Andenkatze

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Andenkatze
Präparat

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
Gattung: Leopardus
Art: Andenkatze
Wissenschaftlicher Name
Leopardus jacobita
Emilio Cornalia, 1865

IUCN-Status
Endangered (EN) - IUCN

Die Andenkatze (Leopardus jacobita) zählt innerhalb der Familie der Katzen (Felidae) zur Gattung Leopardus. Ursprünglich wurde die Art in einer eigenen Gattung mit der Bezeichnung Oreailurus geführt. Andenkatzen werden nicht in Gefangenschaft gehalten, ein Versuch endete nach einem Jahr für ein Tier mit dem Tode.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Andenkatze erreicht eine Körperlänge von 58 bis 85 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 41 bis 48 Zentimeter, eine Hinterfußlänge von 11 bis 13 Zentimeter, eine Ohrlänge von 5,3 bis 6,3 Zentimeter sowie ein Gewicht von rund 4.000 Gramm. Die zahnmedizinische Formel lautet 3/3, 1/1, 2/2, 1/1. Das Gebiss verfügt insgesamt über 28 Zähne. Einen Geschlechtsdimorphismus weisen die Geschlechter nicht auf. Die langen Ohren sind innen und außen mit Fell besetzt, leicht abgerundet und sitzen weit hinten, leicht seitlich am Kopf. Das dichte und langhaarige Fell der Andenkatze weist eine aschgraue Grundfärbung auf, gelblichbraune bis orangebraune Querstreifen oder fleckenartige Muster ziehen sich über den gesamten Körper und die Extremitäten. Das Fell kann eine Länge von bis zu 4,5 Zentimeter erreichen. Der Schwanz ist mit breiten, dunkelbraunen Ringen gekennzeichnet. Die sechs bis neun Ringe können eine Breite von fast vier Zentimeter erreichen. Der Bereich um die Nase und die Lippen der Andenkatze sind schwarz gefärbt. Rund um die Augen und die Nase ist das Fell leicht weißlich gefärbt. Der Oberkopf ist gräulich und zeigt eine dunkle Streifen. Die Bauchseite weist eine überwiegend weißliche Färbung auf, kann aber auch eine dunkle Fleckung aufweisen. Im Bereich der Schnauze zeigen sich lange Vibrissen, die der Andenkatze zur Orientierung dienen.

Lebensweise

Andenkatzen sind hauptsächlich in der Dämmerung und nacht aktiv. Selten kann man sie am Tage beobachten. Während der Nacht gehen sie auch auf Nahrungssuche. Andenkatzen gelten in den zum Teil sehr zerklüfteten Bergsregionen als ausgezeichnete Kletterer. Ihr Schwanz dient ihnen dabei als Steuer- und Balancierorgan, sie halten ihn in der Regel hoch. Sie gelten als einzelgängerisch lebende Katzen, die Geschlechter treffen nur während der Paarungszeit aufeinander.

Verbreitung

Andenkatzen leben ausschließlich in den Gebirgsregionen der Anden in Südamerika. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Peru, über das südwestliche Bolivien und das nordöstliche Chile bis ins nordwestliche Argentinien. Andenkatzen sind im Hochgebirge bis auf annähernd 4.200 Metern über den Meeresspiegel zu beobachten. Zu sehen bekommt man Andenkatzen jedoch sehr selten, es liegen nur sehr wenige Sichtungen vor (Yensen & Seymour, 2000). Die Andenkatze hat sich auf einen sehr unzugänglichen und unwirklichen Lebensraum spezialisiert. Es handelt sich hauptsächlich um aride bis halbaride Gebirgsregionen, die nur spärlich mit Gräsern und Sträuchern bewachsen sind.

Ernährung

Andenkatzen jagen zumeist während der Dämmerung oder der Dunkelheit nach Hasenmäusen (Lagidium) oder Kurzschwanzchinchilla (Chinchilla brevicaudata). Gelegentlich stehen aber auch Vögel, andere Kleinsäuger wie Kaninchen, Mäuse (Mus) und Tukotukos (Ctenomys) auf dem Speiseplan. Sie schleichen sich an Beutetiere heran und überwältigen sie nach einem gezielten Spring oder kurzen Spurt.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht die Andenkatze mit knapp zwei Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich je nach Verbreitungsgebiet über das Frühjahr oder den Frühsommer. Dabei kommt es pro Saison nur zu einem Wurf. Die Geschlechter leben einzelgängerisch und treffen nur während der Paarungszeit aufeinander. Die Lebensweise kann wie bei den meisten Katzen als polygam bezeichnet werden. Um die Aufzucht des Nachwuchses kümmert sich ausschließlich das Weibchen. Nach einer Tragezeit von wahrscheinlich 80 bis 90 Tagen bringt ein Weibchen in ihrem Bau ein bis drei Jungtiere zur Welt. Sie sind bei der Geburt noch blind und taub. Ein spärliches Fell weisen sie jedoch schon auf. Bereits mit rund zwei Monaten werden Jungkatzen von der Muttermilch entwöhnt, bleiben aber meist bis zu einem Jahr bei der Mutter. Die Lebenserwartung ist nicht bekannt, dürfte aber ähnlich hoch sein wie bei der Pampaskatze (Oncifelis colocolo). Die Andenkatze erreicht ein Alter von gut zehn Jahren.

Gefährdung und Schutz

Andenkatzen gehören zu den stark gefährdeten Katzenarten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als stark gefährdet geführt (engangered). Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt die Tiere in Anhang I unter besonderem Schutz. Man schätzt die Bestände aus allenfalls 2.000 Exemplare. Zu Sichtungen ist es in den letzten Jahrzehnten nur sehr selten gekommen. Daher ist über die Lebensweise der Tiere sehr wenig bekannt. Bis auf Peru steht die Andenkatzen in allen Ländern im Verbreitungsgebiet unter Schutz und darf weder gejagt noch gehandelt werden.

Literatur und Quellen

Links

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