Ameisenfrosch

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Ameisenfrosch

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Nacktlurche (Lissamphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Südfrösche (Leptodactylidae)
Unterfamilie: Leptodactylinae
Gattung: Echte Pfeiffrösche (Leptodactylus)
Art: Ameisenfrosch
Wissenschaftlicher Name
Leptodactylus lineatus
(Schneider, 1799)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Ameisenfrosch (Leptodactylus lineatus), auch unter dem Synonym Lithodytes lineatus bekannt, zählt innerhalb der Familie der Südfrösche (Leptodactylidae) zur Gattung der Echten Pfeiffrösche (Leptodactylus). Im Englischen wird der Ameisenfrosch antfrog, gold-striped frog oder sapito listado genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Männchen und das Weibchen sehen gleich aus, obwohl das Weibchen etwas größer ist als das Männchen. Das Weibchen erreicht eine Körperlänge von etwa 5,6 Zentimeter, während das Männchen eine Körperlänge von etwa 4,5 Zentimeter erreicht. Der Ameisenfrosch weist zwei goldgelbe Streifen auf, die von der gerundeten Schnauze über dem Auge und dem Trommelfell bis zum schlanken, leicht warzigen Rumpf verlaufen. Die Augen weisen eine braune Färbung auf. Die Beine sind von einer braunen Färbung und sind mit schwarzen Streifen besetzt, die aber oft an den Vorderbeinen verblassen. Die Zehen weisen kleine Ballen auf, aber keine Schwimmhäute. Des Weiteren erkennt man an den Hinterbeinen kleine rote Flecken. Der glatte Bauch ist von einer hellen grau-braunen Färbung. Der Ameisenfrosch wird oft mit einem Pfeilgiftfrosch verwechselt. Jedoch sondert die Haut der Pfeilgiftfrösche ein Gift ab, während beim Ameisenfrosch kein Gift aus den Hautdrüsen abgesondert wird.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN lebt der Ameisenfrosch terrestrisch in den primären und sekundären tropischen Regenwäldern. Der Ameisenfrosch assoziiert oft mit den Ameisennestern der Art Atta cephalotes. Ferner findet man den Ameisenfrosch in Bolivien an Waldrändern, auf Wiesen sowie in Galeriewäldern und in Feuchtsavannen. Er hält sich auch unter Baumstämmen und im Blattlaub auf. Der Ameisenfrosch baut Schaumnester am Rand von temporären Pools, wo sich die Kaulquappen in diesen Gewässern dann entwickeln.

Verbreitung

Blattschneiderameise Atta cephalotes
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Blattschneiderameise Atta cephalotes

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Ameisenfrosch im Orinoco-Becken in Kolumbien und Venezuela sowie im Amazonasbecken von Kolumbien, Venezuela, Surinam, Guayana, Französisch-Guayana, Ecuador, Peru, Bolivien und Brasilien verbreitet. Des Weiteren halten sich einige Exemplare auf den Inseln Trinidad und Tobago auf, jedoch muss das Vorhandensein dieser Exemplare auf Trinidad und Tobago noch überprüft werden. In Bolivien trifft man den Ameisenfrosch in einer Höhe bis zu 1.800 Meter über dem Meeresspiegel an.

Ernährung

Der Ameisenfrosch sucht seine Nahrung überwiegend auf dem Boden. Er ernährt sich vorwiegend von Regenwürmern (Lumbricidae) und von Gliederfüßern (Arthropoda).

Fortpflanzung

Die Jungfrösche kann man bei Tag und bei Nacht hüpfend am Boden beobachten. Die Erwachsenen werden in der Regel erst bei Einbrauch der Dunkelheit aktiv. Am Tage verstecken sich die Erwachsenen in Erdlöchern, manchmal auch in den Nestern der Blattschneiderameise Atta cephalotes. Während der Reproduktionsphase rufen die Männchen sehr laut. Wenn ein Weibchen sich einem Männchen nähert, dann springt das Männchen sofort auf den Rücken und umklammert das Weibchen. Nach erfolgreicher Kopulation legt das Weibchen etwa 200 Eier in das Schaumnest, das sich meist am Rand eines Gewässers befindet. Nach dem Schlupf bleiben die Kaulquappen noch für etwa ein bis zwei Wochen im Schaumnest, erst danach begeben sich die Kaulquappen ins Wasser. In etwa neun Wochen, wenn die leuchtend rosafarbenen Kaulquappen eine Körperlänge von etwa 5,0 Zentimeter erreicht haben, ist die Entwicklung der Frösche abgeschlossen.

Gefährdung und Schutz

Ameisenfrosch
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Ameisenfrosch

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Ameisenfrosch heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Ameisenfrosch selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt. Auch wenn die Art noch nicht bedroht ist, so gehören doch zu den Hauptgefahren die Vernichtung der natürlichen Lebensräume, insbesondere durch Trockenlegung von Habitaten sowie die allgemeine Umwelt- und Wasserverschmutzung.

Weitere Synonyme

  • Rana lineata - Schneider, 1799
  • Rana castanea - Shaw, 1802
  • Bufo albonotatus - Daudin, 1803
  • Rana schneideri - Merrem, 1820
  • Leptodactylus hemidactyloides - Andersson, 1945
  • Lithodytes lineatus - (Schneider, 1799)

Anhang

Siehe auch

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Kurt Brauer, Annette Bromma: Kröten. Urania, Freiburg (1991). ISBN 3332003798

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