Aphonopelma iodius

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Aphonopelma iodius
Männchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Theraphosinae
Gattung: Aphonopelma
Art: Aphonopelma iodius
Wissenschaftlicher Name
Aphonopelma iodius
(Chamberlin & Ivie, 1939)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:001737]

Die Spinnenart Aphonopelma iodius zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Aphonopelma. Im Englischen wird die Art salt lake brown genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Aphonopelma iodius erreicht als Weibchen eine Körperlänge von etwa 10 bis 12 Zentimeter und als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Zentimeter. Bei den Geschlechtern zeigt sich ein deutlicher Dimorphismus. Bei dem Männchen ist die Behaarung des Carapax ein blasses Gelbbraun oder ein Papiertütenbraun. In der Regel mit einem dunklen grünlich-bronzenen Glanz nach der Häutung, besonders ausgeprägt in der Schädelregion. Das Opisthosoma und die Spinnwarzen sind einheitlich mit schwarzen oder rötlichbraunen Härchen bedeckt. Anterolateral zeigen sich dunkle kurze Härchen, jedoch sind sie dünner als die dorsalen Härchen. Das Sternum ist mit dünnen medialen Härchen besetzt. An den Coxae I bis IV zeigen sich retromarginale, promarginale und distale Härchen ähnlich wie in der Sternumregion. Die meisten basomarginalen und medialen Härchen ähneln sich ebenfalls wie in der Sternumregion. Die Härchen auf der prolateralen Oberfläche von Coxa I wirken etwas aufgebläht. Die Härchen an den Beinen sind meist gelbbraun oder papiertütenbraun mit einem dunklen basalen Teil und die distalen Ende sind etwas kürzer und heller gefärbt. Am Metatarsus IV sind die Härchen länger als auf dem Carapax und länger als die Härchen an Femur I. Die Cheliceren weisen dieselbe Färbung auf wie der Carapax, jedoch ist die Färbung in der Regel etwas dunkler. Eines der Merkmale ist das dunkle Dreieck auf dem Carapax rund um den Augenbereich. Die Augen selbst liegen eng aneinander. Nach der Reifehäutung weist das Männchen meist eine dunkelbraune Grundfärbung auf. Des Weiteren besitzt das Männchen Tibialhaken für die Paarung, die sich unter dem vorderen Beinpaar befinden. Dies ist ein Zeichen, dass sich das Männchen endgültig gehäutet hat und somit geschlechtsreif ist. Die meisten männlichen Vogelspinnen sterben innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten nach der letzten Häutung. Das Weibchen ist deutlich variabler gefärbt. Ihre Färbung reicht von hellbraun und gräulich über braun bis hin zu schwarz. Im Allgemeinen wirkt das Weibchen im Vergleich zum Männchen in der Körperform viel kompakter und weist auch kürzere Beine auf als das Männchen.

Lebensweise

Aphonopelma iodius - Männchen
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Aphonopelma iodius - Männchen

Aphonopelma iodius ist eine standorttreue Vogelspinne. Sie zählt zu den terrestrischen und fossorialen Arten, das heißt, sie gräbt eine Wohnhöhle, die einen Durchmesser von gut fünf Zentimeter und eine Tiefe von ungefähr 30 bis 60 Zentimeter betragen kann. Vor allem das Weibchen bleibt bei ausreichender Nahrung meist an einem Fleck. Die Spinne lebt in einer Wohnhöhle, die meist in Hanglage errichtet wird. Die Orientierung erfolgt fast ausschließlich über die zahlreichen Sinnes- oder Tasthaare. Selbst kleine Beutetiere, die in der Nähe einer Wohnhöhle umherschleichen, können problemlos wahrgenommen werden. Ist ein Beutetier erspäht, so wird es in hoher Geschwindigkeit überwältigt und mit einem Giftbiss außer Gefecht gesetzt. Aphonopelma iodius ist eine nachtaktive Vogelspinne und hält sich am Tage in ihrer Wohnhöhle auf. Das Männchen wandert nach der Reifehäutung auf der Suche nach einer potentiellen Partnerin umher, somit ist das Männchen daher als weit weniger sesshaft. In der Gefangenschaft kann diese Art eine Lebenserwartung von etwa 15 Jahren erreichen.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet dieser Art befindet sich in Kalifornien, Nevada und Utah und ist eine häufige Art im südwestlichen Wüstengebiet der USA. Sie ist häufig in der Mojave-Wüste in der Nähe von Los Angeles (Kalifornien) sowie in der Nähe von Las Vegas (Nevada) und Salt Lake City (Utah) anzutreffen. Diese Art kann aber auch in anderen Gebieten von Kalifornien, Nevada und Utah und möglicherweise auch in Arizona vorkommen. So findet man die Vogelspinne auch in Höhen von etwa 1.670 Metern. Aphonopelma iodius bevorzugt flaches etwas abfallendes Gelände unter sandigen Böden verschiedener Partikelgröße.

Ernährung

Aphonopelma iodius ernährt sich hauptsächlich von Insekten (Insecta) wie beispielsweise Schaben (Blattodea), Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera). Kleinere Wirbeltiere wie Eidechsen (Lacertidae) und junge Schlangen (Serpentes) stehen ebenfalls auf dem Speiseplan. In Gefangenschaft werden auch Wachsmotten (Galleriinae), die Larven der Mehlkäfer (Tenebrio molitor) und diverse Würmer verfüttert. Dabei wird über die Chelizerenklauen ein Gift in das Beutetier injiziert, das die Beute von innen her auflöst. Nach einiger Zeit saugt die Vogelspinne das Beutetier aus. Übrig bleiben lediglich die leere Hülle und die Knochen.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit beginnt im September und dauert bis November. In Abhängigkeit vom Nahrungsangebot erreicht Aphonopelma iodius die Geschlechtsreife nach drei bis vier Jahren. Das Männchen erreicht die Geschlechtsreife nach der letzten Häutung, man spricht hier von Reifehäutung. Das Männchen baut in der Paarungszeit ein spezielles Netz (Spermanetz), in das es aus seiner Geschlechtsöffnung, am Hinterleib, einen Spermatropfen absetzt. Diesen nimmt es dann mit dem Begattungsorgan, das im Bereich der Pedipalpen liegt, auf. Erst jetzt geht das Männchen auf die Suche nach einer Partnerin. Das Weibchen häutet sich übrigens lebenslang viermal im Jahr, jedoch in späteren Lebensjahren nur noch alle 2 Jahre einmal. Das Männchen häutet sich nach der Reifehäutung nicht mehr. Ist ein Weibchen gefunden, so versucht das Männchen das Weibchen durch charakteristisches Trommeln vor die Wohnhöhle zu locken. Wird das Trommeln erwidert, so ist das Weibchen paarungsbereit und verlässt die Höhle. Das Männchen stemmt das Weibchen mit den Tibialhaken, die sich am unteren vorderen Beinpaar befinden, so weit in die Höhe, so dass es mit den Paarungsfortsätzen, den Bulben an den Pedipalpen, an die Geschlechtsöffnung am Hinterleib des Weibchens gelangt. Dort führt es den stachelähnlichen Fortsatz in die Geschlechtsöffnung ein und gibt das Sperma frei.

Nach erfolgreicher Paarung bildet das Weibchen einen Eikokon aus Spinnseide. Der Durchmesser des Eikokon kann vier Zentimeter im Durchmesser erreichen. Darin legt das Weichen einige Wochen nach der Begattung 100 bis 400 Eier ab. Nach weiteren 10 bis 12 Wochen schlüpfen die Spiderlinge. Kurz nach dem Schlupf verlassen sie die Wohnhöhle der Mutter. Nach dem Schlupf haben die Jungspinnen eine Größe von zwei bis drei Millimeter. Die Spiderlinge sind nun auf sich allein gestellt. In der ersten Zeit sind die Spiderlinge sehr verletzbar und werden meist von verschiedenen Prädatoren gefressen. Im ersten Lebensjahr wachsen die Spiderlinge sehr schnell heran. Ab dem zweiten Lebensjahr verlangsamt sich ihr Wachstum. Sie ernähren sich überwiegend von Kleinstinsekten. Das Männchen, das nach etwa 6 Jahren adult wird, hat nach der Reifehäutung nur noch eine geringe Lebenserwartung von mehreren Wochen oder Monaten.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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