Amerikanischer Aal

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Amerikanischer Aal

Taxonomie
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Überordnung: Aalartige (Elopomorpha)
Ordnung: Aalartige (Anguilliformes)
Familie: Flussaale (Anguillidae)
Gattung: Flussaale (Anguilla)
Art: Amerikanischer Aal
Wissenschaftlicher Name
Anguilla rostrata
Schrank, 1798

Der Amerikanische Aal (Anguilla rostrata) zählt innerhalb der Familie der Flussaale (Anguillidae) zur Gattung der Flussaale (Anguilla). Im Englischen wird der Amerikanische Aal American Eel genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Amerikanische Aal erreicht je nach Geschlecht eine Länge von 120 (w) bis 152 (m) Zentimeter sowie ein Gewicht von bis zu 7.300 Gramm. In freier Natur werden Längen von mehr als 120 Zentimeter jedoch nur selten erreicht. Der schlangenartige Körper ist ausgesprochen lang gestreckt und lateral leicht abgeflacht. Der recht kleine Kopf ist spitz zulaufend. Der dorsale Flossensaum beginnt in der vorderen Hälfte des zweiten Körperdrittels und verläuft über die Rückenlinie bis zum Schwanz und ventral weiter bis zur Körpermitte. Unmittelbar hinter den Kiemen liegen lateral die kleinen Brustflossen. Das Maul steht schräg und läuft leicht nach unten. Die Haut weist eine graubraune bis grünbraune Färbung auf, die Bauchseite ist deutlich heller, meist cremefarben gefärbt. Adulte Aale weisen meist eine dunkelbraune Färbung auf. Die Haut ist mit einer schleimigen Schicht überzogen. Ein Halten in der Hand ist dadurch ausgesprochen schwierig. Amerikanische Aale atmen über ihre Kiemen. Sie nehmen jedoch auch Sauerstoff über ihre Haut auf. Sie können so einige Zeit außerhalb des Wassers überleben.

Lebensweise

In den einzelnen Lebensstadien leben Amerikanische Aale in höchst unterschiedlichen Lebensräumen. In den ersten 1,5 Jahren ihres Lebens leben die Larven und Jungfische in den Küstengewässern im Salzwasser. Mit zunehmendem Alter ziehen die Aale flussaufwärts. Amerikanische Aale sind ausgezeichnete Schwimmer und gelten als gefräßige Räuber. Die kräftigen Kiefer können leicht auch hartschalige Krebstiere und Muscheln bewältigen. Amerikanische Aale sind überwiegend in der Nacht aktiv. Dies gilt vor allem für die Nahrungssuche. Am Tage halten sich die Tiere in Spalten oder in dichter Vegetation verborgen. Mitunter graben sie sich auch im schlammigen Untergrund ein.

Verbreitung

Der Amerikanische Aal kommt im westlichen Atlantik, im Golf von Mexiko und in den angrenzenden Flüssen und Seen vor. Amerikanische Aale gehören somit zu den Wanderfischen, die zum Laichen in die Gewässer wechseln. In den östlichen USA und Kanada ist die Art bis zu den Great Lakes anzutreffen. Auch Flüsse in Mittel- und Südamerika werden besiedelt. Außerhalb der Laichzeit leben die Fische ausschließlich in Binnengewässern, nur zur Laichzeit ziehen sie in küstennahe Salzgewässer.

Ernährung

Amerikanische Aale ernähren sich im Larvenstadium von Kleinstlebewesen wie Plankton. Jungfische fressen hauptsächlich kleinere Krebstiere (Crustacea), Aas und aquatische Insekten (Insecta) und deren Larven. Subadulte Amerikanische Aale verzehren auch Muscheln (Bivalvia), Lurche (Amphibia), deren Larven und Weichtiere (Mollusca). Adulte Aale fressen auch größere Beutetiere, die entweder im Ganzen verschlungen oder durch Körperrotation und Winden in Stücke zerrissen wird.

Fortpflanzung

Amerikanische Aale erreichen die Geschlechtsreife im fünften Lebensjahr. Zur Laichzeit zieht es die geschlechtsreifen Fische in die Küstengewässer ins Salzwasser. Die Hauptfortpflanzungsgebiete liegen in der Sargassosee. Nicht alle Fische zieht es zur Paarungszeit zu den Laichgewässern. Nicht selten wandern die Amerikanischen Aale erst im Alter von 10 Jahren oder mehr zu den Laichgewässern. Während der Laichwanderung verkümmert der Darm der amerikanischen Aale. Auch der After verkümmert bzw. schließt sich. Gleichzeitig bilden sich die Geschlechtsorgane aus. Die Befruchtung erfolgt durch äußere Besamung der Eier. Das Weibchen legt je nach Alter mehrere Hunderttausend bis zu vier Millionen Eier ins Freiwasser. Sehr alte Weibchen sollen auch deutlich mehr Eier legen können. Unmittelbar nach dem Ablaichen befruchtet das Männchen die Eier. Kurze Zeit sterben die adulten Fische. Über die Wanderungen der Larven und Jungfische ist bislang nur wenig bekannt. Die Lebenserwartung der Amerikanischen Aale kann bis zu 20 Jahren betragen. In Gefangenschaft wird ein Alter von bis zu 43 Jahren erreicht.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Das Fleisch der Amerikanischen Aale ist von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Es wird vor allem in Asien, insbesondere in Japan und auf Taiwan geschätzt. Mittlerweile hat die Ausbeutung der Bestände jedoch Ausmaße angenommen, die ein deutliches Sinken der Gesamtbestände befürchten lassen. Man glaubt, dass mittelfristig nicht mehr genügend Aale in die Laichgebiete gelangen und so die Bestände zwangsläufig sinken werden. In der Roten Liste der IUCN wird der Amerikanische Aal nicht geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 1. Vierter Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
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