Araneus bicentenarius

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Araneus bicentenarius

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)
Gattung: Echte Kreuzspinnen (Araneus)
Art: Araneus bicentenarius
Wissenschaftlicher Name
Araneus bicentenarius
(McCook, 1888)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:014742]

Die Spinnenart Araneus bicentenarius gehört innerhalb der Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae) zur Gattung der Echten Kreuzspinnen (Araneus). Im Englischen wird die Spinne Giant lichen orbweaver genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Araneus bicentenarius erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 7 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 13 bis 28 Millimeter. Nicht viele Spinnentiere (Arachnida) weisen eine grünliche Färbung auf, aber diese ist eine Ausnahme. Da sich die Spinne manchmal im Gras oder in Flechten versteckt, ist sie aufgrund der Färbung kaum auszumachen. Auf dem vorderen dorsalen Abdomen befinden sich auffällige Verwachsungen. Ein weiteres wichtiges Merkmal dieser Art ist die Architektur der Thoraxgrube. Bei den Arten aus der Gattung Neoscona und aus vielen anderen Gattungen wird das Prosoma und das Opisthosoma durch eine Längs-Nut getrennt. Bei den Arten aus der Gattung der Echten Kreuzspinnen (Araneus) ist diese Längs-Nut nicht vorhanden; sie wird durch eine Furche ersetzt. In der Mitte des ventralen Abdomens zeigt sich eine gelbliche Markierung, die wie ein "T" aussieht, flankiert von weißlichen Klecksen. Diese gelbliche Markierung weist aber keine Ähnlichkeit mit den Markierungen der Arten aus der Gattung Neoscona auf. Die Arten der letztgenannten besitzen eine zentrale dunkle Marke, die von einer blassgelben oder weißlichen Markierung umgeben ist, während die zentrale Marke bei Araneus bicentenarius blassgelb erscheint. Der obere Rand des gelblichen "T" befindet sich nur an der hinteren Geschlechtsöffnung und eine halbrunde dunkle Struktur liegt knapp über dem "T". Diese auffällige Markierung unterstützt das Männchen bei der visuellen Ortung der Geschlechtsöffnung des Weibchens, so dass die Pedipalpen problemlos eingeführt werden können und das Männchen sein Sperma abgeben kann, woraufhin eine sichere Entfernung des Männchens gewährleistet ist, ohne dass das Männchen vom Weibchen anschließend verspeist wird. Diese Art weist drei Paar Spinndüsen auf. Die beiden vorderen Spinndüsen sind gut sichtbar und die zwei hinteren Spinndüsen ragen über die vorderen hinaus. Ein medianes Paar Spinndüsen ist relativ klein und ist zwischen dem vorderen und hinteren Paar positioniert. Die Muskulatur verbunden mit den Spinnwarzen ermöglicht der Spinne eine erhebliche Lagegenauigkeit beim Weben des Netzes. Wie nicht anders zu erwarten, wird das Netz mit einer erstaunlichen Komplexität und unglaublicher Flexibilität gewebt.

Araneus bicentenarius
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Araneus bicentenarius

Lebensweise

Araneus bicentenarius legt ihr Netz fast immer an einem langen Brückenfaden an, der zwischen zwei Bäumen oder Sträuchern ausgespannt ist und durchaus 5 Meter lang sein kann. Oft führt der Brückenfaden auch von oben aus einem Baum schräg zu einer niedrigen Pflanze hinab. Das eigentliche Radnetz hat meist einen Durchmesser von etwa 50 Zentimeter. Der Fangfadenabstand nimmt von außen nach innen deutlich ab. Bei den äußeren Umgängen beträgt der Fangfadenabstand etwa 10 bis 12 Millimeter, bei den innersten dagegen teilweise unter 2 Millimeter. Die nachtaktive Spinne sitzt tagsüber fast immer an einem Ende des Brückenfadens. Man findet sie daher verhältnismäßig leicht, wenn man bei einem an auffällig langen Fäden aufgehängten Radnetz den Brückenfaden bis an seine beiden Enden verfolgt.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Araneus bicentenarius befindet sich in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Kanada und wurde zum ersten Mal von (Henry Christopher McCook, 1888) beschrieben. Araneus bicentenarius hält sich in Schluchten an Fichten und an Kiefern auf, die mit Flechten bewachsen sind und so eine gute Versteckmöglichkeit der Spinne bieten. Gelegentlich versteckt sich die Spinne auch im Gras, das am Waldrand wächst.

Ernährung

Araneus bicentenarius ernährt sich von Insekten (Insecta), meist von Geflügelten Insekten (Pterygota), die sie mit ihrem Netz erbeutet. In der Regel ist die Spinne in der Nacht aktiv. Hat sich ein Insekten (Insecta) im Netz verfangen, so spinnt sie das Opfer mit ihrer Seide ein. Dann wird der Beute durch einen Biss ein Verdauungsenzym injiziert und kurz darauf ausgesaugt. Ihr Netz baut Araneus bicentenarius gewöhnlich jeden Tag neu. Bei hohen Niederschlägen treten vermehrt Geflügelten Insekten (Pterygota) wie Grillen (Gryllidae), Langfühlerschrecken (Ensifera), Kurzfühlerschrecken (Caelifera) sowie Libellen (Odonata) auf. Dies Phänomen beginnt im Sommer und zieht sich bis in den frühen Herbst hinein. Bei solch einer Fülle von Geflügelten Insekten (Pterygota) erreichen die Populationen, die in diesem Gebiet vorkommen, eine recht beachtliche Körperlänge.

Fortpflanzung

Araneus bicentenarius erreicht die Geschlechtsreife im zweiten Lebensjahr. Das Männchen baut nach Erreichen der Geschlechtsreife kein eigenes Netz mehr. Das Männchen webt ein letztes Netz, um auf diesem Netz Sperma zu lagern. Das Sperma nimmt das Männchen dann mit den Begattungshifsorganen auf, um es später einem Weibchen zu überreichen. Diese Begattungshilfsorgane liegen an den Pedipalpen. Nun geht das Männchen auf die Suche nach einem Weibchen. Hat das Männchen ein Weibchen in einem Netz gefunden, so zupft das Männchen am Netz, um die Paarungsbereitschaft zu prüfen. Ist das Weibchen paarungsbereit, so nähern sich beide Partner langsam. Wenn das Weibchen dem Partner sein Geschlechtsteil darbietet, springt das Männchen auf ihren Bauch und übergibt die Samenpakete. Die Kopulation dauert nur wenige Sekunden. Danach entfernt sich das Männchen rasch vom Netz, da es sonst Gefahr läuft, als nächste Mahlzeit zu enden. Einige Wochen nach der Paarung erfolgt die Eiablage in einem kleinen Kokon, der aus Spinnfäden besteht. Die Eier überwintern in diesem Kokon. Im Frühjahr schlüpfen die Jungspinnen. Die Jungspinnen ernähren sich ebenfalls räuberisch, allerdings besteht ihre Nahrung aus Kleinstinsekten.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Mai 2008 <1>

  • Araneus bicentenarius - (McCook, 1888)
  • Epeira bicentennaria - McCook, 1888
  • Epeira gigas - Leach, 1815
  • Araneus kisatchia - Archer, 1951
  • Araneus bicentenaria - Archer, 1951
  • Araneus bicentenarius - Levi, 1971
  • Araneus bicentenarius - Paquin & Dupérré, 2003
  • Araneus bicentenarius - Dondale et al.,2003

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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