Angola-Stummelaffe

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Angola-Stummelaffe
vergrößern
Systematik
Klasse: Säugetiere (Mamalia)
Ordnung: Primaten (Primates)
Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
Unterfamilie: Schlank- und Stummelaffen (Colobinae)
Tribus: Stummelaffen (Colobini)
Gattung: Schwarz-weiße Stummelaffen (Colobus)
Art: Angola-Stummelaffe
Wissenschaftlicher Name
Colobus angolensis
Sclater, 1860

Der Angola-Stummelaffe (Colobus angolensis) zählt innerhalb der Meerkatzenverwandten (Cercopithecidae) zur Gattung der Schwarz-weißen Stummelaffen (Colobus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

vergrößern
Jungtier der Unterart pallidus
vergrößern
Jungtier der Unterart pallidus

Der Angola-Stummelaffe erreicht eine Körperlänge von 48 bis 82 Zentimeter sowie ein Gewicht von sieben bis fünfzehn Kilogramm. Männchen werden deutlich größer und schwerer als Weibchen. Das glatte Fell ist überwiegend schwarz gefärbt. Die sehr langen Schulterhaare sind weißlich gefärbt. Die Länge dieser Schulterhaare ist je nach Unterart verschieden lang. Auch der weißliche Büschel am Schwanzende ist sehr variabel. Im Kopfbereich sind insbesondere an den Wangen und im Kehlbereich weiße Stellen zu erkennen. Der Angola-Stummelaffe ist ein tagaktiver Baumbewohner. Sie sind geschickte Kletterer und können beim Springen von Baum zu Baum durchaus Entfernungen von bis zu 15 Metern überwinden. Die Tiere leben in Gruppen, die eine Stärke von 15 bis 25 Individuen aufweisen. In der Regel besteht eine Gruppe aus einem dominierenden Männchen, mehreren Weibchen sowie deren Nachwuchs. Bei größeren Gruppen können durchaus auch mehrere Männchen vorhanden sein. Auch reine Junggesellengruppen sind bekannt. Der Angola-Stummelaffe ist ein sehr soziales Tier. Innerhalb der Gruppe herrscht eine strikte Rangfolge und geht mit sozialer Interaktion einher. Insbesondere die Fellpflege spielt dabei eine große Rolle.

Gefährdung, Schutz

Der Angola-Stummelaffe ist je nach Unterart unterschiedlich stark gefährdet. Am stärksten ist sicherlich die Unterart Colobus angolensis ruwenzorii gefährdet. Die Zerstörung der natürlichen Lebensräume, insbesondere der tropischen Regenwälder dürfte einer der Hauptgründe für den starken Rückgang in den letzten Jahrzehnten sein. Auch die hemmungslose Bejagung hat zu dieser Misere beigetragen. In weiten Teilen sind die Affen heute schon vollständig ausgerottet. Das Fell wird von einheimischen zu Kostümen und Hüten verarbeitet. Das Fleisch wird offensichtlich gegessen. Die Unterarten werden in der Roten Liste des IUCN von bedroht bis stark gefährdet geführt.

Unterarten

  • Colobus angolensis palliatus (Sclater-Stummelaffe) - Kenia, Tansania
  • Colobus angolensis ruwenzorii (Adolf-Friedrich-Stummelaffe) - Kongo, Ruanda, Uganda
  • Colobus angolensis prigoginei (Mt.-Kobobo-Stummelaffe) - Kongo
  • Colobus angolensis nova (Mahale Mtns. Angola Stummelaffe - Tansania

Verbreitung

Die Angola-Stummelaffen leben südlich der Sahara in tropischen Regenwäldern, Galeriewäldern oder zum Teil auch in offenen Savannen mit Baumbestand. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Angola, Burundi, dem Kongo, Kenia, Malawi, Tansania, Zganda und Sambia. Neben den bereits angeführten Habitaten werden teilweise auch Plantage und andere Kulturflächen bewohnt. In Höhenlagen sind sie bis in Höhen von gut 3.000 Metern anzutreffen. Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen sie dabei in den Bäumen.

Ernährung

Der Magen des Angola-Stummelaffen ist ausgesprochen groß und besteht aus mehreren Kammern. Damit ähnelt der Magen dem eines Wiederkäuers. Das ist eine Anpassung an die stark faserhaltige Nahrung der Angola-Stummelaffen. Sie ernähren sich hauptsächlich von den Blättern verschiedener Baumarten. Es handelt sich dabei ausschließlich um Laubbaumarten. Der Gerbsäuregehalt ist bei den bevorzugten Baumarten extrem hoch. Die Blätter werden sowohl mit den Händen als auch mit den Füßen von den Ästen abgestreift. In der Regel gehen sie in den frühen Morgen- und Abendstunden auf Nahrungssuche. Pro Tag fressen sie bis zu drei Kilogramm an Nahrung.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife der Männchen wird mit rund sechs Jahren erreicht. Weibchen erreichen die Geschlechtsreife bereits im vierten Lebensjahr. Eine feste Paarungszeit scheint es nicht zu geben, jedoch fallen die meisten Geburten in die Regenzeit. Nach einer Tragezeit von rund sechs Monaten bringt das Weibchen ein Jungtier zur Welt. Aufgrund der langen Stillzeit kommt es meist nur alle zwei Jahren zu einer Geburt. Das Geburtsgewicht beträgt etwa 400 bis 500 Gramm. Die ersten Wochen klammert sich das Junge am Bauch der Mutter. Dabei hält es sich auch an dem weißen Mantel fest. Das Fell der Jungtiere ist ausgesprochen hell. Es dunkelt ab dem zweiten Lebensmonat stufenweise ab. Ab der fünften bis sechsten Woche unternimmt das Jungtier erste kleinere Ausflüge in die nähere Umgebung. Zudem kümmern sich auch andere Gruppenmitglieder um den Nachwuchs und spielen auch mit ihm. Die Entwöhnung beginnt ab dem achten Lebensmonat und endet spätestens im zwölften Lebensmonat. Angola-Stummelaffen können ein Alter von 25 bis 30 Jahren erreichen. In freier Natur wird dieses Alter allerdings selten erreicht. Hier liegt das Durchschnittsalter meist nur bei 20 Jahren.

Links

'Persönliche Werkzeuge