Aphonopelma chalcodes

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Aphonopelma chalcodes

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Theraphosinae
Gattung: Aphonopelma
Art: Aphonopelma chalcodes
Wissenschaftlicher Name
Aphonopelma chalcodes
(Chamberlin, 1940)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:001710]

Die Art Aphonopelma chalcodes zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Aphonopelma. Im Englischen wird die Art arizona blond tarantula oder desert tarantula genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Aphonopelma chalcodes erreicht als Weibchen eine Körperlänge von etwa 8 bis 9 Zentimeter und als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Zentimeter. Die Beine un der Carapax des Weibchens ist einheitlich hellbraun gefärbt, während das Opithosoma von einer dunkelbraunen Tönung und mit längeren hellbraunen Haaren besetzt ist. Das Männchen weist im Gegensatz zum Weibchen schwarze Beine, ein kupferfarbenes Prosoma sowie ein rötliches Opisthosoma auf. Bei beiden Geschlechtern ist der gesamte Körper mit einer Behaarung bedeckt und überwiegend sind die Härchen mit Nervenzellen verbunden und dienen somit als Tasthaare, die auf Berührung und Vibrationen empfindlich reagieren. Hauptsächlich weisen die Beine eine starke Behaarung auf. Die übrigen Härchen werden in Brennhaare, Hörhaare, Geschmackshaare und Hafthaare unterschieden. Im Allgemeinen ist das Männchen kleiner als das Weibchen und ist meist an seinen langen Beinen und an seinem schlankeren Körper gut zu erkennen. Des Weiteren besitzt das Männchen Tibialhaken für die Paarung, die sich an dem unteren vorderen Beinpaar befinden. Die Lebenserwartung der weiblichen Aphonopelma chalcodes kann bei etwa 20 Jahren liegen, während das Männchen nach der letzten Reifehäutung nur noch mehrere Wochen oder Monate lebt. In Gefangenschaft kann das Weibchen sogar ein stolzes Alter von 25 Jahren erreichen.

Lebensweise

Aphonopelma chalcodes ist eine bodenbewohnende Vogelspinne und lebt wie fast alle Vogelspinnen einzelgängerisch und ist eine nachtaktive Spinne, die sich nie weit von ihrer Höhle entfernt, es sei denn, es ist Paarungszeit, die meistens in der Regenzeit im Sommer stattfindet. Im Winter deckt die Spinne die Wohnhöhle mit Erde, Steinen und mit Seide ab und verbringt so in einem relativ inaktiven Zustand die Wintermonate. Während dieser Zeit lebt die Spinne von ihren gespeicherten Fettreserven. Sie zählt zu den sogenannten Bombadierspinnen. Bei Gefahr kann sie ihre Brennhaare, die sich auf dem Opisthosoma (Hinterleib) befinden, einsetzen. Die Brennhaare können ein Jucken und Brennen der Haut und der Atemwege verursachen. Allerdings zieht die Spinne es vor zu flüchten, bevor sie ihre Brennhaare abstößt. Ansonsten ist sie eine zurückhaltende und friedliche Vogelspinne und beißt selten zu. Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Giftbiss selbst ist nicht so gefährlich wie die Infektion durch Bakterien.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Aphonopelma chalcodes befindet sich in Südkalifornien, im Süden von New Mexico, in Arizona sowie in Mexiko. Aphonopelma chalcodes ist eine bodenbewohnende Spinne, die hauptsächlich in der Sonora-Wüste mit dominierendem Saguaro-Pflanzenbewuchs lebt. Sie gräbt bis zu 50 Zentimeter lange Wohnröhren mit runden Eingängen, die einen Durchmesser von etwa 2,5 bis 5,0 Zentimeter aufweisen können. Die Eingänge sind meist mit Seide überzogen. Gelegentlich werden auch verlassene Wohnhöhlen von Nagetieren bezogen. Die Spinne kann harte klimatische Bedingungen gut verkraften. Sie kommt mit sehr wenig Wasser aus und übersteht die extreme Hitze in der Wüste.

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Ernährung

Aphonopelma chalcodes ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Eidechsen (Lacertidae), Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera), Zikaden (Auchenorrhyncha), Schmetterlinge (Lepidoptera) und deren Raupen sowie von Käfern (Coleoptera) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor).

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Aphonopelma chalcodes mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie etwa 300 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

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Update 4. November 2008 <1>


Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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