Amerikanische Peitschennatter

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Amerikanische Peitschennatter

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Colubrinae
Gattung: Amerikanische Peitschennattern (Mastigodryas)
Art: Amerikanische Peitschennatter
Wissenschaftlicher Name
Mastigodryas melanolomus
(Cope, 1868)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Amerikanische Peitschennatter (Mastigodryas melanolomus), auch unter den Synonymen Dryadophis melanolomus und Masticophis melanolomus bekannt, zählt innerhalb der Familie der Nattern (Colubridae) zur Gattung der Amerikanischen Peitschennattern (Mastigodryas). Im Englischen wird die Amerikanische Peitschennatter salmon-bellied racer oder dryad snake genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Amerikanische Peitschennatter erreicht eine Körperlänge von etwa 133,9 bis 140,0 Zentimeter. Sie ist eine schlanke Art und weist eine präoperkulare Platte und glatte Schuppen in 15 Längsreihen auf. Diese Art zeigt eine deutliche ontogenetische Veränderung in der Färbung, die eine allmähliche Ausdehnung von dorsalen Flecken und seitliche helle Streifen bildet. Die Markierungen im Bereich des Kopfes werden mit dem Alter matter und dunkler. Der Rücken färbt sich mit zunehmendem Alter bläulich-grau und die hellen Streifen nehmen häufig die gleiche Farbe an, so dass die Schlange eine einheitliche Färbung aufweist. Alle in Costa Rica lebenden Exemplare sind gestreift, aber es kann auch vorkommen, dass einige eine einheitliche braune Färbung haben. Die Art weist erhebliche geographische Unterschiede in der Färbung auf. Des Weiteren ist die ventrale Oberfläche des Körpers rot bis violett oder fast orange-rot gefärbt. Die Labiale ist weitgehend rot getönt. Eine dunkle Linie an den Seiten Kopfes ist nicht vorhanden. Das Kinn ist grau und pinkfarben meliert. Im jugendlichen Alter weist die Amerikanische Peitschennatter ein geschwungenes Schachbrettmuster auf, das mit zunehmendem Alter allmählich dunkler wird, eine braune Grundfärbung annimmt und an den Seiten sich ein oder zwei cremige bis graue Streifen in ausgeprägter Form bilden. Bei den meisten Individuen erstreckt sich ein dunkler Streifen von Nasenloch über das Auge.

Lebensweise

Die Amerikanische Peitschennatter kommt in Sinaloa, Mexiko, an den Pazifischen und Atlantischen Ausläufern von Tamaulipas sowie im Süden auf der Halbinsel Yucatán sowie in Panama vor. Häufig ist die Amerikanische Peitschennatter in Petén, Guatemala, auf der nördlichen Halbinsel Yucatán und in Belize zu finden. Des Weiteren kommt sie in einer Höhe von etwa 1.250 Meter über dem Meeresspiegel vor. Die Amerikanische Peitschennatter ist eine weitgehend terrestrische Bewohnerin der Dornenwälder, der tropischen Laubwälder, der immergrünen Wälder sowie der Savannen. Ferner ist sie auch in Sekundärwäldern, auf landwirtschaftlichen Flächen, an Waldrändern sowie in der Nähe von kleinen Ortschaften zu finden.

Unterarten

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt die Amerikanische Peitschennatter in folgenden Ländern vor: Belize, Costa Rica, Guatemala, Honduras, Mexiko, Nicaragua und Panama. Die Amerikanische Peitschennatter hält sich in folgenden Lebensräumen auf: Subtropische und tropische trockene Wälder, subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder, Trockensavannen, Feuchtsavannen, Ackerflächen, Weiden, Plantagen, ländliche Gärten sowie subtropische und tropische stark degradierte ehemalige Wälder.

Ernährung

Beutetier Zentralamerikanische Ameive (Ameiva festiva)
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Beutetier Zentralamerikanische Ameive (Ameiva festiva)

Die Amerikanische Peitschennatter ernährt sich überwiegend von Echsen wie zum Beispiel Zentralamerikanische Ameiven (Ameiva festiva) und von anderen kleinen Wirbeltieren. Sie ist eine tagaktive Art und ist meist am Waldboden aktiv, wo sie auch ihre Beute aufspürt. Meist verbringt sie die Zeit aufgewickelt auf relativ hohen Ästen.

Fortpflanzung

Die Amerikanische Peitschennatter gehört zu den eierlegenden Arten. Die Paarungszeit beginnt in der Regel kurz nach der Winterruhe. In einer Saison kommt es lediglich zu einer Eiablage. Das Weibchen legt kurz nach erfolgreicher Paarung zwischen 1 und 9, selten auch mehr Eier an geschützter Stelle in eine flache Erdmulde. Je nach Umgebungstemperatur schlüpfen die Jungschlangen nach 50 bis 80 Tagen. Sie weisen eine Schlupflänge von 30 bis 35 Zentimeter auf und sind gleich nach dem Schlupf auf sich alleine gestellt. Eine Brutpflege seitens des Weibchens wird nicht betrieben. Die Jungschlangen ernähren sich anfangs hauptsächlich von Insekten, kleinen Eidechsen und anderem Kleingetier.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Amerikanische Peitschennatter heute noch nicht zu den bedrohten Schlangenarten. Sie ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Amerikanische Peitschennatter selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9
  • Dieter Schmidt: Nattern faszinierend & exotisch, Gräfe & Unzer, Auflage 1 (Februar 2005), ISBN 3774269475

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