Allomyrina dichotomus

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Allomyrina dichotomus
Männchen

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Polyphaga
Teilordnung: Scarabeiformia
Überfamilie: Scarabaeoidea
Familie: Blatthornkäfer (Scarabaeidae)
Unterfamilie: Dynastinae
Gattung: Allomyrina
Art: Allomyrina dichotomus
Wissenschaftlicher Name
Allomyrina dichotomus
Linnaeus, 1771

Der Allomyrina dichotomus (Allomyrina dichotomus) ist auch unter dem Synonym Trypoxylus dichotomus bekannt und zählt innerhalb der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) zur Gattung der Allomyrina. In Japan wird der Käfer auch im Volksmund Japanischer Nashornkäfer oder Japanischer Hornkäfer genannt. Der Allomyrina dichotomus ist der größte vorkommende Käfer in Japan.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Männchen erreicht eine Körperlänge von 30 bis 54 Millimeter (ohne Mandibeln) und beim Weibchen mißt die Körperlänge 30 bis 52 Millimeter. Zwischen Männchen und Weibchen besteht ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus. Das Männchen weist am unteren Teil des Kopfes einen enorm verlängerten Unterkiefer auf, der sich im Laufe der Evolution zu einem mächtigen ausladenden Horn entwickelt hat. Das ausladende Horn ist leicht nach hinten gebogen und in zwei Gabeln geteilt. Das ausladende Horn wird als mächtige Waffe gegen Rivalen oder auch gegen Nahrungskonkurrenten eingesetzt. Ein kleines Horn befindet sich auf dem vorderen Hornschild, das ebenfals in zwei kleine Gabeln verzweigt. Die Größe der Hörner ist abhängig von der Ernährung und von dem Klima während der larvalen Periode. Im allgemeinen ist das Männchen mit einem größeren Horn ein besserer Konkurrent im intermalen Kampf um das Weibchen.

Die Horngröße schwankt häufig zwischen 22,67 Millimeter und 20,00 Millimeter und erhöht sich normalerweise sigmoidal mit der männlichen Körpergröße. Beim Weibchen fehlen diese markanten Merkmale. Sie weist einen glatten rostbraunen bis dunkelbraunen Nacken- und Halsschild auf. An den unteren Flanken, zwischen den Deckflügeln sowie an den oberen Segmenten der Extremitäten zeichnet sich eine bräunliche Behaarung ab. Die Färbung des Chitinpanzers variiert zwischen rostbraun bis dunkelbraun. Wie alle Käfer, so hat auch der Allomyrina dichotomus sechs Beine, die an den Enden hakenförmige Gebilde aufweisen. Der Allomyrina dichotomus ist vor allem nachts aktiv und schwärmt nach Einbruch der Dunkelheit mit tiefem Brummton. Nicht selten kommt es dabei auch zum Anflug künstlicher Lichtquellen. Dieser Schwärmflug dient wohl vor allem der Ausbreitung und dem Aufsuchen neuer Brutstätten.

Unterarten


Verbreitung

Der Allomyrina dichotomus ist im südlichen Teil Japans, auf der Halbinsel Korea, in China sowie auf der Indo-Chinesischen Halbinsel Philippinen, Taiwan und Hokkaido verbreitet. Im Jahr 1983 wurde der Käfer auch auf der Hauptinsel Okinawa entdeckt.

Der Allomyrina dichotomus lebt meist in Laubwäldern mit reichlich Totholz. Bevorzugt werden dabei Eichenwälder. Er ist sowohl im Tieflandwald also auch in Höhenlagen der Vorgebirge anzutreffen.

Ernährung

Der Allomyrina dichotomus ernährt sich ausschließlich von Baumsäften wie der Quercus serrata = Konara und dem Saft von überreifen Früchten. Die Larven des Allomyrina dichotomus ernähren sich von Zellulose. Magen und Darm der Larven haben sich dieser Nahrung hervorragend angepasst.

Fortpflanzung

Beschreibung und Bestimmung der Laufbeine und des Körpers eines Käfers
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Beschreibung und Bestimmung der Laufbeine und des Körpers eines Käfers

Der Allomyrina dichotomus hält sich gerne am Tage in den Brutstätten versteckt. Die Eiablage erfolgt meist im Hochsommer zwischen Juli und September. Nach der Kopula legt das Weibchen 20 bis 30 kleine weiße rundliche Eier, die einen Durchmesser von 3 Millimeter aufweisen, einzeln in Totholz, Komposthaufen oder in den Boden ab. Nach zwei Wochen Brutdauer schlüpfen die engerlingsähnlichen Larven. Der weiche Körper der Larven zeigt eine weißliche Färbung, dagegen weist der harte Kopf eine bräunliche Färbung auf. Die Länge der Larven beträgt je nach Alter 10 bis 30 Millimeter. Die Larvalentwicklung ist stark temperaturabhängig und kann von einem Jahr (im Labor bei 25°C) bis zu fünf Jahren (Freiland) dauern. Zu den natürlichen Freßfeinden der Larven gehören die Maulwurfsgrillen und die Ameisen.

In der Entwicklungsphase der Larven kommt es zu drei Häutungen. Nach der dritten Häutung, der sogenannten Verpuppungsreife, gehen die Larven in die Tiefe des Substrats und verpuppen sich in einen glatten eiförmigen Kokon, der aus Erde und Sägemehl besteht und zusätzlich mit larvalem Sekret stabilisiert ist. Die Vorpuppen sind in der ersten Häutung weiß, in der zweiten Häutung orange bis braun und in der dritten Häutung sind die Puppen fast schwarz. Die Entwicklung über Vorpuppe und Puppe zum fertigen Käfer dauert etwa zwei bis drei Monate. Der Schlupf erfolgt meist im späten Frühling, selten auch erst im Sommer zwischen Juni und September. Kurz nach dem Schlupf des Käfers zeigen die Deckflügel eine weiße Färbung. Erst nach und nach erhärten sich die Deckflügel und nehmen eine rostbraune bis dunkelbraune Färbung an. Der Allomyrina dichotomus hält keinen Winterschlaf. Die Lebensdauer eines Allomyrina dichotomus beträgt ein bis zwei Monate (Freiland) und bis fünf Monate (Labor).

Medizin und Forschung

Wissenschaftler entdeckten bei Laboruntersuchungen, dass der Käfer ein antineoplastisches Mittel enthält. Die Substanz, die für diese biologische Tätigkeit verantwortlich ist, war hauptsächlich in den Beinen des Käfers zu finden. Das Protein wird vor allem in der Krebs-Therapie als krebshemmendes Medikament und in der pharmazeutischen Zubereitung verwendet.
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