationsrückgänge zu verzeichnen. Forscher haben festgestellt, dass diese Rückgänge auf eine Pilzerkrankung zurückzuführen sind. Man hat hier einen Töpfchenpilz (Chytridiomycota) aus der Gattung Batrachochytrium ausgemacht. Es handelt sich dabei um den Chytridpilz (Batrachochytrium dendrobatidis), der insbesondere Amphibien befällt. Die ausgelöste Krankheit, die sogenannte Chytridiomykose, verläuft in der Regel tödlich.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3

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