Antipoden-Wanderalbatros
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| Antipoden-Wanderalbatros | |
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| Systematik | |
| Klasse: | |
| Unterklasse: | Neukiefervögel (Neognathae) |
| Ordnung: | Röhrennasen (Procellariiformes) |
| Familie: | |
| Gattung: | Diomedea |
| Art: | Antipoden-Wanderalbatros |
| Wissenschaftlicher Name | |
| Diomedea antipodensis | |
| Robertson & Warham, 1992 | |
| IUCN-Status | |
| Vulnerable (VU) - IUCN
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Der Antipoden-Wanderalbatros (Diomedea antipodensis) zählt innerhalb der Familie der Albatrosse (Diomedeidae) zur Gattung der Diomedea. Er wurde unsprünglich als Unterart des Wanderalbatros (Diomedea exulans) geführt. Im englischen wird der Antipoden-Wanderalbatros Antipodean Albatross genannt.
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Aussehen und Maße
Der Antipoden-Wanderalbatros erreicht eine Körperlänge von rund 110 Zentimeter sowie eine Flügelspannweite von 300 bis 310 Zentimeter. Die Weibchen sind während der Paarungszeit oberseits bräunlich bis schokoladenbraun gefärbt. Ihre Bauchseite ist weiß gefärbt. Für beide Geschlechter ist eine weißliche Gesichtsmaske charakteristisch. Die weiße Gesichtsmaske setzt sich farblich bis zum Kehlbereich fort. Männchen sind während der Paarungszeit deutlich heller gefärbt als die Weibchen. Der kräftige Schnabel mit dem an der Spitze stark gebogenen Oberschnabel weist bei beiden Geschlechtern eine leicht rosafarbene Färbung auf. Außerhalb der Paarungszeit ist das Gefieder beider Geschlechter deutlich heller gefärbt. Die Unterseite der schmalen Flügel ist überwiegend weiß gefärbt.
Lebensweise
Antipoden-Wanderalbatrosse leben außerhalb der Paarungszeit einzelgängerisch und verbringen einen Großteil ihres Lebens auf hoher See. Sie gelten als ausgezeichnete und elegante Flieger. Ihr Flug ist äußerst energiesparend, da sie über weite Strecken ohne einen Flügelschlag gleiten. Ihre schmalen Flügel weisen dabei eine sehr hohe Oberflächenbelastung auf. Die Fluggeschwindigkeit beim Gleiten liegt ähnlich wie beim Königsalbatros bei etwa 12 bis 14 Metern pro Sekunde. Fehlt es an entsprechendem Wind, so verbringen Antipoden-Wanderalbatrosse die Zeit auf dem Wasser. Auch wenn Antipoden-Wanderalbatrosse einzelgängerisch leben, so kommt es in den Nahrungsgründen durchaus zu größeren Ansammlungen. Nicht selten wird dabei die Nähe von Fischerbooten gesucht, da hier immer der eine oder andere Happen abfällt. Antipoden-Wanderalbatrosse sind sowohl am Tage als auch in der Nacht aktiv. Antipoden-Wanderalbatrosse gelten als nomadisch und durchstreifen ein sehr großes Areal.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Antipoden-Wanderalbatrosse erstreckt sich im südlichen Pazifik von Neuseeland bis zum östlichen Australien. Die Hauptpopulationen kommen dabei auf den Antipoden-Inseln vor, die politisch zu Neuseeland gehören. Die Antipoden-Inseln liegen rund 650 Kilometer südöstlich der Stewart-Insel. Die Gesamtpopulation der Antipoden-Wanderalbatrosse wird auf rund 15.000 bis 17.000 Individuen geschätzt.
Ernährung
Antipoden-Wanderalbatrosse sind opportunistische Fleischfresser. Sie ernähren sich von Fischen (Osteichthyes), Krebstieren (Crustacea) und Weichtieren (Mollusca) wie Kopffüßern (Cephalopoda). An Kopffüßern stehen insbesondere Tintenfische (Coleoidea) oder Kalmare (Teuthida) auf der Speisekarte. Beutetiere werden an der Wasseroberfläche oder im Oberflächenwasser erbeutet. Aufgrund des Hohen Gewichtes und der mangelnden Manövrierfähigkeit ist dies aus dem Flug heraus meist nicht möglich. Die Nahrungssuche erfolgt in der Regel einzelängerisch.
Fortpflanzung
Antipoden-Wanderalbatrosse erreichen die Geschlechtsreife mit gut 9 bis 10 Jahren. Auch die Abstände zwischen zwei Gelegen ist mit 2 Jahren ausgesprochen lang. Dies liegt insbesondere an der langen Inkubations- und Betreuungszeit des Nachwuchses. Die Fortpflanzungsgebiete liegen fast ausschließlich auf den Antipoden-Inseln, kleine Populationen brüten auch auf den Campbell-Inseln. Antipoden-Wanderalbatrosse leben in einer monogamen Einehe, die in der Regel ein Leben lang hält. Dennoch treffen die Geschlechter nur während der Paarungszeit aufeinander, die meist im Januar oder Februar beginnt. Außerhalb der Paarungszeit leben Antipoden-Wanderalbatrosse einzelgängerisch. Treffen die Geschlechter in den Brutgebieten ein, so folgt zunächst eine ausgiebige Balz, die die Paarbindung aufleben lässt und festigt. Männchen treffen einige Tage vor den Weibchen in den Brutgebieten ein und besetzen zugleich ein kleines Revier innerhalb einer Kolonie. Antipoden-Wanderalbatrosse zeichnen sich durch eine Nistplatztreue aus. In der Regel wird immer der gleiche Nistplatz besetzt. Das Nest entsteht inmitten von grasiger Vegetation in einer flachen Erdmulde. Die Brutgebiete liegen für gewöhnlich oberhalb von unzugänglichen Steilküsten mit entsprechender grasiger Vegetation.
Das Weibchen legt lediglich ein Ei. Je nach Alter des Weibchen wiegt ein Ei durchschnittlich zwischen 250 und 450 Gramm. Die Inkubation wird durch beide Geschlechter gewährleistet und erstreckt sich für gewöhnlich über 75 bis 80 Tage. Die erste Zeit brütet jedoch nur das Männchen. Das Weibchen geht währenddessen auf Nahrungssuche. Kommt das Weibchen zurück, wechseln sich die Geschlechter beim Brutgeschäft ab und das Männchen geht auf Nahrungssuche. Das geschlüpfte Küken ist weißlich bedunt und wird in den ersten Tagen von den Eltern gehudert. Die Betreuungszeit durch die Eltern ist mit bis zu 220 bis 240 Tagen extrem lang. Beide Elternteile versorgen den Nachwuchs mit Nahrung. Als Nahrung für den Nachwuchs dient in der ersten Zeit vor allem ein hochgewürgter und vorverdauter Nahrungsbrei, später wird der Nachwuchs mit Fischen und ähnlichem gefüttert. Mit Erreichen der Flugfähigkeit trennt sich die kleine Familie und der Nachwuchs ist auf sich alleine gestellt. Antipoden-Wanderalbatrosse sind ausgesprochen langlebig. Insgesamt erstreckt sich der Brutzyklus über rund 13 Monate. Die Lebenserwartung der Antipoden-Wanderalbatrosse liegt bei mehr als 60 Jahre, in Gefangenschaft sogar bis zu 80 Jahre.
Ökologie, Gefährdung und Schutz
Zu den Hauptgefährdungen zählt heute die Langleinenfischerei (gejagt wird hauptsächlich Thunfisch). Antipoden-Wanderalbatrosse greifen nach den Ködern und verfangen sich in den Köderhaken. Aber auch die allgemeine Wasserverschmutzung, beispielsweise durch Verklappung von Altöl, stellt eine große Gefahr dar. Ein qualvoller Tod ist die Regel. An Land kommen viele adulte Vögel durch Zusammenstöße mit Überlandleitungen oder Strom- oder Telegrafenmasten ums Leben. Verwilderte Haustiere wie Schweine und
Hauskatzen (Felis catus) haben es in den Brutkolonien vor allem auf Küken und Eier abgesehen. In der Roten Liste der IUCN wird der Antipoden-Wanderalbatros mittlerweile als gefährdet (VU, Vulnerable) geführt.
Anhang
Siehe auch
- Hauptartikel: die Klasse der
Vögel (Aves)
- Die Familie der
Albatrosse (Diomedeidae)
Literatur und Quellen
- Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
- Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
- Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
- Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

