Angola-Kusimanse

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Angola-Kusimanse
Foto folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Mangusten (Herpestidae)
Unterfamilie: Afroasiatische Mangusten (Herpestinae)
Gattung: Kusimansen (Crossarchus)
Art: Angola-Kusimanse
Wissenschaftlicher Name
Crossarchus ansorgei
Thomas, 1910

IUCN-Status
Data Deficient (DD)

Die Angola-Kusimanse (Crossarchus ansorgei) zählt innerhalb der Familie der Mangusten (Herpestidae) zur Gattung der Kusimansen (Crossarchus). Im Englischen wird diese Kusimanse Angolan Cusimanse oder Ansorge's Cusimanse genannt. Es sind 2 Unterarten bekannt (Rompaey & Colyn, 1992).

Kusimansen unterscheiden sich von anderen Afroasiatischen Mangusten (Herpestinae) unter anderem durch die längliche Schnauze, jeweils 5 Zehen an der Vorder- und Hinterfüßen, einem einfarbigen Fell und einem relativ kurzen Schwanz.

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Die Angola-Kusimanse stammt nach einhelliger Meinung von der pleistozänen Art Crossarchus alexandri ab. Die Funde dieser Art stammen aus dem Transvaal, Südafrika. Weitere Funde von fossilen Kusimansen stammen aus Tansania und dem Kongo (Rompaey & Colyn, 1992).

Erkennung und Unterschiede

Die Gattung der Kusimansen (Crossarchus) lässt sich von der anderen Gattungen der Mangusten (Herpestidae) aufgrund der 5 oberen Backenzähnen unterscheiden. Weitere Merkmale der Kusimansen sind 5 Zehen an den Vorder- und Hinterfüßen, behaarte Sohlen der Hinterfüße und die dichte Unterwolle des Felles. Die Angola-Kusimanse unterscheidet sich von anderen Arten im Wesentlichen durch die kürzere Schnauze und der um ein Drittel kürzeren Condylobasallänge (Rompaey & Colyn, 1992).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Männchen der Angola-Kusimanse erreichen eine Gesamtlänge von 550 mm, eine Schwanzlänge von 208 mm, eine Hinterfußlänge von 70 mm, eine Ohrlänge von 24 mm sowie ein Gewicht von 700 g. Weibchen erreichen eine Gesamtlänge von 532 mm, eine Schwanzlänge von 221 mm, eine Hinterfußlänge von 60 mm und eine Ohrlänge von 24 mm. Der Schädel beider Geschlechter erreicht eine Länge von 60,3 bis 66,9 (64,1) mm, eine Condylobasallänge von 59,4 bis 65,9 (62,6) mm, eine Rostrumlänge von 18,1 bis 21 (19,7) mm, eine Jochbeinbreite von 31,2 bis 35,2 (33,4) mm, eine Hirnschädelbreite von 23,8 bis 26,5 (25,3) mm sowie eine Hirnschädelhöhe von 19,5 bis 22,3 (21,0) mm. Die Ohren sind insgesamt kurz und gerundet, die Sohlen der Vorder- und Hinterfüße sind nackt. Die Krallen sind lang und gebogen. Das Fell ist im Wesentlichen rötlichbraun gefärbt, das dichte Unterfell ist bräunlich. Die Krone ist dunkler und das Gesicht ist etwas heller gefärbt als der restliche Körper. Das Gebiss besteht aus 36 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i3/3, c1/1, p3/3, m 2/2 (Rompaey & Colyn, 1992).

Lebensweise

Über die Lebensweise und das Fortpflanzungsverhalten liegen keine gesicherten Informationen vor.

Unterarten

  • Crossarchus ansorgei ansorgei - Thomas, 1910
  • Crossarchus ansorgei nigricolor - Rompaey & Colyn, 1992

Verbreitung

Die Angola-Kusimanse kommt in Zentralafrika in Angola und in der Demokratischen Republik Kongo vor. Im Kongo reichen die Vorkommen bis in den Südosten des Landes. Die Tiere besiedeln den dichten tropischen Regenwald, offene Flächen werden strikt gemieden (Rompaey & Colyn, 1992; IUCN, 2013).

Ernährung

Angola-Kusimansen ernähren sich als Allesfresser opportunistisch von Fleisch sowie Früchten, Beeren und Pilzen. An fleischlicher Kosten werden vor allem kleine Wirbeltiere (Vertebrata), Insekten (Insecta) und Eier gefressen. Beutetiere werden für gewöhnlich durch einen Biss in den Nacken getötet (Rompaey & Colyn, 1992).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Der Gefährdungsgrad ist aufgrund der heimlichen Lebensweise nicht bekannt. Die Art wird in der Roten Liste der IUCN daher in der Kategorie DD, Data Deficient, geführt. Die Hauptbedrohungen gehen von der Zerstörung der natürlichen Lebensräume und der Bejagung aus. Das Fleisch der Tiere landet als Bushmeat auf den einheimischen Fleischmärkten (IUCN, 2013).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Familie der Mangusten (Herpestidae))

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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