Amerikanische Zwergspitzmaus

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Amerikanische Zwergspitzmaus
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Spitzmausartige (Soricomorpha)
Familie: Spitzmäuse (Soricidae)
Unterfamilie: Rotzahnspitzmäuse (Soricinae)
Gattung: Waldspitzmäuse (Sorex)
Art: Amerikanische Zwergspitzmaus
Wissenschaftlicher Name
Sorex hoyi
Baird, 1857

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Amerikanische Zwergspitzmaus (Sorex hoyi) zählt innerhalb der Familie der Spitzmäuse (Soricidae) zur Gattung der Waldspitzmäuse (Sorex). Im Englischen wird die Art American Pygmy Shrew genannt. Die Amerikanische Zwergspitzmaus wird dem Subgenus Otisorex zugerechnet. Es sind 6 Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Amerikanische Zwergspitzmaus ist in Nordamerika das kleinste Säugetier. Die Art erreicht eine Körperlänge von 27 bis 32 mm sowie ein Gewicht von 2 bis 4 g. Der Schwanz erreicht gut ein Drittel der Körperlänge. Die Maße und das Gewicht können regional und je nach Unterart variieren. Im Bereich der Schnauze zeigen sich lange Tasthaare, die sogenannten Vibrissen. Die Augen sind klein und liegen im Fell verborgen. Das dichte Fell weist dorsal eine gräuliche bis graubraune Färbung auf, ventral zeigt sich eine etwas heller Färbung. Das Gebiss besteht aus 32 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i3/1, c1/1, p3/1, m3/3. Die Zähne sind von taxonomischer Bedeutung. Aufgrund ihrer roten Zahnspitzen wird die Amerikanische Zwergspitzmaus der Unterfamilie der Rotzahnspitzmäuse (Soricinae) zugeordnet. Die Rotfärbung entsteht aus der Ablagerung von Eisen im Zahnschmelz (Nowak, 1999).

Lebensweise

Amerikanische Zwergspitzmäuse leben hauptsächlich in den oberen Bodenschichten. Sie sind unablässlich mit Grabaktivitäten in weicher, lockerer Erde beschäftigt. Zuweilen nutzen die Tiere während der Nahrungssuche auch die Gangsysteme anderer kleiner Tiere. Die Orientierung erfolgt über den Geruchs- und Tastsinn. Der Sehsinn spielt keine Rolle. Bei Bedrohung versprühen Amerikanische Zwergspitzmäuse ein moschusartiges Sekret, mit dem Feinde vertrieben werden sollen. Amerikanische Zwergspitzmäuse sind sowohl am Tage als auch in der Nacht aktiv. Die Reviere umfassen eine Größe von durchschnittlich 0,2 Hektar (Nowak, 1999).

Unterarten

Verbreitung

Die Amerikanische Zwergspitzmaus ist in weiten Teilen Nordamerikas verbreitet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich im nördlichen Nordamerika von Alaska bis an die Ostküste Kanadas und südlich im Nordosten der USA bis in die Appalachen. Amerikanische Zwergspitzmäuse sind in zahlreichen Lebensräumen anzutreffen. Besiedelt werden insbesondere Nadel- und Laubwälder, Grasland, Sumpfgebiete und Überschwemmungsgebiete (IUCN, 2011; Nowak, 1999).

Biozönose

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden zählen Vögel (Aves) wie Habichtartige (Accipitridae), Reptilien (Reptilia) wie Strumpfbandnattern (Thamnophis), Raubtiere (Carnivora) wie die Hauskatze (Felis catus) und im Wasser auch der Bachsaibling (Salvelinus fontinalis). Über Drüsen im Flankenbereich geben Amerikanische Zwergspitzmäuse ein moschusartiges Sekret ab. Der Geruch dieser Sekretion schreckt viele potentielle Feinde ab. Die Sekretion dient demnach auch dem Schutz vor natürlichen Feinden (Nowak, 1999).

Parasiten

Zu den nachgewiesenen Ektoparasiten zählen insbesondere Flöhe (Siphonaptera) wie Stenoponia americana und Milben (Acari, Acarida), vor allem Zecken (Ixodida) Vertreter der Gattung Ixodes. Auch Endoparasiten sind zahlreich vertreten. Hier sind insbesondere Bandwürmer (Cestoda) aus der Familie der Hymenolepididae zu nennen.

Ernährung

Amerikanische Zwergspitzmäuse ernähren sich als Fleischfresser hauptsächlich von Insekten (Insecta), anderen Gliederfüßern (Arthropoda), Regenwürmern (Lumbricidae), aber auch von kleinen Lurchen (Amphibia) und kleinen Säugetieren (Mammalia) sowie deren Kadaver. Insekten und andere Gliederfüßer werden jedoch bevorzugt gefressen (Nowak, 1999).

Fortpflanzung

In den nördlichen Regionen des Verbreitungsgebietes erstreckt sich die Paarungszeit von Juni bis in den August hinein. Während dieser Zeit kommt es bei der Art zu einem Wurf. Nach einer Tragezeit von durchschnittlich 818 Tagen bringt ein Weibchen in ihrem Nest 3 bis 8 Jungtiere zur Welt. Die Säugezeit und die Dauer der mütterlichen Fürsorge sind unbekannt. Die Geschlechtsreife wird im Jahr nach der Geburt erreicht. Die Lebenserwartung liegt in freier Wildbahn bei 1 bis 2 Jahren (Nowak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Amerikanische Zwergspitzmaus gehört heute noch nicht zu den gefährdeten Spitzmäusen (Soricidae). In den meisten Regionen kommt die Nördliche Wasserspitzmaus noch häufig vor. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Die größte Gefahr geht von der Vernichtung und Verschmutzung, insbesondere der aquatischen Lebensräume aus (IUCN, 2011).

Synonyme

Nach Wilson & Reeder, 2005 ist die Amerikanische Zwergspitzmaus unter zahlreichen Synonymen bekannt. Dies sind: S. intervectus (Jackson, 1925) und S. washingtoni (Jackson, 1925). Die genannten Synonyme sind ungültig (Wilson & Reeder, 2005).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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