Asiatischer Schwarzbär

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Asiatischer Schwarzbär

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Familie: Großbären (Ursidae)
Gattung: Ursus
Art: Asiatischer Schwarzbär
Wissenschaftlicher Name
Ursus thibetanus
Cuvier, 1823

Verbreitungsgebiet
Verbreitungsgebiet

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Der Asiatische Schwarzbär (Ursus thibetanus), der auch Kragenbär genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Großbären (Ursidae) zur Gattung Ursus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Asiatische Schwarzbären erreichen eine Körperlänge von 120 bis 180 cm, eine Schwanzlänge von zehn cm sowie ein Gewicht von 90 bis 150 Kg. Weibchen bleiben deutlich kleiner und leichter als Männchen. Das langhaarige Fell ist grundsätzlich tiefschwarz. Auf Brust und Kehle zeichnet sich eine weißliche V-förmige Zeichnung ab. Daher auch das deutsche Synonym Kragenbär. Der Kopf ist recht massig, die Augen sind klein und die Ohren weisen eine große rundliche Form auf. Der massige Körper wird von kräftigen Beinen getragen, die in breite Tatzen enden. Die Schnauze ist schmal und von länglicher Form.

Als nachtaktive Einzelgänger gehen sie Artgenossen aus dem Weg. Die Geschlechter finden nur während der Paarungszeit für kurze Zeit zueinander. Der Nachwuchs wird allerdings alleine vom Weibchen großgezogen. Während des Tages halten sich Asiatische Schwarzbären in ihren Höhlen auf. Die Tiere halten sich zwar hauptsächlich auf dem Boden auf, sie können dennoch sehr gut klettern. Ihr Hörvermögen sowie der Geruchssinn sind außerordentlich gut entwickelt. Der Sehsinn hingegen nur mittelmäßig. Asiatische Schwarzbären bewohnen Reviere, die eine Größe von zehn bis dreizig km² haben können. In den nördlichen Verbreitungsgebieten halten sie im Winter eine Winterruhe. Dabei senkt sich ihr Herzschlag von 40 bis 70 Schlägen auf acht bis zwölf Schläge in der Minute. Die Körpertemperatur wird um drei bis sieben Grad gesenkt. Zu den natürlichen Hauptfeinden zählt der Tiger, insbesondere der Sibirische Tiger.

Verbreitung

Asiatische Schwarzbären sind in weiten Teil Süd- und Ostasiens verbreitet. Zu ihren Hauptverbreitungsgebieten zählen China, Indien, Pakistan, Afghanistan, Korea, Vietnam, Japan und das östliche Himalaya-Gebiet. Sie leben in tropischen Regenwäldern, aber auch in gemäßigten Laubwäldern.

Nahrung

Sie ernähren sich hauptsächlich pflanzlich. Dazu gehören Nüsse, Beeren, Knollen und Wurzeln sowie Früchte aller Art. Hier und da fressen sie auch Insekten und deren Larven. Auf Nahrungssuche gehen sie in der Dämmerung oder in der Nacht.

Fortpflanzung

Asiatische Schwarzbären erreichen die Geschlechtsreife mit drei bis vier Jahren. Die Paarungszeit kann je nach Verbreitungsgebiet sehr unterschiedlich sein. Nach einhelliger Meinung scheint der Sommer die Hauptaktivität bei der Paarung zu sein. Das Weibchen bringt nach einer Tragezeit von sieben bis acht Monaten in der Regel zwei Jungtiere in ihrer Wohnhöhle zu Welt. Die Jungtiere sind anfangs blind und wiegen zwischen zwei und drei Kg. Nach bereits einer Woche öffnen sie ihre Augen. Die Säugezeit beträgt durchschnittlich drei Monate. Die Jungtiere bleiben für etwa 24 bis 30 Monaten bei der Mutter. In Freiheit können die Bären ein Alter von bis zu 25 Jahren erreichen. In Gefangenschaft durchaus auch bis zu 33 Jahren. Es kommt auch vor, dass Kragenbären ein biblisches Alter erreichen können.

Dies ist im Zoo Berlin der Fall, dieser Kragenbär hat ein Alter von 38 Jahren auf und, was am außergewöhnlichsten an diesem Fall ist, ist, dass er mit einer Hauskatze (Felis silvestris forma catus), die sich immer in der Nähe des Kragenbären aufhält, befreundet ist. Aufgrund seiner Gebrechen wie Arthritis und Grauer Star führt die Katze den Kragenbären täglich zum Futterplatz um dann mit ihm gemeinsam das Futter einzunehmen.

Gefährdung, Ausbeutung, Schutz

In einigen ostasiatischen Ländern wie China, Vietnam und Korea werden Asiatische Schwarzbären unter katastrophalen Bedingungen gehalten, um den Tieren Flüssigkeit über einen Katheter aus ihrer Gallenblase abzuzapfen. Dabei handelt es sich vorrangig um den Bestandteil der Gallenflüssungkeit mit der Bezeichnung Ursodesoxycholsäure, die in der chinesischen "Medizin" eine heilende Wirkung zugeschrieben wird. Das Ursodesoxycholsäure seit längerem auch im Labor synthetisch hergestellt werden kann, ist bis zu den Tierquälern anscheinend noch nicht durchgedrungen. Die Bären werden unter bestialischen Bedingungen in winzigen Käfigen gehalten, in denen sie sich nicht einmal umdrehen können. Ihre Muskeln sind zurückgebildet, ihre Gliedmaßen in der Regel abgestorben.

Alle so gehaltenen Bären weisen Verletzungen am Kopf, an den Pfoten, am Rücken und am Maul auf, weil sie in stereotyper Manier mit dem Kopf gegen die Gitterstäbe stoßen. Auch Selbstverstümmelungen durch Bisse in die eigenen Extremitäten sind keine Seltenheit. Durch das nichtsterile Einsetzen der Katheter auf chirurgischem Weg sterben die Tiere regelmäßig aufgrund von Infektionen. Von den insgesamt in dieser Form gehaltenen 10.000 Bären konnten von Tierschutzorganisationen bisher nur wenige befreit werden. Einge Bären vegetieren bereits seit 20 Jahren in diesem Zustand.

In Freiheit lebende Bären sind durch die fortschreitende Lebensraumzerstörung immer mehr bedroht. Seit 1979 stehen sie aufgrund des Washingtoner Artenschutzabkommen in Anhang I (CITES) unter weltweitem Schutz. Die Organisation des IUCN führt die Art als bedrohte Art (siehe Link unten).

Galerie

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Bären (Ursidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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