Anolis pentaprion

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Anolis pentaprion

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Leguanartige (Iguania)
Familie: Polychrotidae
Gattung: Anolis
Art: Anolis pentaprion
Wissenschaftlicher Name
Anolis pentaprion
Cope, 1863

IUCN-Status
Data Deficient (DD)

Die Art Anolis pentaprion, auch unter den Synonymen Anolis cristifer und Norops cristifer bekannt, zählt innerhalb der Familie Polychrotidae zur Gattung Anolis. Im Englischen wird die Art cristifer anole genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Gesamtlänge beträgt etwa 170,0 Millimeter. Der Kopf weist eine Länge von 21,0 Millimeter auf, die Breite des Kopfes beträgt 13,0 Millimeter, der Körper weist eine Länge von 54,0 Millimeter auf, die vorderen Extremitäten sind 29,0 Millimeter lang und die hinteren Extremitäten 45,0 Millimeter, die Tibia weist eine Länge von 14,0 Millimeter und der Schwanz eine Länge von 95,0 Millimeter auf. Der Kopf ist so lang wie breit und viel länger als die Tibia. Die Stirn ist leicht konkav, es ist kein frontaler Kamm vorhanden. Die oberen Kopfschuppen sind klein und rauh. Die Supraorbital- und Occipital-Schuppen sind kaum vergrößert. Die Supraocular-Schuppen sind dagegen klein und glatt. Die Oberkieferkanten (Canthus rostralis) erscheinen ziemlich stumpf. Ferner sind drei Loreal-Schuppenreihen und acht Oberlippenschuppen unterhalb der Mitte des Auges vorhanden. Die Ohröffnung ist moderat und suboval. Der wenig abstehende, segmentförmige, nur bis zum Brustbeinhinterrand reichende Kehllappen weist eine kräftig rote Färbung auf und ist mit weißlichen minutiös körnigen Kehlschuppen versehen. Der Körper ist nicht komprimiert. <1>

Ferner erkennt man eine leichte Nackenfalte. Die dorsalen und lateralen Schuppen sind gleichmäßig körnig, ventral ein wenig größer und ebenfalls körnig und glatt. Die anliegenden Hinterbeine erreichen den Hals und die Finger sind gut entwickelt. Die Unterseiten der Finger und Zehen sind mit Haftlamellen versehen, mit denen sie sich auch auf glatten Flächen festhalten können. Aufgrund dieses Merkmals gehören sie zur Familie der Saumfinger. 22 Lamellen befinden sich unter den Phalangen II und III der vierten Zehe. Der Schwanz ist etwas länger als der Kopf und der Körper. Des Weiteren erscheint der Schwanz komprimiert und subtriangular. Der vertebrale Winkel ist scharfkantig und gesägt. Vier basale Winkel werden durch die Kielfortsätze von vielen großen Schuppenreihen gebildet. Ferner sind keine erweiterten postanalen Schuppen vorhanden. Die Oberseite weist eine rötlich-braune Färbung auf und ist mit einer marmorierten schwärzlicher Tönung versehen. Die Unterseite ist von einer weißlichen Färbung und ist mit verschiedenen Brauntönen versehen. <2>

Lebensweise

Anolis pentaprion
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Anolis pentaprion

Laut der Roten Liste der IUCN ist diese Art in Chiapas, Mexiko und in Zentral-Guatemala, entlang der Pazifikküste unter 1.500 Meter Höhe verbreitet. Der Bereich, in dem die Art verteilt ist, beträgt etwa 13.100 Quadratkilometer. Basierend auf die pazifische Tieflandebene (Köhler 2010) besteht der Lebensraum aus Savannen, Misch-Laubwald (Stuart 1943) und aus immergrünen Wäldern.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt die Art nur in Mexiko und in Zentral-Guatemala vor. Anolis pentaprion hält sich in subtropischen und tropischen trockenen Wäldern, in subtropischen und tropischen feuchten Tieflandwäldern sowie in Feuchtsavannen auf.

Ernährung

Anolis pentaprion ernährt sich überwiegend von Insekten (Insecta) und deren Larven. Hier und da bessert die Art den Speiseplan mit reifen Früchten auf.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht die Art mit etwa einem Jahr. Die Paarungszeit beginnt für gewöhnlich kurz nach der Winterruhe. Die Balz ist durch das zur Schaustellen der Kehlfahne mit einhergehendem Kopfnicken des Männchen geprägt. Ist ein Weibchen paarungsbereit, so signalisiert sie dieses durch Kopfnicken. Während der eigentlichen Paarung, die einige Minuten dauern kann, verbeißt sich das Männchen im Nacken des Weibchens. Nach einer Tragezeit von etwa 20 Tagen legt das Weibchen ein oder zwei Eier in den Boden, die spärlich mit Erde abgedeckt werden. Sie weisen eine Länge von 7,0 bis 8,0 Millimeter auf. Während der Reifezeit wachsen sie bis auf rund 16,0 Millimeter an. Je nach Inkubationstemperatur schlüpfen die Jungtiere nach etwa 50 bis 60 Tagen. Je kälter die Temperatur, desto länger dauert die Reifezeit. Die Schlüpflinge weisen eine Gesamtlänge von gut 6,0 Zentimeter auf. Die Endlänge wird erst mit zehn bis zwölf Monaten erreicht.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN sind genaue Bestandszahlen dieser Art nicht bekannt. Daher wird die Art in der Roten Liste der IUCN in der Kategorie als "Data Deficient" (Daten mangelhaft) geführt. Eine Potenzielle Bedrohung kann innerhalb seiner Verbreitung in Form der Zerstörung von Lebensräumen durch landwirtschaftliche Entwicklung auftreten. Allerdings hat die Forschung für die Art nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt, so dass auch nicht bekannt ist, welche Auswirkung die Zerstörung der Lebensräume auf die Population hat. Die Art könnte durch die stetige landwirtschaftliche Entwicklung kurzfristig bedroht sein. Dies wurde vor allem in den pazifischen Tieflandebenen von Mexiko und Mittelamerika (Duellmann 1999, Stuart 1943) festgestellt. Einige Teile der Verbreitungsgebiete decken sich mit geschützten Bereichen, zum Beispiel das Biosphären-Reservat in La Encrucijada. Weitere Forschungen über die Gefahren und deren Auswirkungen auf die Population sind erforderlich. Auch die Erforschung der Taxonomie der Art ist notwendig, um einige Unsicherheiten zu beseitigen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • [1] [2] George Albert Boulenger: Catalogue of the Lizards in the British Museum (Natural History): Volume 2: Iguanidae, Xenosauridae, Zonuridae, Anguidae, Anniellidae, Helodermatidae, Varanidae, Xantusiidae, Teiidae, Amphisbaenidae [Taschenbuch]. Verlag: Adamant Media Corporation (26. Juni 2001). ISBN 1402102038
  • Manfred Rogner: Echsen, Bd.2, Warane, Skinke und andere Echsen sowie Brückenechsen und Krokodile. Ulmer (Eugen) (1994). ISBN 3800172534
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3

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