Arowana

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Arowana

Taxonomie
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Zwischenklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Überordnung: Knochenzünglerartige (Osteoglossomorpha)
Ordnung: Knochenzünglerartige (Osteoglossiformes)
Unterordnung: Knochenzüngler (Osteoglossoidei)
Familie: Knochenzüngler (Osteoglossidae)
Unterfamilie: Osteoglossinae
Gattung: Osteoglossum
Art: Arowana
Wissenschaftlicher Name
Osteoglossum bicirrhosum
Cuvier, 1829

Der Arowana (Osteoglossum bicirrhosum), auch Gabelbart genannt, ist ein mehr oder weniger großer Flussfisch aus der Familie der Knochenzüngler (Osteoglossidae) und der Gattung Osteoglossum. Erstmals beschrieben wurde die Art im Jahre 1829 von dem französischen Naturforscher Georges Cuvier, Baron de Cuvier. Im Englischen wird er Silver arowana genannt, der Name Arowana wurde von den Europäern von den südamerikanischen Ureinwohnern übernommen.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Arowana erreicht eine Länge von maximal 120 Zentimeter, zumeist zwischen 60 und 80 Zentimeter. Ein Geschlechtsdimorphismus (Geschlechtsunterschiede) zwischen Männchen und Weibchen liegt bei dieser Art kaum vor, lediglich am größeren Leibesumfang adulter Weibchen und an dem leicht vorgestreckten Unterkiefer adulter Weibchen lassen sich die Geschlechter gelegentlich auseinanderhalten. Der Arowana hat einen langgestreckten und seitlich komprimierten Körper der sich nach hinten zu verjüngt, die Rückenlinie ist sehr flach. Durch den flachen Rücken und das nach oben gerichtete Maul zeichnet sich der Arowana als Oberflächenfisch aus. Die Schuppen des Arowana sind groß, der gesamte Körper ist im Jugendkleid gelblichgrün und bei Alttieren metallisch hellgrün, oft fast schon oder augenscheinlich komplett weiß, wobei jede Schuppe ein Schillern in allen Farben des Spektrums. Die vor der Oberlippe liegenden, gegabelten Barteln dienen als Geruchsorgan, sie können durch ein leichtes anheben des Kopfes über die Wasseroberfläche gebracht werden. Der Arowana besitzt ein Atmungsorgan für Luft, dieses wird in den stilleren Gewässern wie Supf- und Seegebieten nützlich, da dort durch wenig stärkere Strömung geringerer Sauerstoffgehalt im Wasser ist. Beflosst ist der Arowana mit einer langgezogenen, manchmal abgerundeten Rückenflosse, die sich im hinteren Körperdrittel des Rückens bis zur Schwanzflosse zieht. Die Schwanzflosse ist oval, kegelförmig oder manchmal auch leicht rautenförmig, die Analflosse erstreckt sich über die gesamte hintere Hälfte des Bauches bis zur Schwanzflosse. Diese drei Flossen, die Bauch-, Anal- und Schwanzflosse, sind durchsichtig und zeigen weiße, linienartig angeordnete Punkte. Die Brustflossen und die Bauchflossen sind beide langgezogen, weißlich und paarig.

Lebensweise

Der Arowana ist ein am Tage und in der Nacht aktiver, dicht unter der Wasseroberfläche schwimmender Raubfisch. Die Tiere neigen dazu gelegentlich aus dem Wasser zu springen und können dabei durchaus ungefähr einen Meter hoch kommen. Im Aquarium zeigt sich immer wieder die große Schreckhaftigkeit dieser Art, auch in großen Becken mit genügend Rückzugsmöglichkeiten.

Ernährung

Lebensraum Amazonas
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Lebensraum Amazonas

Der Arowana ist ein Fleischfresser, genauer ein Fischfresser. Er frißt so gut wie alle Fische (Actinopterygii), die er überwältigen und runterschlingen kann. Jungfische begnügen sich mit kleinen Fischen wie dem Guppy (Poecilia reticulata) und Insekten (Insecta), die ins Wasser fallen. Jungfische können aber auch gezielt nach Insekten springen, die über der Wasseroberfläche auf einem Ast sitzen. Demzufolge ist es nicht ganz ausgeschlossen, dass große Arowanas auch nach kleinen Vögeln (Aves) springen, denn auch die ausgewachsenen Arowanas springen gelegentlich nach Insekten.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Arowana erstreckt sich vor allem entlang und nördlich des Amazonas, besonders in Brasilien, und in einigen der Nebenflüsse des Amazonas. Außerdem kommt der Arowana neben einigen anderen Flüssen in den Guyana-Ländern im Rupununi, einem Fluss im südlichen Guyana, und im Oyapock, bis dass dieser in den atlantischen Ozean mündet ein Fluss der die Grenze zwischen Französisch Guyana und Brasilien darstellt, vor. Es ist naheliegend, dass er auch in einigen Flüssen in Surinam und eventuell auch in Venezuela und Koumbien sein Vorkommen findet. Der Arowana bewohnt vor allem Fließgewässer mit mäßig starker Strömung, kommt aber auch in Sumpfgebieten und Seen vor, dort liegt der Säuregrad (pH-Wert)im leicht sauren Bereich zwischen 6 und 7 auf einer Skala von 0 bis 14, wobei 7 der Neutralpunkt ist, was darunter ist ist sauer und darüber alkalisch. Die Temperatur in den bewohnten Gewässern liegt zumeist zwischen 22 und 28 Grad Celsius.

Fortpflanzung

Arowana
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Arowana

Der Arowana ist wie sein naher Verwandter, der Schwarze Knochenzüngler (Osteoglossum ferarei) ein Maulbrüter. Das heißt, das Männchen nimmt nach der Paarung die Eier in sein Maul und trägt und bewacht diese und die bald daraus schlüpfenden Jungfische. Beim entlassen der Jungtiere, das heißt, wenn das Männchen die Jungtiere sich selbst überlässt und sie verlässt, messen sie bereits 60 bis 80 Millimeter.

Aquaristik

Oft sieht man diesen Fisch in einer Zoofachhandlung als schönes, grünlichweißes und glänzendes, um die 10 Zentimeter messendes Jungtier mit einigen Artgenossen für geringe Preise angeboten. Fragt man den Händler, ob der Fisch in ein 60-Liters Becken passen würde, bekommt man oft die Antwort: "Na sicher, das passt schon". Aber der Arowana ist ein Fisch, der große Becken beansprucht, zwar passt er sich der Beckengröße ein wenig an, aber dennoch werden sie (zu) oft in zu kleinen Behältern gepflegt. Außerdem sind Arowanas oftmals nur schwer an das verfügbare Futter zu gewöhnen, als Nahrung für die ersten Wochen sollten Insekten wie Heimchen (Acheta domesticus) oder diverse Fliegen gereicht werden, später dann auch Fisch. Es ist unbedingt auf ein abgedecktes Becken zu achten, da die Fische herausspringen könnten. In der Natur vertragen sich die einzelnen Individuen dieser Art bis auf wenige Raufereihen ganz gut, ist ihnen jedoch ein Aquarium zu klein, führt dies oft zu erbittereten Kämpfen. Daher sollte für etwa 5 Arowanas ein Becken von mindestens 300 Zentimetern Kantenlänge zur Verfügung stehen! Einzelhaltung ist auch möglich, dann etwa 180 Zentimeter Kantenlänge. Zur Vergesellschaftung eignen sich Fische wie Antennenwelse der Gattung Ancistrus oder welche wie der Waben-Schilderwels (Glyptoperichtys gibbiceps), der oft seinem wissenschaftlichen Namen zudanke einfach nur als "Gibbiceps" gehandelt wird und auch Segel-Schilderwels genannt wird.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Kjell Fohrmann: Handbuch Aquaristik. Dähne, Ettlingen 2000. ISBN 3-921-68495-1
  • Schaefer, Claus, C. Kasselmann & A. Raschke: Das grosse Aquarien-Handbuch. Weltbild, Augsburg 2006. ISBN 3-828-91742-9
  • Hans J. Mayland: Tropische Aquarienfische, Landbuch Verlag Hannover, ISBN 3-7842-0210-X
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