Weißknievogelspinne

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Weißknievogelspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Gattung: Acanthoscurria
Art: Weißknievogelspinne
Wissenschaftlicher Name
Acanthoscurria geniculata
(C. L. Koch, 1841)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:001668]

Die Weißknievogelspinne (Acanthoscurria geniculata), auch Weiße Smithi genannt, zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Acanthoscurria. Im Englischen wird die Art brazilian whiteknee tarantula genannt.

Die Weißknievogelspinne wird häufig mit der Mexikanischen Rotknie-Vogelspinne (Brachypelma smithi) verwechselt. Die Beinglieder der Weißknievogelspinne sind wie bei der Mexikanischen Rotknie-Vogelspinne geringelt, jedoch ist die Färbung der Beinglieder wie der Name schon andeutet cremefarben bis weißlich. Die Farbtönung der Beinglieder bei der Mexikanischen Rotknie-Vogelspinne (Brachypelma smithi) ist rot bis orangefarben.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Weißknievogelspinne ist eine verhältnismäßig große Spinne und erreicht als Weibchen eine Körperlänge von etwa 8 bis 9 Zentimeter, wogegen das Männchen nur eine Körperlänge von etwa 4 bis 6 Zentimeter erreicht und insgesamt im Gegensatz zum Weibchen viel schlanker wirkt und auch längere Beine aufweist. Die Beinspannweite bei beiden Geschlechtern kann bis zu 20 Zentimeter betragen. Das Prosoma sowie das Opisthosoma sind von einer graublauen Färbung, jedoch erscheint die Färbung auf dem Prosoma etwas dunkler. Beide Segmentteile sind mit länglichen, leicht rötlichen Haaren besetzt. Zusätzlich weist der Carapax eine weißliche Umrandung auf. Das Hinterteil des Weibchens erscheint ziemlich gewölbt und ist insgesamt gesehen, kompakter ausgebildet als bei dem Männchen. Das Männchen weist im adulten Stadium deutlich sichtbare Tibialhaken und Bulben auf. Neben der Beringelung zeigen sich an den Beinen ebenfalls lange weißlich bis cremefarbene Härchen. Der gesamte Körper ist mit einer Behaarung bedeckt und überwiegend sind die Härchen mit Nervenzellen verbunden und dienen somit als Tasthaare, die auf Berührung und Vibrationen empfindlich reagieren. Hauptsächlich weisen die Beine eine starke Behaarung auf. Die übrigen Härchen werden in Brennhaare, Hörhaare, Geschmackshaare und Hafthaare unterschieden. Die Brennhaare bei der Art sind besonders stark und verursachen einen anhaltenden Juckreiz.

Lebensweise

Die Weißknievogelspinne ist eine bodenbewohnende Vogelspinne und lebt wie fast alle Vogelspinnen einzelgängerisch und ist eine nachtaktive Spinne, die sich nie weit von ihrer Höhle entfernt. Sie zählt zu den sogenannten Bombadierspinnen. Bei Gefahr kann sie ihre Brennhaare, die sich auf dem Opisthosoma (Hinterleib) befinden, einsetzen. Die Brennhaare können ein Jucken und Brennen der Haut und der Atemwege verursachen. Allerdings zieht die Spinne es vor zu flüchten, bevor sie ihre Brennhaare abstößt. Ansonsten ist sie eine zurückhaltende und friedliche Vogelspinne und beißt selten zu. Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Giftbiss selbst ist nicht so gefährlich wie die Infektion durch Bakterien.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Weißknievogelspinne befindet sich im nördlichen Brasilien. Die Weißknievogelspinne ist eine bodenbewohnende Spinne. Sie lebt hauptsächlich im feucht-warmen Regenwald Brasiliens und legt unter Wurzeln, Steinen sowie unter totem Holz kleine Wohnröhren an.

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Ernährung

Die Weißknievogelspinne ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Eidechsen (Lacertidae), Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera), Zikaden (Auchenorrhyncha), Schmetterlinge (Lepidoptera) und deren Raupen sowie von Käfern (Coleoptera) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor).

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft die Weißknievogelspinne mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie etwa 1.000 bis 1.300 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

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Update 4. November 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge