Königsdrongo

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Königsdrongo

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Parvordnung: Corvida
Überfamilie: Corvoidea
Familie: Rabenvögel (Corvidae)
Unterfamilie: Drongos (Dicrurinae)
Tribus: Dicrurini
Gattung: Drongos (Dicrurus)
Art: Königsdrongo
Wissenschaftlicher Name
Dicrurus macrocercus
Vieillot, 1817

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Königsdrongo (Dicrurus macrocercus), auch als Asiatischer Trauerkongo oder Königskrähe bekannt, zählt innerhalb der Familie der Rabenvögel (Corvidae) zur Gattung der Drongos (Dicrurus). Die englische Bezeichnung des Königsdrongo lautet Black Drongo, King Crow, King Drongo oder Kingcrow.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Heute werden zwei Gattungen unterschieden: Die Bergdrongos (Chaetorhynchus), die zwölf Schwanzfedern aufweisen und die Drongos (Dicrurus), die nur zehn Schwanzfedern besitzen. Zu dieser Gattung gehört unter anderem auch der Königsdrongo.

Zwischen dem Männchen und dem Weibchen besteht kaum ein nennenswerter Dimorphismus. Der Königsdrongo hat einen kräftigen, seitlich zusammengedrückten und vorn etwas hakenförmigen schwarz gefärbten Schnabel. Die Schnabelborsten sind lang und sehr kräftig ausgebildet. Im Mundwinkel unterhalb des Auges ist ein kleiner weißer Fleck erkennbar, ansonsten weist der Kopf eine tief schwarze Tönung auf. Der Königsdrongo erreicht eine Körperlänge von etwa 26 bis 32 Zentimeter ohne die verlängerten Spitzen der Schwanzfedern, eine Flügelspannweite von 45 bis 56 Zentimeter sowie ein Gewicht von etwa 40 bis 60 Gramm. Die grau gefärbten Extremitäten sind ziemlich kurz geraten, die dunklen Zehen und die Krallen wirken dagegen groß. Die Iris (Regenbogenhaut) der Augen ist für gewöhnlich rötlich gefärbt. Das Gefieder ist insgesamt schwarz, samtartig und glänzend gefärbt. Mehr oder wenig glänzt das Federkleid bei dem Altvogel grünlich, bläulich oder purpurn. Die Stärke dieses Glanzes und seine Verteilung über bestimmte Stellen des Gefieders liefern die besten Artkennzeichen. Die Spitzen der Kehlfedern und Brustfedern sind ebenfalls glänzend. An der Halsseite sind leicht schimmernde lanzettförmige Federn zu erkennen. Der Schwanz ist tief gegabelt und die äußersten Schwanzfedern sind nach außen gebogen. Die Flügel sind lang, zugespitzt und wirkungsvoll geschnitten, dass sie in Verbindung mit dem langen, tief gegabelten Schwanz dem Königsdrongo eine große Wendungsfähigkeit im Fluge sichern. Bei den Jungvögeln sieht man an den Flanken deutlich weißlich gefärbte Federspitzen,
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Königsdrongo
während die Unterseite gänzlich braun getönt ist. Des weiteren ist die Iris der Augen ebenfalls bräunlich gefärbt und der Schwanz erscheint bei den Jungvögeln viel kürzer als bei den Altvögeln. Der Königsdrongo hat einen flinken Flug und vollführt, wenn er ein Beutetier verfolgt, akrobatische und wendige Flugmanöver. Für gewöhnlich hat er einen wellenförmigen Flug. Der Königsdrongo äußert verschiedene Laute und fröhliche, wenn auch etwas metallisch klingende Rufe, in die er manchmal schöne, reine Pfiffe einstreut.

Lebensweise

Der Königsdrongo wird manchmal auch Königskrähe genannt, er hat zwar mit der Krähe nichts zu tun, ähnelt aber der Krähe etwas in der Färbung und ist genauso kampffreudig und furchtlos, bei der Nestverteidigung wie die Krähe. Oft sieht man ein Paar dieser Vögel hinter einer Krähe herjagen, meisterhaft und voller Kraft stoßen sie auf die Krähe und umrunden sie. Bei diesen falkengleichen Stößen lassen sie eine Reihe zorniger Rufe hören, die sehr auffällig sind. Der Königsdrongo bewohnt Ebenen, Savannen, offene Waldlandschaften und Buschdickichte. Er sitzt gerne auf Telegrafendrähten, auf abgestorbenen Bäumen und auf anderen herausragenden Stellen, von dort schaut er nach jedem Insekt, das sich in der Luft oder am Boden rührt. Dabei bewegt er den Schwanz hin und her. Er öffnet und schließt ihn auch scherenartig. Häufig setzt er sich auf den Rücken grasender Rinder und schnappt nach Insekten (Insecta), die vom Vieh aufgescheucht werden. Manchmal verspeist der Köngisdrongo große Insekten (Insecta) nach Art eines Falken. Er hält dabei mit einem Fuß das Insekt auf dem Untergrund fest, zerteilt es dann und verzehrt das Insekt in schluckgerechten Stücken.

Während der Reproduktionssaison vollführt er akrobatische Balzflüge. In dieser Zeit können sich Paare oder können sich auch Trios bilden, die dann gemeinsam Duette vortragen. Die Gesänge können allerdings kreischend und disharmonisch klingen. Dabei bewegen sie ihren Kopf kräftig nach oben und nach unten. Des weiteren führen sie mit flatternder Flugakrobatik auch gegenseitige Luftverfolgungen durch. Die Mehrzahl der Populationen ist und kann außer der Reproduktionssaison wohnhaft nomadisch leben. Jedoch sind die Populationen, die mehr in den nördlichen Regionen vorkommen, sehr wandernd. Der Königsdrongo ist ein geselliger Vogel, der in Gruppen außer der Paarungszeit auf Schlafbäumen die Nacht verbringt. Danach zerstreuen sich die Gruppen im Morgengrauen in ihre Territorien und begeben sich Nahrungssuche. Der Königsdrongo ist sehr territorial, der vehement seine Brutplätze und seine Nahrungsplätze verteidigt. Er greift sogar größere Vögel an, wenn das Nest oder die Jungvögel bedroht werden. Der Königsdrongo verfolgt sogar andere Vögel, um ihnen ihre Beute zu entwenden.

Königsdrongo
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Königsdrongo

Unterarten

Verbreitung

Juveniler Königsdrongo wird vom Altvogel mit einer Zikade gefüttert
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Juveniler Königsdrongo wird vom Altvogel mit einer Zikade gefüttert

Der Königsdrongo lebt in Südasien, im Südwesten des Irans, in Indien und in Sri Lanka, in Richtung Osten bis zum Süden von China und in Indonesien. Er ist insgesamt in allen Lebensstätten anzutreffen, vom offenen Reissumpfland bis zu den Waldsteppen, an Waldrändern und im dichten Wald, in Savannen, sowohl im Tiefland als auch im Gebirge bis zu 2.000 Metern Höhe. Auch in der Nähe von Wohnungen der Bauernhöfe und in der Nähe des Wassers hält sich der Königsdrongo des öfteren auf.

Ernährung

Seine Nahrungsgrundlage bilden Insekten (Insecta) von fast jeder Form und Größe, auch Libellen (Odonata), Schnabelkerfen (Hemiptera), Langfühlerschrecken (Ensifera), Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und sogar Wespen (Vespinae) und große Hornissen (Vespa). Das Schwärmen geflügelter Termiten (Isoptera) und noch mehr ein Steppenbrand, der Insekten (Insecta) aufscheucht, lockt den Königsdrongo aus der näheren Umgebung herbei.
Juveniler Königsdrongo mit Zikade
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Juveniler Königsdrongo mit Zikade
Des weiteren gehören zu seinem Nahrungsspektrum Ameisen (Formicidae), Käfer (Coleoptera), Birkenspanner (Biston betularia) sowie Schmetterlinge (Lepidoptera).

Auch kleine Reptilien (Reptilia) und Fledermäuse (Microchiroptera) werden von ihm ebenfalls verspeist. Eine wichtige Rolle spielt der Königsdrongo bei der Bestäubung der Pflanzen, indem er sich auch vom Blumennektar ernährt. In der Landwirtschaft ist der Königsdrongo ein gern gesehener Vogel, weil er eine große Vielfalt an Schadinsekten vertilgt.

Fortpflanzung

Der Königsdrongo reproduziert sich von Februar bis August. Das Nest ist eine flach gebaute Schaukel, das im Verhältnis zur Größe des Vogels recht klein wirkt. Außen ist das Nest mit Zweigen, Gräsern, Blättern und Fasern konstruiert ist. Das Nestinnere ist mit Spinnweben ausgepolstert. Der Königsdrongo befestigt das Nest in der Gabel eines dünnen Astes bis in fünfzehn Meter Höhe.
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Das Weibchen legt drei oder vier, manchmal nur zwei oder sogar bis fünf geschönte weiße oder cremefarbene Eier ab, die mit braunen bis rostroten Flecken versehen sind. Die Inkubation dauert ungefähr zwei Wochen. Das Nest des Königsdrongo wird oft durch den Kuckuck (Cuculus canorus) parasitiert. Die zwei Partner teilen sich die Pflege der Jungvögel und den Schutz des Nestes. Nach dem Schlupf werden die Küken von dem Männchen und von dem Weibchen reichlich mit Nahrung in Form von Insekten (Insecta) versorgt. Bei den Jungvögeln sieht man an den Flanken deutlich weißlich gefärbte Federspitzen, während die Unterseite gänzlich braun getönt ist. Des weiteren ist die Iris der Augen ebenfalls bräunlich gefärbt und der Schwanz erscheint bei den Jungvögeln viel kürzer als bei den Altvögeln.

Gefährdung und Schutz

Der Königsdrongo gehört heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet der Populationen erstreckt sich annähernd über 1.000.000 bis 10.000.000 Quadratkilometer. Der Königsdrongo ist in weiten Teilen dieses großen Areals meist häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Königsdrongo selten oder nur spärlich vor (Grimmett et al. 1998). In der Roten Liste der IUCN wird der Königsdrongo als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049

Links

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