Altai-Maral

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Altai-Maral

Taxonomie
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hirsche (Cervidae)
Unterfamilie: Cervinae
Gattung: Edelhirsche (Cervus)
Art: Wapiti (Cervus canadensis)
Unterart: Altai-Maral
Wissenschaftlicher Name
Cervus canadensis sibiricus
 ? (Revision 2004)

Die Altai-Maral (Cervus canadensis sibiricus), der auch Sibirischer Wapiti geannt wird, ist eine Unterart des Wapiti (Cervus canadensis) und zählt innerhalb der Familie der Hirsche (Cervidae) zur Gattung der Edelhirsche (Cervus). Im Englischen wird dieser Hirsch Altai Wapiti genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Altai-Maral erreicht eine Körperlänge von rund 180 bis 190 Zentimeter, eine Schulterhöhe von gut 140 bis 150 Zentimeter sowie ein durchschnittliches Gewicht von 120 bis 170 Kilogramm. Ausgewachsene Bullen können durchaus ein Gewicht von 250 bis 300 Kilogramm erreichen. Weibchen bleiben etwa ein Viertel kleiner und deutlich leichter als Männchen. Das Fell weist im Sommer eine rostbraune bis bräunliche Färbung auf, die im Winter in ein Graubraun übergeht. Die Männchen tragen im Winter eine stattliche Mähne an Hals und Nacken. Männliche Tiere verfügen zudem über ein Geweih mit 6 bis 7 Enden, das jedes Jahr nach der Paarungszeit abgeworfen wird. Das Geweih besteht aus abgestorbenen Knochen und kann durchaus ein Gewicht von gut 10 bis 13 Kilogramm erreichen. Das Geweih benötigt etwa 100 Tage bis es ausgewachsen ist. Erst dann kann es bei Revierkämpfen eingesetzt werden.

Lebensweise

Die Weibchen und ihr Nachwuchs leben in zum Teil großen Gruppen. Die geschlechtsreifen Männchen leben in getrennten Junggesellengruppen, ältere Männchen leben nicht selten einzelgängerisch. Eine Gruppe wird von jeweils einem dominanten Tier angeführt. Während der Brunftzeit stoßen die Hirsche zu den Kühen und sind damit bemüht, einen möglichst großen Harem um sich zu scharen. Alle Nebenbuhler werden energisch vertrieben. Das mächtige Geweih dient hierbei dem Imponiergehabe. Während der Brunft fressen Hirsche kaum, so dass sie nach der Brunft erst wieder zu Kräften kommen müssen.

Verbreitung

Das deutsche Synonym deutet schon das Verbreitungsgebiet an. Der Altai-Maral kommt insbesondere im mittelasiatisches Hochgebirge vor. Hier ist er im Altaigebirge und im Sajangebirge anzutreffen. Westlich und südwestlich reicht das Verbreitungsgebiet bis nach Oblast Irkutsk am Baikalsee, östlich bis in den Nordwesten der Mongolei. Altai-Marale leben in Steppen, Laub- und Mischwäldern sowie Auwäldern großer Flussläufe. Aber auch Moor- und Heidelandschaften sind beliebte Habitate. In den Höhenlagen der Mittel- und Hochgebirge kann man sie bis in Höhen von über 2.000 Metern beobachten.

Prädatoren, Parasiten

Zu den natürlichen Fleischfressern gehören insbesondere der Sibirische Braunbär (Ursus arctos beringianus), der Sibirische Tiger (Panthera tigris altaica), der Amur-Leopard (Panthera pardus orientalis) und regional auch der Schneeleopard (Uncia uncia). Jungtiere werden gelegentlich vom Europäischen Luchs (Lynx lynx) oder dem Wildschwein (Sus scrofa) gerissen.

Ernährung

Altai-Marale begeben sich in den frühen Morgen- und Abendstunden auf die Nahrungssuche. Als Wiederkäuer gehören sie zu den Herbivoren, die sich rein pflanzlich ernähren. Sie fressen neben saftigen Gräsern auch Kräuter, junge Triebe, Moose und Flechten sowie Baumfrüchte wie Eicheln, Kastanien und ähnliches. In Mangelzeiten fressen sie auch Rinde von Bäumen. Das führt allerdings in manchen Verbreitungsgebieten zu hohen Schäden im Waldbestand.

Fortpflanzung

Weibliche Altai-Marale erreichen die Geschlechtsreife mit 18 bis 24 Monaten. Männliche Tiere hingegen erst mit rund drei Jahren. Zu einer Paarung kommen geschlechtsreife Hirsche allerdings meist erst mit fünf bis sieben Jahren, da sie vorher kaum ein Harem um sich sammeln können. Junge Hirsche unterliegen zumeist in den Rivalenkämpfen. Diese werden von den alten und starken Männchen gewonnen und beanspruchen das gesamte Harem. Die zeitlichen Unterschiede zur physischen Geschlechtsreife nennt man gemeinhin soziale Geschlechtsreife. Die Brunftzeit beginnt in der Regel im Herbst, meist im Oktober. Nach einer Tragezeit von rund 240 Tagen bringt das Weibchen im Mai oder Juni ein, selten zwei Jungtiere zur Welt. Die Kälber haben ein Geburtsgewicht von etwa 12 bis 18 Kilogramm und weisen eine bräunliche Fellfärbung auf, die mit hellen Punkten durchsetzt ist. Bereits kurz nach der Geburt sind die Jungtiere in der Lage der Mutter zu folgen. Die Säugezeit beträgt knapp ein Jahr. Die Jungtiere verbleiben meistens bis zur Geschlechtsreife in der Gruppe der Mutter. Der Altai-Maral kann ein Alter von 17 bis 20 Jahren erreichen.

Gefährdung und Schutz

Auch wenn der Altai-Maral in seinem Verbreitungsgebiet mit rund 300.000 Individuen recht spärlich vertreten ist, so gilt die Unterart als noch nicht gefährdet. Trotz der starken Bejagung durch Wilderer und Trophäenjäger gelten die bestände als stabil. Die Lebensraumvernichtung spielt keine große Rolle, da es sich zumeist um wenige besiedelte Regionen handelt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

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