Amur-Leopard

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Amur-Leopard

männlicher Amur-Leopard, Zoo Leipzig

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Großkatzen (Pantherinae)
Gattung: Panthera
Art: Leopard (Panthera pardus)
Unterart: Amur-Leopard
Wissenschaftlicher Name
Panthera pardus orientalis
Schlegel, 1857

IUCN-Status
Critically Endangered (CR)

Der Amur-Leopard (Panthera pardus orientalis) ist eine Unterart des Leoparden (Panthera pardus) und gehört innerhalb der Familie der Katzen (Felidae) zur Gattung Panthera.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Amur-Leopard erreicht eine Körperlänge von bis zu 140 cm, eine Schulterhöhe von bis zu 75 Zentimeter sowie ein Gewicht von 40 bis 60 Kilogramm. Der Schwanz weist eine Länge von bis zu 50 auf. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Das Fell ist ocker bis goldgelb und mit schwarz-braunen rosettenförmigen Mustern versehen. Im Winter kann die Länge des Felles über fünf Zentimeter betragen. Kehle, Brust und Bauch sind weißlich bis cremefarben mit vereinzelten dunklen Flecken versehen. In den nördlichen Verbreitungsgebieten ist das Fell allgemein etwas länger und dichter. Die Ohren sind ausgesprochen kurz, die Tatzen sind recht breit ausgeprägt. Der Amur-Leopard bildet die nördlichste vorkommende Unterart.

Lebensweise

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Er verfügt über sehr gut entwickelte Sinne. Gehör-, Seh- und Geruchssinn sind optimal an sein Verbreitungsgebiet und sein Jagdverhalten angepasst. Er lebt strikt einzelgängerisch, der vorzugsweise nachts aktiv ist und tagsüber auf Bäumen zu finden ist. In Freiheit sind sie wegen ihrer Seltenheit kaum zu sehen. Sie sind vor allem aufgrund ihrer Lebensweise nur schlecht aufzufinden. Natürliche Feinde haben sie kaum, allenfalls der Tiger kann ihnen gefährlich werden. Aufgrund der starken Bejagung, insbesondere wegen der Felle für die Pelzindustrie, ist der Amur-Leopard in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet vom Aussterben bedroht.

Verbreitung und Status

Der Amur-Leopard ist im nördlichen China und im Südosten Russlands verbreitet. Die Populationen in Nord- und Südkorea gelten als ausgerottet. Sie bewohnen sowohl das Flachland als auch das Mittelgebirge und die alpinen Regionen. Es handelt sich vor allem in den nördlichen Regionen um ausgesprochen karge und trockene Lebensräume. Der Amur-Leopard stellt nur geringe Ansprüche an seinen Lebensraum. Ausreichend Beute und Bäume für seinen Rückzug genügen ihm. Die Schätzungen über die in Freiheit lebenden Tiere schwankten stark bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Man schätze die Population auf wenige hundert Tiere. Nach einer jüngeren Zählung steht aber fest, es leben noch ca. 30 Amur-Leoparden in freier Wildbahn!

Ernährung

Der Amur-Leopard ist in Bezug auf seine Nahrung nicht wählerisch. Er frisst neben Nagetieren auch größere Säuger sowie Reptilien und Vögel. Selbst größere Hirsche wie der Sikahirsch werden oft erjagt. Seine Art des Beutezuges ist sehr energiesparend. Als Anschleich- und Lauerjäger kommt es bei der Jagd nur zu kurzen Verfolgungen der Beute. Meist wird ein Beutetier mit einem gezielten Hechtsprung erlegt. Die Tötung der Beute erfolgt in der Regel durch einen Biss in die Kehle oder den Nacken. Seine erlegte Beute zerrt der Amur-Leopard üblicherweise auf Bäume, um sie vor Fressfeinden zu schützen. Er ist ein ausgezeichneter Kletterer. Als Einzelgänger beansprucht er je nach Nahrungsangebot ein Revier von durchschnittlich 50 qkm, das durch Urin- und Kratzspuren markiert wird.

Fortpflanzung

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Der Amur-Leopard erreicht die Geschlechtsreife mit rund 30 Monaten. Die Paarungszeit erstreckt sich in Rußland und China über das Frühjahr. Da Amur-Leoparden strikt einzelgängerisch leben, kommen die Geschlechter nur zur Paarung zusammen. Die Aufzucht der Jungen erfolgt ausschließlich durch das Weibchen. Nach einer Tragezeit von 90 bis 100 Tagen bringt das Weibchen an einem geschützten Platz zwei bis drei Junge zur Welt. Zwilligsgeburten sind hier allerdings die Regel. Die Jungtiere sind anfangs noch blind und weisen eine Länge von 25 bis 35 Zentimeter sowie ein Gewicht von 500 bis 600 Gramm auf. Nach etwa zehn Tagen öffnen die Jungtiere ihre Augen. Das Weibchen säugt ihren Nachwuchs für etwa drei Monate. Die Jungtiere bleiben insgesamt für 18 bis 24 Monate bei der Mutter und erlernen von ihr alles was sie für ihr späteres, einzelgängerisches Leben brauchen. Amur-Leoparden erreichen ein Alter von 15 bis 22 Jahren. Ein hohes Alter von über 20 Jahren wird in Freiheit allerdings selten erreicht.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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