Ambon-Segelechse

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Ambon-Segelechse

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Echsen (Lacertilia)
Familie: Agamen (Agamidae)
Gattung: Segelechsen (Hydrosaurus)
Art: Ambon-Segelechse
Wissenschaftlicher Name
Hydrosaurus amboinensis
(Schlosser, 1768)

Die Ambon-Segelechse (Hydrosaurus amboinensis) zählt innerhalb der Familie der Agamen (Agamidae) zur Gattung der Segelechsen (Hydrosaurus). Im Englischen wird die Ambon-Segelechse amboina sail finned lizard oder amboina sailfin lizard genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Männchen der Ambon-Segelechse erreichen eine Gesamtlänge von 90,0 bis 110,0 Zentimeter, davon entfallen 40,0 Zentimeter auf Kopf und Rumpf. Weibchen erreichen lediglich eine Gesamtlänge von 75,0 bis 90,0 Zentimeter, wobei hier rund 30,0 Zentimeter auf die Kopf-Rumpf-Länge entfallen. Es wurden schon männliche Tiere beobachtet, die eine Länge von 120,0 Zentimeter überschritten hatten. Die Körperoberfläche ist braun mit leicht gelblichgrünem Schimmer oder fast schwarz gefärbt. Der Rücken ist mit einem netzartigen Muster überzogen. Beim Männchen ist sowohl die Zeichnung als auch die Färbung intensiver als beim Weibchen. Das große Hautsegel auf dem langen Schwanz ist für diese Echsen namensgebend. Dieses Hautsegel erreicht eine Höhe von bis zu 7,0 Zentimeter und erstreckt sich etwa über die Hälfte des Schwanzes. Das Hautsegel ist beim Weibchen weniger stark ausgeprägt. Der Rücken und der Nacken sind durch einen gezackten Kamm gekennzeichnet, der beim Männchen kräftiger ausfällt.

Lebensweise

Ambon-Segelechse
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Ambon-Segelechse

Bei den Agamen ist, wie bei vielen Eidechsen, der Instinkt der Reviererhaltung deutlich ausgeprägt. Ein Männchen ist in der Regel darum bemüht, ein Territorium gegen ein anderes Individuum zu behaupten. Zwischen den Weibchen kommt es hingegen nur selten zu Streitigkeiten. Selbstverständlich setzen Agamen ihr Droh- und Imponiergehabe auch gegen natürliche Fleischfresser ein. Die meisten Fleischfresser lassen sich jedoch von den Droh- und Schrecksituationen selten abschrecken. Der einzige Weg einem Fleischfresser zu entkommen ist in der Regel die Flucht. Eine in die Enge getriebene Agame nimmt meist eine ihr angeborene aggressive Pose ein. In letzter Konsequenz kommt es auch zu Bissen, wobei diese eher harmlos sind. In der Regel flüchten Agamen jedoch bei Gefahr. Zufluchtsorte sind meist Felsspalten und ähnlich geschützte Stellen. Versucht man eine Agame aus einer solchen Felsspalte zu ziehen, so bläht sie ihren Leib auf, wodurch sie in der Felsspalte feststeckt. Die Tiere sind gute Kletterer und ausgesprochen gute Schwimmer. Bei Gefahr flüchten sie in der Regel ins Wasser. Lappenartige Hautsäume und der stark abgeflachte Schwanz stellen ein Indiz für ein Leben am und im Wasser dar. Sie leben in kleinen Gruppen, wobei die Gruppe aus einem Männchen und mehreren Weibchen sowie juvenilen Tieren besteht.

Verbreitung

Ambon-Segelechse
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Ambon-Segelechse

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das Indo-Australische Archipel, insbesondere auf die Inseln Ambon, Buru und Ceram. Sie leben in unmittelbarer Nähe zu Wasser. Dichte Uferbewachsung kennzeichnet ihren Lebensraum. Oft ist zu beobachten, daß sie sich auf Bäumen aufhalten und sich bei Gefahr ins Wasser fallen lassen.

Ernährung

Bei der Ambon-Segelechse handelt es sich überwiegend um einen Insektenfresser. Neben Insekten (Insecta) und Spinnentiere (Arachnida) werden auch kleine Fische, aber auch Reptilien und Kleinsäuger in entsprechender Größe. gefressen. Trotz der geringen Größe der Beutetiere geht die Nahrungsaufnahme ausgesprochen schnell vonstatten. Ihr Speiseplan wird mit pflanzlicher Nahrung aufgewertet. Trinkwasser nehmen Agamen entweder direkt zu sich oder über die Haut aus der Luftfeuchtigkeit oder aus externen Wasserquellen wie Pfützen oder Tau.

Prädatoren

Zu den natürlichen Fleischfressern zählen je nach Verbreitungsgebiet der Agamen, insbesondere Greifvögel (Falconiformes) und Raubtiere (Carnivora) wie Dingos (Canis lupus dingo) sowie Schlangen (Serpentes) wie zum Beispiel verschiedene Pythons (Pythonidae). Lokal stellen auch Warane (Varanidae) den Agamen nach.

Fortpflanzung

Prädator: Dingo (Canis lupus dingo)
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Prädator: Dingo (Canis lupus dingo)

Die Ambon-Segelechse gehört zu den eierlegenden Arten. Die Geschlechtsreife wird mit 2 Jahren erreicht. Die Paarungszeit beginnt im Frühjahr. Nicht selten kommt es zu Aggressionen unter den Männchen, die um ein Weibchen buhlen. Zu echten Kämpfen kommt es jedoch nur selten, die Regel sind eher harmlose Drohgebärden. Wie für Agamen typisch, versucht das Männchen durch heftiges Kopfnicken die Aufmerksamkeit eines Weibchens zu erlangen. Ein paarungsunwilliges Weibchen verteidigt sich mitunter durch Bisse oder flüchtet vor einem aufdringlichen Männchen. Ist das Weibchen zur Paarung bereit, versucht sich das Männchen im Nacken des Weibchens festzubeißen. Unter Umständen kann es dabei auch zu Verletzungen kommen. Im folgenden schiebt ein Männchen sein Hinterleib unter den des Weibchens und führt den Hemipenis in die Kloake des Weibchens ein. Die eigentliche Paarung dauert nur wenige Sekunden. Nach der Paarung erfolgt die Trennung des Pärchens. Die Trächtigkeit dauert zwischen 9 und 11 Wochen. Unmittelbar vor der Eiablage sucht ein Weibchen einen adäquaten Platz für die Eiablage. Das Gelege, das rund 10 bis 16 Eier umfasst, wird in feuchtem Sand angelegt. Die Eier haben eine Größe von 35 bis 45 mm. In Abhängigkeit von der Bruttemperatur schlüpfen die Jungtiere nach etwa 75 bis 90 Tagen. Sie haben eine Schlupflänge von 16,0 bis 22,0 Zentimeter. Mittels ihres Eizahnes befreien sich die Jungechsen aus den Eiern. Dieser fällt noch während oder kurz nach dem Schlupfvorganges ab. Die Jungechsen ernähren sich in der ersten Zeit überwiegend von kleinen Insekten. In variablen Abständen kommt es bei den Jungtieren regelmäßig zu Häutungen. Dies ist im übrigen bei allen Reptilien der Fall.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Nur wenige Arten der Agamen werden aktuell in der Roten Liste der IUCN geführt. Es handelt sich bei den wenigen Arten meist um besonders gefährdete Arten. Dies sind die stark gefährdeten (EN, Endangered) Arten Calotes liocephalus und Ceratophora tennentii sowie die gefährdeten (VU, Vulnerable) Arten Ctenophorus yinnietharra und Trapelus savignii.

Weitere Synonyme

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Ambon-Segelechsen
  • Lacerta amboinensis - Schlosser, 1768
  • Lacerta lophura - Shaw, 1802
  • Lacerta Amboinensis - Cuvier, 1831
  • Istiurus Amboinensis - Duméril & Bibron, 1837
  • Lacerta javanica - Hornstedt in Gray, 1845
  • Lophura shawii - Gray, 1845
  • Istiurus microlophus - Bleeker, 1860
  • Lophura celebensis - Peters, 1872
  • Lophura amboinensis - Günther, 1873
  • Lophura amboinensis - Boulenger, 1885
  • Hydrosaurus amboinensis - Poche, 1903
  • Lophura amboinensis - De Rooij, 1915
  • Hydrosaurus amboinensis - Wermuth, 1967
  • Hydrosaurus amboinensis - Manthey & Schuster, 1999

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Agamen (Agamidae)

Literatur und Quellen

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