Arizona Kröte

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Arizona Kröte

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Nacktlurche (Lissamphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Kröten (Bufonidae)
Gattung: Anaxyrus
Art: Arizona Kröte
Wissenschaftlicher Name
Anaxyrus microscaphus
(Cope, 1867)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Arizona Kröte (Anaxyrus microscaphus), auch unter dem Synonym Bufo microscaphus bekannt, zählt innerhalb der Familie der Kröten (Bufonidae) zur Gattung Anaxyrus. Im Englischen wird die Arizona Kröte arizona toad genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Arizona Kröte ist eine kleine bis mittelgroße Kröte und weist eine trockene, warzige Haut auf. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 5,0 bis 8,4 Zentimeter. In der Regel ist das Weibchen größer als das Männchen. Es zeigen sich nur schwach ausgebildete oder gar keine Knochenzapfen. Der Rücken ist mit kleinen, gleichmäßig großen Warzen bedeckt. Die Parotoid-Drüsen sind länglich, oval, stehen weit auseinander und sind etwa doppelt so lang wie breit. Der sakrale Buckel und die vordere Hälfte der Parotoid-Drüsen sowie die Augenlider sind meist blass gefärbt. Des Weiteren erkennt man in der Mitte des Rückens einen schwach hell gefärbten Streifen, manchmal ist dieser Streifen überhaupt nicht vorhanden. Der Bauch weist eine weißliche bis cremige Färbung auf. Der Hals des Männchens ist kaum oder gar nicht dunkel gefärbt. Die blass aussehende Schallblase weist, wenn sie aufgeblasen ist, eine rundliche Form auf. Ferner entwickeln die Männchen während der Paarungs- und Laichzeit Brunstschwielen, auch Paarungsschwielen genannt. Der Ruf ist ein Triller und dauert etwa 8 bis 10 Sekunden. Die Jungkröten ähneln im Aussehen den Erwachsenen, jedoch weist die Haut mehr prominente ventrale Flecken auf. Des Weiteren ist die Unterseite der Füße von einer gelben Tönung.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN ist die Arizona Kröte kontinuierlich entlang des Virgin River und seinen Nebenflüssen im Südwesten Utahs, Clover Creek, Meadow Valley und eventuell auch am unteren Muddy River im südlichen Nevada, USA (Blair 1955; Price und Sullivan 1988; Schwaner und Sullivan, in press) und verstreut in Arizona und im Westen von New Mexico (Sullivan 1993). Bekannte Populationen der Arizona Kröte halten sich in Höhen von 365 bis 1.770 Meter über dem Meeresspiegel (Blair 1955) auf. Die Arizona Kröte bewohnt die bergigen Bachläufe der Eichen- und Kiefern-Regionen in Arizona und New Mexico, obwohl sie auch zunehmend auf bewässerten Anbauflächen anzutreffen ist (Price und Sullivan 1988). In Utah ist die Arizona Kröte vor allem entlang von Bächen, die mit Weiden und Pappeln umsäumt sind, zu finden. Aber in jüngerer Zeit kommt sie auch in den Bereichen von Enterprise-Reservoir und Gunlock Reservoir (Blair 1955) sowie in den Bereichen von Quail Creek Reservoir (Sullivan 1995) vor. Die Arizona Kröte legt die Eier unter Kies, Laub und Reisig oder auf Schlamm, Sand, auf dem Boden fließender oder ruhigen flachen Gewässern oder in flachen Teichen (Dahl et al. 2000) ab.

Junge Arizona Kröte
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Junge Arizona Kröte

Die Laichzeit korreliert nicht mit den Niederschlägen (Blair 1955). In niedrigen Höhenlagen hört man die Rufe der Männchen bereits schon im Februar und in höheren Lagen von März bis April (Schwaner und Sullivan, in press). Einzelne Männchen rufen nicht zur gleichen Zeit. Manchmal sitzen die Männchen entlang an den Ufern der Bäche und Seen (Blair 1955) aufgereiht und manchmal kommt es zu dichten Ansammlungen der Männchen. Viele terrestrische Satelliten-Männchen (Schwaner und Sullivan, in press) hört man in dieser Zeit ebenfalls rufen. Die Paarungs- und Laichzeit erfolgt innerhalb von zwei Wochen (Schwaner et al. 1997), obwohl die Männchen noch bis zum Juni oder Juli (Schwaner, unveröffentlicht) zu hören sind. Wie bei allen Kröten, so wird die Paarung auch bei der Arizona Kröte im Wasser vollzogen. Hat ein Männchen ein Weibchen erobert, so klettert das Männchen auf den Rücken des Weibchens und klammert sich mit seinen Vorderbeinen am Körper des Weibchens fest. Der Strang kann 3.000 bis 4.000 Eier enthalten (Blair 1955). Sofern periodische Überschwemmungen eintreten, überleben die meisten Kaulquappen (Schwaner, unveröffentlicht). Dezimierung durch Säugetiere, Vögel und Schlangen scheinen den Bestand Jugendlicher und Erwachsener zu reduzieren (Schwaner, unveröffentlicht).

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN ist die Arizona Kröte nur in den Vereinigten Staaten von Amerika anzutreffen. Die Arizona Kröte hält sich in folgenden Lebensräumen auf: Gemäßigte Wälder, Feuchtgebiete (Inland) wie permanente Flüsse, Bäche, schmale Buchten, einschließlich Wasserfälle, saisonal bedingte irreguläre Flüsse, Bäche, schmale Buchten, Moore, Sümpfe, Torf-Moor-Landschaften, permanente Süßwassersümpfe und Pools unter 8 Hektar, saisonal bedingte intermittierende Süßwassersümpfe und Pools unter 8 Hektar, Süßwasserquellen und Oasen, aquatische Teiche unter 8 Hektar, aquatische Gräben, aquatische bewässerte Flächen einschließlich Bewässerungskanäle und saisonal bedingte überflutete Ackerflächen.

Ernährung

Arizona Kröte
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Arizona Kröte

Die Arizona Kröte wartet auf ihre Beute an der Erdoberfläche oder in flachen Höhlen, die von anderen Tieren gegraben oder von ihr selbst gegraben wurden. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Bienen, Käfern, Ameisen und Spinnen. Des Weiteren ernährt sich die Arizona Kröte auch von Flusskrebsen, Asseln, Heuschrecken, Köcherfliegen, Schmetterlingen und von Zweiflüglern.

Fortpflanzung

Laut der Roten Liste der IUCN korreliert die Laichzeit nicht mit den Niederschlägen (Blair 1955). In niedrigen Höhenlagen hört man die Rufe der Männchen bereits schon im Februar und in höheren Lagen von März bis April (Schwaner und Sullivan, in press). Einzelne Männchen rufen nicht zur gleichen Zeit. Manchmal sitzen die Männchen entlang an den Ufern der Bäche und Seen (Blair 1955) aufgereiht und manchmal kommt es zu dichten Ansammlungen der Männchen. Viele terrestrische Satelliten-Männchen (Schwaner und Sullivan, in press) hört man in dieser Zeit ebenfalls rufen. Die Paarungs- und Laichzeit erfolgt innerhalb von zwei Wochen (Schwaner et al. 1997), obwohl die Männchen noch bis zum Juni oder Juli (Schwaner, unveröffentlicht) zu hören sind. Wie bei allen Kröten, so wird die Paarung auch bei der Arizona Kröte im Wasser vollzogen. Hat ein Männchen ein Weibchen erobert, so klettert das Männchen auf den Rücken des Weibchens und klammert sich mit seinen Vorderbeinen am Körper des Weibchens fest. Nach wenigen Tagen kommt es im Wasser zur Eiablage. Das Weibchen stößt Stränge von Eiern durch Muskelkontraktion aus. Das Männchen bemerkt diese Muskelkontraktion und gibt gleichzeitig sein Sperma ab, um die Eier zu befruchten. Die Anzahl der Eier variiert stark mit dem Alter des Weibchens. So ein Strang kann 3.000 bis 4.000 Eier enthalten. Die Arizona Kröte legt die Stränge unter Kies, Laub und Reisig oder auf Schlamm, Sand, auf dem Boden fließender oder ruhigen flachen Gewässern oder in flachen Teichen (Dahl et al. 2000) ab. Nach rund zehn bis vierzehn Tagen der Embryonalentwicklung schlüpfen die Kaulquappen. Die Kaulquappen leben gesellig und schwimmen meist in größeren Schwärmen umher. Dabei halten sie sich wegen der Wärme meist in den oberen Wasserschichten auf. Sie ernähren sich hauptsächlich von Kleinstlebewesen, Algen und totem organischem Material. Sie verschmähen dabei selbst Aas nicht. Auch gestorbene Artgenossen bleiben nicht verschont. Die Metamorphose zur Jungkröte ist nach rund 70 bis 90 Tagen abgeschlossen. Zu diesen Zeitpunkt begeben sich die jungen Arizona Kröten dann an Land und geben ihr amphibisches Leben auf.

Gefährdung und Schutz

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Arizona Kröte

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Arizona Kröte heute noch nicht zu den bedrohten Froscharten. Sie ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Arizona Kröte selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt.

In Utah und Nevada kommt die Arizona Kröte lokal sehr häufig in einem kleinen Bereich (Schwaner und Sullivan, in press) vor. Schwaner et al. (1997) schätzten die Populationsgrö0e auf etwa 1.000 Kröten entlang der Beobachungspunkte in der Beaver Dam Wash Region im Naturschutzgebiet Lytle. Eine kürzlich durchgeführte Erhebung wurde in Arizona durchgeführt. Gefährdet ist die Art durch den Bau von Stauanlagen (Sullivan 1993). Malmos et al. (2001) berichteten, dass es gelegentlich auch zu einer Hybridisierung zwischen den Männchen (Anaxyrus microscaphus) und den Weibchen (Bufo woodhousii) kommt. Schwaner (2003) berichtete ebenfalls über einen Hybrid-Schwarm auf einem Golfplatz in der Grenzzone zwischen Beaver Dam Wash und Virgin River. Ebenfalls kam es 60 Meilen stromaufwärts zu einer genetischen Einkreuzung der Bufo woodhousii mit der vermeintlich reinen Art Anaxyrus microscaphus. Eine zeitliche Trennung der beiden Arten zu unterschiedlichen Paarungs- und Laichzeiten war nicht (Sullivan 1995) erkennbar.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Kurt Brauer, Annette Bromma: Kröten. Urania, Freiburg (1991). ISBN 3332003798

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