Asiatischer Laubholzbockkäfer

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Asiatischer Laubholzbockkäfer
Larve

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Polyphaga
Familie: Bockkäfer (Cerambycidae)
Unterfamilie: Lamiinae
Gattung: Anoplophora
Art: Asiatischer Laubholzbockkäfer
Wissenschaftlicher Name
Anoplophora glabripennis
(Motschulsky, 1853)

Der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis), auch unter den Synonymen Anoplophora nobilis und Anthonomus aeneotinctus bekannt, zählt innerhalb der Familie der Bockkäfer (Cerambycidae) zur Gattung Anoplophora. Im Englischen wird der Asiatische Laubholzbockkäfer asian long-horned beetle, starry sky oder sky beetle genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Asiatische Laubholzbockkäfer erreicht eine Körperlänge von etwa 2,5 bis 4,0 Zentimeter (ohne Antennen). Die Antennen bestehen aus 11 Segmenten, die mit weißen Flecken und mit bläulichen Reflexen beringt sind. Sie sind 2,5 mal als der Körper des Männchens und 1,3 mal länger als der Körper des Weibchens. Der vordere Teil der Flügeldecken ist glatt. Der Körper weist eine glänzend schwarze Färbung auf und auf jeder Flügeldecke zeigen sich 20 weiße Flecken. Die Antennen beider Geschlechter sind schwarz und weiß gestreift. Der obere Bereich der Schenkel ist weißlich-blau gefärbt. Die Larve kann eine Körperlänge von etwa 50,0 Millimeter erreichen. Sie ist länglich und zylinderförmig und weist eine blasse Färbung auf. Auf der Unterseite der Larve zeigt sich eine vielfältige Textur. In freier Wildbahn beträgt die Lebensdauer des Männchens etwa 50 Tage und die Lebensdauer des Weibchens etwa 66 Tage.

Lebensweise

Angebohrter Baumstamm
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Angebohrter Baumstamm

Der Asiatische Laubholzbockkäfer benötigt ein und zwei Jahre, um sich komplett vom Ei bis zum adulten Käfer zu entwickeln. Nach der Paarung im Spätsommer, kaut das Weibchen Rillen in die Rinde des Wirtsbaumes und legt ein einzelnes Ei in jede Rille. Dann scheidet das Weibche eine Substanz aus, die sich über das Ei verhärtet und schützt das Ei so vor schädlichen Umwelt-Einflüssen. Nach etwa 11 Tagen schlüpft die Larve und bahnt sich einen Weg, indem sie sich tiefer in den Baum frißt. Die Larve überwintert im Kernholz des Baumes. Dort höhlt die Larve eine Kammer aus und verpuppt sich für 13 bis 24 Tage. Danach verläßt sie den Tunnelbau im Baum als adulter Käfer. Der juvenile Käder ist ein Einzelgänger. Die adulten Käfer sind tagaktiv mit Spitzenzeiten von 8.00 und 12.00 Uhr. An wärmeren und sonnigen Tagen ist die Aktivität höher als an trüben und/oder kalten Tagen. Die adulten Käfer können sich in Höhen von etwa 1.200 Metern aufhalten, aber in der Regel kommen sie in Höhen von etwa 75 Metern vor. Die männlichen Käfer sind oft sehr territorial und tragen ihre Streitigkeiten mit den Antennen oder mit den Beinen aus.

Verbreitung

Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist eine indigene Art aus China und Korea. Zwischen den Jahren 1994 und 1996 wurde der Asiatische Laubholzbockkäfer durch kommerziellen Handel in ganz Europa und in Amerika eingeführt. Heute kommt der Käfer in Alabama, Kalifornien, Florida, Illinois, Indiana, Michigan, New Jersey, New York, North Carolina, Ohio, Pennsylvania, South Carolina, Texas, Washington und und in Wisconsin vor. Der Asiatische Laubholzbockkäfer bewohnt Gebiete mit Hartholz und Laubwäldern. Er lebt terrestrisch in den gesamten gemäßigten Zonen Ostasiens und in Teilen der Vereinigten Staaten von Amerika. wo er auf Laubbäumen zu finden ist.

Ernährung

Die adulten Käfer sind reine Pflanzenfresser und ernähren sich von Blättern, Zweigen und von anderem Pflanzenmaterial. Im natürlichen Lebensraum ernähren sich die juvenilen Käfer von gesunder Rinde, Phloem (Bast) und Xylem (holziges Leitgewebe) von mehr als 24 Laubbaum-Arten, insbesondere Pappelarten. In den Vereinigten Staaten von Amerika ernährt sich der Käfer von Birke, Kastanie, grüner Esche, Ahorn und von einer Vielzahl anderer Bäume.

Fortpflanzung

Asiatischer Laubholzbockkäfer
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Asiatischer Laubholzbockkäfer

Die Paarung findet an den Ästen und Stämmen der Wirtsbäume in der Zeit von 12.00 bis 6.00 Uhr statt. Nach der Kopulation bleibt das Männchen noch beim Weibchen und bewacht das Weibchen, um so eine nochmalige Paarung mit anderen Männchen zu verhindern. Das Weibchen kann sich mit einem einzigen Männchen mehrfach oder sich mit mehreren Männchen paaren. Das Weibchen legt innerhalb von 11 Tagen durchschnittlich 32 Eier, aber jedes Ei wird extra in einer gesonderten Rille des Wirtsbaumes gelegt. In Inkubation der Eier dauert etwa 11 Tage. Im Laufe des Lebens produzieren die Weibchen zwischen 30 und 80 Eier.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Insekten (ohne Schmetterlinge). Erkennen und Bestimmen. 2002 by Mosaik Verlag in der Verlagsgruppe FALKEN/Mosaik, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH, 81673 München / 5 4 3 2 1. ISBN 3-576-11476-9
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
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