Alaska-Elch

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Alaska-Elch

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hirsche (Cervidae)
Gattung: Alces
Art: Elch (Alces alces)
Unterart: Alaska-Elch
Wissenschaftlicher Name
Alces alces gigas
Miller, 1899

Der Alaska-Elch (Alces alces gigas) ist eine Unterart des Elches (Alces alces) und zählt innerhalb der Familie der Hirsche (Cervidae) zur Gattung Alces.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Alaska-Elch erreicht eine Gesamtlänge von 270 bis 300 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 210 bis 230 Zentimeter sowie ein Gewicht von bis zu 800 Kilogramm. Weibchen bleiben insgesamt kleiner und leichter als Männchen. Der Alaska-Elch ist die größte Art innerhalb der Hirsche. Das Fell ist dicht und lang (bis zu 25 Zentimeter), die Färbung reicht von braun über rotbraun bis hin zu grau. Selten kommen auch weiße Tiere zur Welt, eine sogenannte genetische Variation. Der Kopf ist sehr groß und lang gestreckt. Die Augen sind braun gefärbt und liegen seitlich am Kopf, was eine 360 Grad Rundumsicht ermöglicht. Die Pupillen sind von ovaler Form. Das Sehvermögen ist nicht sonderlich ausgeprägt. Dafür ist der Geruchssinn sehr fein entwickelt. Die langen Beine enden in Hufe, die jeweils aus zwei Paar langen Schalen bestehen. Die Färbung dieser Schalen ist meist schwarz. Männliche Tiere verfügen über ein sehr großes Geweih, das eine Spannweite von bis zu 200 Zentimeter und ein Gewicht von bis zu 40 Kilogramm aufweisen kann. Das Geweih wächst zwischen 20 und 25 Millimeter am Tag. Es wird nach der Brunftzeit abgestoßen. Elche sind sowohl tag- als auch nachtaktive Einzelgänger. Ein Revier eines Alaska-Elches kann eine Größe von bis zu zehn Quadratkilometer aufweisen.

Verbreitung

Verbreitungsgebiet
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Verbreitungsgebiet

Alaska-Elche sind in weiten Teilen von Alaska und in den westlichen Teilen Kanadas verbreitet. Die größten Populationen leben dabei in Alaska. Sie bewohnen vorzugsweise Laub-Nadelholz-Mischwälder und Supfgebiete wie die offene Taiga. In kalten Wintern sind sie in der Lage Temperaturen von -45 Grad auszuhalten.

Nahrung

Der Alaska-Elch frisst vorwiegend dünne Zweige, Blätter und Knospen von Laubbäumen sowie Gräser, Kräuter, Moose, Flechten und auch Wasserpflanzen. Insgesamt hat er ein weites Nahrungsspektrum. Der Geruchssinn ist sehr fein ausgebildet. Hauptsächlich sucht er seine Nahrung in Mischwäldern, er ist aber auch an Flüssen, Seen und Feuchtwiesen bei der Nahrungssuche anzutreffen. Elche verbringen im allgemeinen zwei Drittel ihrer Zeit mit der Nahrungsaufnahme. Je nach Geschlecht und Jahreszeit braucht ein Alaska-Elch zwischen 20 und 30 Kg Nahrung am Tag.

Fortpflanzung

Kopfstudie
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Kopfstudie

Die Geschlechtsreife erreichen Alaska-Elche mit rund zwei Jahren. Die Paarungszeit beginnt im Herbst und kann sich über zwei Monate hinziehen. Das Geweih, das zu Beginn der Brunftzeit ausgewachsen ist, wird mit Ende der Paarungszeit abgestoßen. Der Bulle verbleibt bis zur Paarung beim Weibchen und verläßt sie danach. Eine Elchkuh ist alle 28 Tage für rund 30 Stunden empfängnisbereit. Die Tragzeit beträgt zwischen 240 und 250 Tage. Die Kuh bringt meist ein, selten zwei Kälber an geschützter Stelle im Wald zur Welt. Bereits nach 20 Minuten folgt das Kalb der Mutter.

Die Kuh verfügt über vier Zitzen, aus denen das Kalb bis zu acht mal am Tag die Muttermilch aufnimmt. Während der ersten Wochen nimmt das Kalb rund 1,5 Liter Milch zu sich, später werden es drei Liter am Tag. Das Geburtsgewicht bei Zwilligsgeburten liegt bei etwa acht Kilogramm. Einzelkinder können zwischen zehn und fünfzehn Kilogramm wiegen. Die Geburtshöhe liegt bei 80 Zentimeter, die Körperlänge bei 80 bis 100 Zentimeter. Das Fell der Kälber ist wollig und weist eine rötliche Färbung auf. Nach drei Monaten wird das Fell zum ersten Mal gewechselt. Die Jungtiere bleiben etwa ein Jahr bei der Mutter. Mit acht bis zehn Jahren sind die Tiere ausgewachsen. Die Lebenserwartung liegt bei günstigen Bedingungen bei 25 Jahren. In der Regel sterben die Tiere mit zehn bis fünfzehn Jahren aber deutlich früher.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Familie der Hirsche (Cervidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X
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