Atlantischer Lachs

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Atlantischer Lachs

Systematik
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Zwischenklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Überordnung: Vorstachelflosser (Protacanthopterygii)
Ordnung: Lachsartige (Salmoniformes)
Familie: Lachsfische (Salmonidae)
Unterfamilie: Großmaul-Salmoniden (Salmoninae)
Gattung: Lachse und Forellen (Salmo)
Art: Atlantischer Lachs
Wissenschaftlicher Name
Salmo salar
Linnaeus, 1758

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Atlantische Lachs (Salmo salar) zählt innerhalb der Familie der Lachsfische (Salmonidae) zur Gattung der Lachse und Forellen (Salmo). Im Englischen wird der Atlantische Lachs Atlantic Salmon oder Salmon genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF) e.V., Sitz in Offenbach, hat den Atlantischen Lachs zum Fisch des Jahres 2000 gewählt. Er will damit auf die besonderen Aktivitäten zur Wiedereinbürgerung dieser besonders gefährdeten Salmonidenart hinweisen. Die ersten, die sich um die Wiedereinbürgerung des Lachses in Deutschland bemühten, waren die Angler des VDSF. Seit Jahrzehnten setzen sich die Vereine und ihre Mitglieder für die Durchgängigkeit der ihnen anvertrauten Fließgewässer ein. Der Atlantische Lachs wurde schon einmal vom Verband Deutscher Sportfischer (VDSF) e.V. zum Fisch des Jahres 1992 gewählt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Laut fishbase erreicht der Atlantische Lachs eine Gesamtlänge von etwa 150 Zentimeter, wobei das Männchen eine Körperlänge von etwa 120 Zentimeter erreicht und das Weibchen eine Körperlänge von etwa 38,0 Zentimeter erreicht. Das Gewicht beträgt etwa 46,8 Kilogramm. <1>

Laut fishbase erscheint der Körper insgesamt spindelförmig. Die Schnauze erstreckt sich nur auf den hinteren Bereich unterhalb des Auges und weist gut entwickelte spitze Zähne auf. Die vomerinen Zähne sind schwach ausgebildet und die Schuppen erscheinen ziemlich klein. In Salzgewässern weisen die Erwachsenen eine blau-grüne Färbung mit einer silbernen Beschichtung und einigen Flecken auf, unterhalb der Seitenlinie sind keine Flecken sichtbar. In der Laichzeit, wenn die Erwachsenen vom Meer in die Flüsse aufsteigen, verlieren sie die silberne Färbung und weisen dann eine grünliche oder rötlich-braune Färbung mit roten oder orangen Sprenkelungen auf, allerdings nur bei den Männchen. Am Körper zeigen sich wenige schwarze Flecken. Die Fettflosse ist unbefleckt und nicht schwarz umrandet. Die Jugendlichen weisen 8 bis 12 blau-violette Flecken an den Flanken auf, dazwischen befinden sich vereinzelt kleine rote Flecken. Der Atlantische Lachs kann ein Alter von etwa 13 Jahren erreichen. <1>

Flossenformel
Die Flossenformel setzt sich aus dem ersten Buchstaben der lateinischen Flossenbezeichnung, der Anzahl der Hartstrahlen und der Anzahl der ungeteilten und geteilten Weichstrahlen zusammen. Hartstrahlen werden dabei mit römischen, Weichstrahlen mit arabischen Zahlen angegeben.
Laut fishbase weist der Atlantische Lachs insgesamt 3 bis 4 Rückenflossenstacheln, insgesamt 9 bis 15 Rückenflossenweichstrahlen, 3 bis 4 Afterflossenstacheln und 7 bis 11 Afterflossenweichstrahlen und 58 bis 61 Wirbel sowie 19 Schwanzflossenstrahlen auf. <1>

Lebensweise

Atlantischer Lachs
vergrößern
Atlantischer Lachs

Laut fishbase hält sich der Atlantische Lachs im Atlantischen Ozean in gemäßigten und arktischen Zonen in der nördlichen Hemisphäre auf. Des Weiteren ist er in der westlichen Atlantik in den Flussmündungen im Küstenbereich von Nord-Quebec in Kanada und in Connecticut, USA, bis nach Argentinien sowie im östlichen Atlantik in den Flussmündungen der baltischen Staaten und von Portugal verteilt. Ferner sind Binnen-Populationen in Russland, Finnland, Schweden und in Norwegen sowie in Nordamerika vertreten. Der Atlantische Lachs wird im Anhang des Übereinkommens von Bern unter "Geschützte Tiere" gelistet, ausgenommen im Meer. <1>

Der Atlantische Lachs ist eine amphihaline und anadrome Fischart und lebt die meiste Zeit seines Lebens im Süßwasser. Er hält sich in der epipelagischen Zone auf und bevorzugt kühleres Wasser mit starker bis mäßiger Strömung. Die Jugendlichen bleiben für 1 bis 6 Jahre in den Süßgewässern und migrieren dann zum Meer, wo sie dann für 1 bis 6 Jahre verweilen bis sie wieder in die Süßgewässer wandern. Während der Laichzeit halten sie sich auf der kontinentalen Platte westlich von Grönland auf. Die Erwachsenen steigen während der Laichzeit in die Flüsse auf, um zu laichen. Nach dem Laichen kehren sie wieder zum Meer zurück. Einige Individuen sterben nach dem Laichen, aber die meisten bleiben am Leben, um wieder im nächsten Zyklus zu laichen. Vereinzelte Populationen halten sich auch in Binnengewässern auf. <1>

Verbreitung

Atlantischer Lachs
vergrößern
Atlantischer Lachs

Laut der Roten Liste der IUCN hält sich der Atlantische Lach in folgenden Verbreitungsgebieten auf: Belgien, Kanada, Dänemark, Estland, Färöer, Finnland, Frankreich, Deutschland, Grönland, Island, Irland, Italien, Lettland, Litauen, die Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Russische Föderation, Slowakei, Spanien, Schweden, Vereinigtes Königreich und Vereinigte Staaten von Amerika.

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Atlantische Lachs in der Tschechischen Republik und in der Schweiz regional ausgestorben und eingeführt wurde er in Argentinien, Australien, Chile und Neuseeland.

Laut der Roten Liste der IUCN sind seine ursprünglichen Lebensräume das Eismeer, sowie der nordöstliche und nordwestliche Atlantische Ozean, das Mittelmeer und das Schwarze Meer. Eingeführt lebt der Atlantische Lachs im südwestlichen Teil des Atlantischen Ozeans sowie im südwestlichen und südöstlichen Teil des Pazifischen Ozeans.

Der Atlantische Lachs ist ein amphihaliner und anadromer Wanderfisch, der die meiste Zeit seines Lebens im Süßwasser verbringt und nur zur Laichzeit vom Meer in die Flüsse aufsteigt. Zu den Habitaten zählen unter anderem Feuchtgebiete (Inland) wie Flüsse, Bäche, schmale Buchten mit Wasserfällen, Flachmeerbereiche (Schelf), offenes Meer, epipelagische Zonen (0 bis 200 Meter), Spritzwasserzonen im Küstenbereich, Brackgewässer, Salzlagunen und Süßwasserseeen.

Ernährung

Laut fishbase ernähren sich die Jugendlichen hauptsächlich von Wasserinsekten wie zum Beispiel Kriebelmücken (Simuliidae), Steinfliegen (Plecoptera), Köcherfliegen (Trichoptera) und Zuckmücken (Chironomidae). Das Nahrungsspektrum der Erwachsenen ist sehr weit gefächert, sie ernähren sich von Weichtieren (Mollusca), Krebstieren (Crustacea) und von kleinen Fischen (Pisces). Wenn sich die Erwachsenen im Meer aufhalten, dann nehmen sie Weichtiere (Mollusca) wie zum Beispiel Kopffüßer (Cephalopoda) und größere Krebstiere (Crustacea) zu sich wie zum Beispiel Garnelen. Größere Lachse ernähren sich dann nur noch von Fischen (Pisces) wie zum Beispiel Heringe (Clupeidae), Stinte (Osmeridae) wie zum Beispiel die Lodde (Mallotus villosus), kleine Makrelen (Scomber scombrus), Sandaale (Ammodytidae) und kleine Dorsche (Gadidae). Die geschlechtsreifen Tiere, die im Süßwasser sich der reproduktiven Phase nähern, nehmen dann keine Nahrung mehr zu sich. <1>

Fortpflanzung

Die Larve ernährt sich von ihrem Dottersack
vergrößern
Die Larve ernährt sich von ihrem Dottersack

Der Atlantische Lachs erreicht die Geschlechtsreife in Abhängigkeit vom Ernährungszustand nach einem bis vier, spätestens nach sechs Jahren. Die Paarungs- und Laichzeit erstreckt sich vom Frühjahr bis in den Herbst hinein. Mit Erreichen der Geschlechtsreife beginnt für den Atlantischen Lachs die weite Wanderung zu den Laichgründen. Dabei zieht der Atlantische Lachs immer in das Gebiet, in dem er selbst geschlüpft sind. Eine innere Uhr, ein innerer Sinn scheint den Atlantischen Lachs und auch andere Lachsarten dabei zu leiten. Die Laichgründe liegen stromaufwärts in Süßwasserflüssen. In den Laichgründen angekommen, fächern die Weibchen mit ihrer Schwanzflosse in lockerem Kies eine flache Mulde auf. In die Grube laicht das Weibchen ihre Eier ab. Die Eiablage erfolgt entweder in einem Gelege oder auch in mehreren Gelegen. Die abgelegten Eier werden vom Männchen befruchtet, indem das Männchen sein Sperma über die Eier verteilt. Nach dem Laichen kehren sie wieder zum Meer zurück. Einige Individuen sterben nach dem Laichen vor Erschöpfung, aber die meisten bleiben am Leben. Dies ist spätestens drei Wochen nach der Eiablage der Fall. Eine Brutpflege wird daher nicht betrieben. In Abhängigkeit von der Wassertemperatur erfolgt der Schlupf der Larven nach 90 bis 140 Tagen. Die optimale Temperatur für Eier liegt für gewöhnlich zwischen 4 und 16 Grad Celsius. Die Larven leben die ersten Monate im Fluss und schwimmen dann ins offene Meer. Hier verbleiben sie bis zur Geschlechtsreife.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Der Atlantische Lachs wird im Anhang des Übereinkommens von Bern unter "Geschützte Tiere" gelistet, ausgenommen im Meer. Im Jahre 1983 mit Sitz in Edinburgh wurde die Organisation NASCO (North Atlantic Salmon Conservation Organization) gegründet. Diese Organisation ist ein internationales Kollegium, in dem sich Kanada, Dänemark, die EU, Island, Norwegen, die Russische Föderation und die Vereinigten Staaten zusammengeschlossen haben, um sich für die Wiederherstellung der Lebensräume und für die Erhaltung und den Schutz der Lachse einzusetzen und zu fördern. Auch wenn der Atlantische Lachs mittlerweilse selten geworden ist, sieht man die Art noch nicht als bedroht an. Die Gründe für die sinkenden Vorkommen sind hauptsächlich in der Überfischung zu suchen. Weitere Ursachen betreffen wahrscheinlich auch die Laichplätze. Hier ist stellenweise eine besorgniserregende Wasserverschmutzung festzustellen. In der Roten Liste der IUCN wird der Atlantische Lachs als nicht gefährdet (Least Concern) geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • [1] Salmo salar (Linnaeus, 1758)
  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 1. Vierter Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Bent J. Muus: Süßwasserfische Europas. BLV Verlagsgesellschaft mbH. München Wien Zürich, 1990 ISBN 3-405-11867-0
  • Jiri Cihar: Süßwasserfische. Aventinum nakladatelstvi s.r.o., Praha, 1990 ISBN 3-8112-1287-7
  • Fritz Terofal: Süßwasserfische in europäischen Gewässern. Mosaik Verlag GmbH München, 1984 ISBN 01274-0
  • Alwyne Wheeler: Süßwasserfische". Delphin Verlag GmbH, München und Zürich, 1983 ISBN 3-7735-2418-8
  • Peter S. Maitland, Keith Linsell: Süßwasserfische. Alle Arten Europas gezeichnet". Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. Kg, Stuttgart, 2007 ISBN 978-3-440-10962-5

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge