Aphonopelma hentzi

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Aphonopelma hentzi

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Theraphosinae
Gattung: Aphonopelma
Art: Aphonopelma hentzi
Wissenschaftlicher Name
Aphonopelma hentzi
(Girard, 1852)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:001733]

Die Art Aphonopelma hentzi zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Aphonopelma. Im Englischen wird die Art texas brown tarantula oder auch oklahoma brown tarantula genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Aphonopelma hentzi ist eine mittelgroße gedrungene Vogelspinne, insbesondere das Weibchen wirkt etwas kompakter als das Männchen. Diese Art erreicht eine Körperlänge von etwa 7 Zentimetern. Die adulten Tiere weisen einen gewölbten rotbraunen Carapax auf. Das Opisthosoma ist mit grauen Haaren besetzt und die Beine weisen eine schwarzbraune Färbung auf und sind mit grauen Haaren bedeckt. Die Jungspinnen besitzen einen hellbraunen bis beigefarbenen Carapax und ein kaffebraunes Opisthosoma. Die Beine sind dunkelbraun getönt. Die Tarsalskopula IV ist nicht durch ein Borstenband geteilt. Bei beiden Geschlechtern ist der gesamte Körper mit einer Behaarung bedeckt und überwiegend sind die Härchen mit Nervenzellen verbunden und dienen somit als Tasthaare, die auf Berührung und Vibrationen empfindlich reagieren. Hauptsächlich weisen die Beine eine starke Behaarung auf. Die übrigen Härchen werden in Brennhaare, Hörhaare, Geschmackshaare und Hafthaare unterschieden. Im Allgemeinen ist das Männchen kleiner als das Weibchen und ist meist an seinen langen Beinen und an seinem schlankeren Körper gut zu erkennen. Des Weiteren besitzt das Männchen Tibialhaken unterhalb der vorderen Beinpaare, die er für die Paarung einsetzt. Die Lebenserwartung des Weibchens beträgt etwa 10 bis 12 Jahre, während das Männchen nach der letzten Reifehäutung nur noch ein paar Wochen oder Monate lebt.

Lebensweise

Aphonopelma hentzi ist eine bodenbewohnende Vogelspinne und lebt wie fast alle Vogelspinnen einzelgängerisch und ist eine nachtaktive Spinne, die sich nie weit von ihrer Höhle entfernt, es sei denn, es ist Paarungszeit, die meistens in der Regenzeit im Sommer stattfindet. Im Winter deckt die Spinne die Wohnhöhle mit Erde, Steinen und mit Seide ab und verbringt so in einem relativ inaktiven Zustand die Wintermonate. Während dieser Zeit lebt die Spinne von ihren gespeicherten Fettreserven. Sie zählt zu den sogenannten Bombadierspinnen. Sie ist aber eine sehr ruhige Art und setzt die Reizhaare kaum zur Verteidigung ein. Bei Gefahr kann sie ihre Brennhaare, die sich auf dem Opisthosoma (Hinterleib) befinden, einsetzen. Die Brennhaare können ein Jucken und Brennen der Haut und der Atemwege verursachen. Allerdings zieht die Spinne es vor zu flüchten, bevor sie ihre Brennhaare abstößt. Ansonsten ist sie eine zurückhaltende und friedliche Vogelspinne und beißt selten zu. Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Giftbiss selbst ist nicht so gefährlich wie die Infektion durch Bakterien.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Aphonopelma hentzi befindet sich in den USA in Oklahoma. Sie ist in der Regel eine Bewohnerin arider Gebiete und bevorzugt steinig-sandiges Gelände und gräbt hier tiefe Gangsysteme ins Erdreich. Sie legt ihre Gänge wegen Überschwemmungen meist in Hanglage an. Die Wohnhöhle weist an der Oberfläche nur eine kleine kreisrunde Öffnung auf, die mit Gespinst überdeckt ist. Günstige Lagen lassen auch eine Koloniebildung zu, sonst lebt die Art weit verstreut.

Ernährung

Aphonopelma hentzi ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Eidechsen (Lacertidae), Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera), Zikaden (Auchenorrhyncha), Schmetterlinge (Lepidoptera) und deren Raupen sowie von Käfern (Coleoptera) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor).

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Aphonopelma hentzi mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie etwa 250 bis 300 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

  • Aphonopelma hentzi - (Girard, 1852)
  • Mygale hentzii - Girard, 1852
  • Eurypelma hentzi - Simon, 1891g
  • Dugesiella hentzi - Banks, Newport & Bird, 1932
  • Aphonopelma hentzi - Smith, 1995
  • Aphonopelma hentzi - Schmidt, 1997g, 1998h
  • Aphonopelma hentzi - Peters, 2000a
  • Aphonopelma hentzi - Peters, 2003

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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