Amazonas-Jaguar

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Amazonas-Jaguar
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Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Katzen (Felidae)
Gattung: Panthera
Art: Jaguar (Panthera onca)
Unterart: Amazonas-Jaguar
Wissenschaftlicher Name
Panthera onca onca
Linnaeus, 1758

Der Amazonas-Jaguar (Panthera onca onca), als Schwärzling auch Panther genannt, ist eine Unterart des Jaguar (Panthera onca) und gehört innerhalb der Familie der Katzen (Felidae) zur Gattung Panthera.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Amazonas-Jaguar erreicht eine Körperlänge von 140 bis 170 cm, ein Stockmaß von bis zu 80 cm sowie ein Gewicht von 50 bis 125 Kg. Die Schwanzlänge beträgt durchschnittlich 70 cm. Weibchen bleiben deutlich kleiner und leichter als Männchen. Die Grundfärbung des Fells reicht von goldbraun bis rötlichbraun und ist mit dunklen kreisförmigen Flecken übersät, die in sich noch einen hellen Fleck haben. Dadurch läßt sich ein Amazonas-Jaguar auch leicht von einem Leoparden unterscheiden, da den Leoparden diese Flecken-in-Flecken fehlen. Gelegentlich kommt es beim Amazonas-Jaguar auch zu Schwärzlingen, bei denen die Fellzeichnung ebenfalls vorhanden ist. Der Körperbau wirkt insgesamt leicht gedrungen, ist aber durchaus kräftig und stämmig. Seine Beine sind relativ kurz, sein Kopf wirkt recht massig. Die Augen sind nach vorne gerichtet, wodurch der Amazonas-Jaguar ausgezeichnet räumlich sehen kann. Auch die anderen Sinne wie der Geruchs- und Hörsinn sind sehr gut entwickelt. Die Ohren sind beweglich und ermöglichen dem Amazonas-Jaguar eine Art räumliches Hören.

Als typischer Einzelgänger treffen Männchen und Weibchen nur zur Paarungszeit aufeinander. An der Aufzucht der Jungen beteiligt sich das Männchen jedoch nicht. Der Amazonas-Jaguar ist ein guter Schwimmer, schneller Läufer und ein ausgezeichneter Kletterer. Je nach Nahrungsangebot beansprucht ein Amazonas-Jaguar ein Revier von bis zu 200 Quadratkilometer. In weiten Teilen seiner Verbreitungsgebiete ist der Amazonas-Jaguar entweder gefährdet oder bereits vom Aussterben bedroht. Die Abholzung der Regenwälder mit einhergendem Rückgang des Nahrungsangebotes sind die Hauptgründe für die Rückgänge der Populationen. Ein weiterer Grund ist die Bejagung, da der Amazonas-Jaguar in der Nähe menschlicher Ansiedlungen auch Vieh reißt. Im Jahre 2001 wurde der Jaguar in der Roten Liste des IUCN als bedrohte Art geführt. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen, Anhang I, stellt diese Art unter weltweitem Schutz. Natürliche Feinde hat der Jaguar kaum. In seinen natürlichen Verbreitungsgebieten kann ihm eigentlich nur ein ausgewachsener Kaiman gefährlich werden.

Verbreitung

Der Amazonas-Jaguar ist in Südamerika insbesondere im Amazonasbecken weit verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet umfasst unter anderem Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Brasilien, Französisch-Guayana, Guyana, Suriname, Peru und Bolivien. Das Hauptvorkommen ist dabei in Brasilien zu verzeichnen. Er lebt meist in unzugänglichen tropischen Regenwäldern. In der Regel ist er an größeren Gewässern wie dem Amazonas, dem Rio Negro, dem Rio Branco und ähnliche Flußläufe anzutreffen. Er scheut gelegentlich auch die Nähe zu menschlichen Ansiedlungen nicht.

Nahrung

Als Anpirsch- und Lauerjäger hat der Amazonas-Jaguar ein weites Beutespektrum. Neben großen Tieren wie Huftiere, Faultiere und Primaten jagt er auch nach kleineren Säugern wie Kaninchen und Mäuse. Auch Reptilien und Vögel gehören zu seiner Nahrung. An Gewässern jagt er oft nach Schildkröten, Fischen und kleineren Kaimanen. Seine kräftigen Kiefer haben selbst mit einem Schildkrötenpanzer keine Probleme. In der Nähe menschlicher Siedlungen machen sie auch vor Haustieren nicht halt.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird nach zwei bis drei Jahren erreicht, wobei das Männchen in der Regel ein Jahr länger braucht. Im Amazonasbecken ist die Paarungszeit nicht an eine bestimmte Jahreszeit gebunden, jedoch kommt es vermehrt im Herbst zu Paarungen. Als Einzelgänger treffen sich die Geschlechter nur für kurze Zeit während der Paarungszeit. Das Männchen verläßt das Weibchen nach der Kopulation. Nach einer Tragezeit von 95 bis 100 Tagen bringt das Weibchen an einem geschützten Platz rund zwei, selten drei oder vier Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere weisen ein Gewicht von 700 bis 900 Gramm auf und sind bei der Geburt noch blind. Frühestens nach zwei Wochen verlassen sie erstmals ihre Genurtshöhle. Sie werden für etwa 90 Tage gesäugt und verlassen etwa nach zwei Jahren die Mutter. Während dieser Zeit, beginnend mit dem sechsten Lebensmonat, begleiten Jungtiere ihre Mutter auf der Jagd und erlenen so die Fähigkeiten, die sie für ein Überleben im Dschungel brauchen. Ein Jaguar kann ein Alter von 20 bis 25 Jahren erreichen, in freier Wildbahn dürfte das erreichbare Alter bei zehn bis fünfzehn Jahren liegen.

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