Arizonaspecht

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Arizonaspecht

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Spechtvögel (Piciformes)
Familie: Spechte (Picidae)
Unterfamilie: Echte Spechte (Picinae)
Gattung: Picoides
Art: Arizonaspecht
Wissenschaftlicher Name
Picoides arizonae
(Hargitt, 1886)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Arizonaspecht (Picoides arizonae) zählt innerhalb der Familie der Spechte (Picidae) zur Gattung Picoides. Im Englischen wird der Arizonaspecht Arizona Woodpecker genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Arizonaspecht erreicht eine Körperlänge von etwa 18 bis 20 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 90 Gramm. Das Männchen weist ein solides braun gefärbtes Gefieder auf. Die Unterseite ist weiß getönt, jedoch stark getupft und mit zunehmendem Alter verändert sich die weiße Färbung in eine braune Färbung. Die Stirn und die Krone weisen ebenfalls eine braune Färbung auf. Das Gesicht ist eher weiß gefärbt und auf der Wange zeigt sich ein großer brauner Fleck. Des Weiteren erkennt man über dem Auge eine weiße Linie, die sich vom Schnabelansatz quer über dem Auge bis zum roten Hinterhauptfleck zieht. Am Hals zeigt ein großer weißer Fleck. Markantes Merkmal bei dem Arizonaspecht ist der rote Hinterhauptfleck. Beim Männchen erscheint der Hinterhauptfleck etwas größer als beim Weibchen. Zwischen beiden Geschlechtern besteht kein nennenswerter Dimosphismus. Das Weibchen ist ähnlich gefärbt wie das Männchen. Die juvenilen Vögel weisen eine ähnliche Gefiederfärbung wie die Altvögel auf, jedoch zeigen die Jugendlichen im Gegensatz zu den Altvögeln eine rot gefärbte Krone. Die Rufe des Arizonaspechtes können sehr verschieden sein. Der normale Ruf ist das ganze Jahr unter einer Vielzahl von Umständen zu hören, zum Beispiel wenn das Territorium verteidigt werden muß oder wenn Gefahr von Eindringlingen droht. Dann gibt es den knarrenden oder rasselnden Ruf. Dieser Ruf hört sich ziemlich laut und lang an und wird bei Störungen eingesetzt. Der Kweek-Ruf ist ebenfalls sehr laut und erklingt in Serie oder in einzelnen Noten. Meist ist dieser Ruf die weibliche Antwort auf das Trommeln vom Männchen. Der Tuk-Tuk-Tuk-Ruf wird geäußert, wenn die Altvögel den Jungen Nahrung bringen. Der Arizonaspecht vollführt wie alle Specht-Arten einen wellenförmigen Flug.

Lebensweise

Arizonaspechte legen ein ausgesprochen territoriales Verhalten an den Tag. Neben diversen Drohgebärden wie das Aufstellen der Schopffedern, wildes Schlagen mit den Flügeln und Trommeln mit dem Schnabel auf Holz kommen auch eine Reihe von Lauten bei Bedrohung zum Tragen. Wie alle Spechte, so gilt auch der Arizonaspecht als herausragender Baumeister von Baumhöhlen. Mit dem ausgesprochen kräftigen Schnabel hämmern Arizonaspechte unermüdlich gegen Holz und lassen so nach und nach eine Baumhöhle entstehen. Am Bau einer Nisthöhle sind im Wesentlichen beide Geschlechter beteiligt, jedoch kommt dem Männchen die Hauptaufgabe zu. Beim Hämmern gegen Holz kommt es nicht zu Verletzungen des Gehirns, da zwischen dem Schnabelansatz und den Schädelknochen eine weiche Schicht sitzt, die die Schläge deutlich abdämpft. Diese Eigenschaft trifft auf alle Specht-Arten zu.

Unterarten

Verbreitung

Zu den Verbreitungsgebieten des Arizonaspechtes zählen unter anderem Nordamerika (USA und Kanada). Mountain, Arizona, New Mexico, Mittelamerika: Mexiko, Nordwestliches Mexiko, Sonora, Chihuahua, Sinaloa, Durango, Zacatecas, Nayarit, Jalisco, Guanajuato, Michoacán. Laut der Roten Liste der IUCN lebt der Arizonaspecht in subtropischen und tropischen regenarmen Wäldern.

Ernährung

Arizonaspecht
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Arizonaspecht

Arizonaspechte ernähren sich von Insekten (Insecta) und deren Larven, insbesondere von Raupen und Käferlarven, Ameisen (Formicoidea). Aber auch Spinnentiere (Arachnida) sowie von Würmern und anderen wirbellosen Tieren stehen auf der Speisekarte. Selbst kleinere Wirbeltiere (Vertebrata) und Vogeleier werden nicht verschmäht. Im Winter werden hauptsächlich Sämereien, Nüsse und Waldfrüchte gefressen. Die Samen der Gelb-Kiefer (Pinus ponderosa) werden besonders gerne gefressen. Auf Nahrungssuche ist der Arizonaspecht sowohl auf dem Erdboden als auch im Geäst der Bäume anzutreffen. Die meiste Zeit verbringt er bei der Nahrungssuche allerdings in den Bäumen, insbesondere an den Stämmen. Hartschalige Nüsse werden zwischen Astgabeln, den sogenannten Spechtschmieden, geklemmt und mit dem kräftigen Schnabel aufgehackt. Für den Winter legen Arizonaspechte vor allem in den nördlichen Verbreitungsgebieten Vorratslager an. Diese Vorratslager befinden sich in Baumhöhlen, in tiefen Ritzen der Rinde oder an ähnlich geschützten Plätzen. Bei Nahrungsmangel kommt es im Winter in der Regel zu kleineren Wanderungen.

Fortpflanzung

Geschlechtsreif sind Arizonaspechte im Alter von rund einem Jahr. Nicht selten erfolgt die erste Brut aber erst mit zwei Jahren. Die Paarungszeit der Arizonaspechte beginnt je nach Verbreitungsgebiet meist Ende März bis Mitte Juni. Streng territorial besetzt jedes Pärchen ein eigenes Revier. Die Bruthabitate befinden sich zumeist in montanen Wäldern mit altem Baumbestand in Höhen von 400 bis 500 Metern über NN. Ein Brüten in Gruppen ist bei den Arizonaspechten nicht bekannt. Wie alle Spechte, so ist auch der Arizonaspecht ein Höhlenbrüter. Die Bruthöhle wird in der Regel im Totholz oder in morschen Bäumen gezimmert. Mit dem kräftigen, meißelartigen Schnabel kann der Arizonaspecht problemlos auch Höhlen bis in Tiefen von bis zu 60 Zentimeter meißeln. Gelegentlich übernimmt er aber auch bestehende Höhlen und baut sie nur aus. Die Höhlen werden meist in mittleren Höhen angelegt. Das Zimmern der Höhle dauert rund zwei bis vier Wochen. Hauptsächlich wird die Höhle vom Männchen bearbeitet. Das Weibchen legt zwischen drei und acht, durchschnittlich jedoch nur vier bis fünf weißliche Eier, die über einen Zeitraum von 14 Tagen gewärmt werden. Die Eier werden im Abstand von einem Tag gelegt und weisen eine Größe von 24 mal 18 Millimeter auf. Das Wärmen der Eier beginnt mit Ablage des letztes Eies. Beide Elternteile bebrüten die Eier, wobei das Männchen überwiegend in der Nacht aktiv ist. Bei Gelegeverlust kann es durchaus zu Nachgelegen kommen. Die Nestlingszeit beträgt etwa 26 Tage. Während dieser Zeit werden die Jungvögel von beiden Elternteilen mit Insekten (Insecta), Larven und Spinnentiere (Arachnida) gefüttert.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN weist die Art eine große Reichweite auf, mit einem geschätzten globalen Umfang von etwa 330.000 Quadratkilometer und verfügt über eine große, globale Population, geschätzt werden etwa 50.000 bis 500.000 Individuen (Rich et al., 2003). Der globale Trend der Population ist bisher noch nicht quantifiziert worden, aber die Art ist bis jetzt noch nicht rückgängig und wird deshalb in der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet (least concern) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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