Atractotomus magnicornis

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Atractotomus magnicornis

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schnabelkerfe (Hemiptera)
Unterordnung: Wanzen (Heteroptera)
Teilordnung: Cimicomorpha
Überfamilie: Miroidea
Familie: Weichwanzen (Miridae)
Unterfamilie: Phylinae
Gattung: Atractotomus
Art: Atractotomus magnicornis
Wissenschaftlicher Name
Atractotomus magnicornis
(Fallén, 1807)

Atractotomus magnicornis, auch unter dem Synonym Capsus magnicornis bekannt, zählt innerhalb der Familie der Weichwanzen (Miridae) zur Gattung Atractotomus. Im Englischen wird die Art three small black oder dark red-brown bugs genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Ähnlich den Schmetterlingen (Lepidoptera) und Libellen (Odonata) zeigt sich beim Körper der Wanzen eine mehr oder weniger deutlich sichtbare Dreiteilung. Im vorderen Bereich liegt der Kopf (Caput), daran schließt sich der Brustbereich mit Prothorax, Mesothorax und Metathorax an. Der Hinterleib (Abdomen) teilt sich in mehrere Abdominalsegmente.

Das Männchen erreicht eine Körperlänge von etwa 2,8 bis 3,3 Millimeter und das Weibchen eine Körperlänge von etwa 2,7 bis 3,4 Millimeter. Die Grundfärbung des Körpers ist schwarz. Ferner zeigen sich feine, goldgelbe und weiße Schuppen sowie kurze, fast aufrecht stehende schwarze Haare. Die Tibia ist von einer gelblich-weißen Tönung und ist mit kleinen schwarzen Flecken sowie mit etwas stacheligen schwarzen Haaren versehen. Auf dem Kopf befinden sich die Antennen. Das erste und zweite Gelenk ist schwarze und mit kurzen schwarzen Haaren bekleidet, das letztere wirkt dick und zylindrisch-spindelförmig. Das dritte und vierte Gelenk sind von einer gelblichen Tönung. Das Rostrum weist eine braune Färbung auf und ist mit schwarzen Spitzen versehen. Der Halsschild ist leicht am Kopf abgelenkt. Das Clavus (Teilbereich der Hemielytren (Halbdecken) der Wanzen) ist kastanienbraun, der Innenrand schmal und schwarz gefärbt. Der vordere Rand des Coriums ist dunkelbraun und ist an der Spitze am breitesten. Die Flügeldecken sind kastanienbraun. Der Hinterrand ist sehr schmal und weist eine weißliche Tönung auf. Die Flügelenden (Cuneus) sind von einer dunkelbraunen Färbung. Die Membrane ist schwärzlich und entlang des inneren Randes des Cuneus verschmälert sie sich und ist von einer weißen Tönung. Die Zell-Nerven sind ebenfalls weißlich und die Zellen sind bräunlich gefärbt. Die Oberschenkel weisen eine schwarze Tönung auf. Die Tarsen sind gelblich gefärbt und das dritte Gelenk ist an der Spitze breit. Die Klauen weisen eine schwärzliche Färbung auf.

Lebensweise

Atractotomus magnicornis
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Atractotomus magnicornis

Die Flugzeit von Atractotomus magnicornis ist von Juni bis September und es ist nicht ungewöhnlich, dass man die Art auf der Gemeinen Fichte (Picea abies) findet.

Unterarten

  • Atractotomus magnicornis magnicornis - (Fallén, 1807)
  • Atractotomus magnicornis buenoi - (Knight, 1923)

Verbreitung

Wanzen sind im allgemeinen keine Lebensraumgeneralisten. Sie bewohnen meist Lebensräume mit bestimmten Lebensraumparametern und können in andersartigen Lebensräumen nicht existieren. Ihr Vorhandensein innerhalb eines Ökosystems kann also als Indikator für ein stabiles und funktionierendes System sein.

Atractotomus magnicornis ist von Westeuropa bis zum Ural verbreitet und in Österreich kommt die Art vor allem in den Alpen bis zur Waldgrenze und im Alpenvorland vor. Atractotomus magnicornis lebt an verschiedenen Nadelhölzern, bevorzugt an Pinus und Picea, und wurde um 1920 mit Holzexporten nach Nordamerika verschleppt, wo sie sich an der Ostküste weiter ausgebreitet hat.

Ernährung

Atractotomus magnicornis
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Atractotomus magnicornis

Atractotomus magnicornis lebt an verschiedenen Nadelhölzern, bevorzugt an Pinus und Picea, und wurde um 1920 mit Holzexporten nach Nordamerika verschleppt, wo sie sich an der Ostküste weiter ausgebreitet hat.

Fortpflanzung

Atractotomus magnicornis legt die Eier im August und September ab. Die Eier von Atractotomus magnicornis überwintern. Wie Wanzen im Winter den Frost überstehen, ist abschließend noch nicht erforscht. Es ist aber davon auszugehen, dass im Blut befindliches Glyzerin und Trehalose die Eisbildung verhindern. Besonders erwähnenswert ist, daß die Larven sehr räuberisch leben und überdies sehr gefräßig sind. Über mehrere Häutungsstadien entwickeln sich die Larven allmählich zum Vollinsekt. Ein Puppenstadium gibt es bei den Wanzen nicht, die Entwicklung bezeichnet man daher als unvollständige Metamorphose. Die erwachsenen Wanzen findet man von Juni bis September.

Im Laufe der Ontogenese durchlaufen die Larven der Wanzen in der Regel fünf Entwicklungsstadien. Der Übergang von einem Stadium zum anderen wird von einer Häutung begleitet. Da die Haut der Larven aus Chitin besteht, kann sie nicht mitwachsen. Es erfolgt also in regelmäßigen Abständen eine Häutung. Die Häutung wird dabei durch bestimmte Hormone, insbesondere von Ecdyson, ausgelöst und gesteuert. Mit jeder Häutung gleichen sich die Larven dem Aussehen der Imagines an. Im Laufe der Entwicklung von der Larve bis zum Imago wird bei den Wanzen keine vollständige Metamorphose vollzogen. Ein Puppenstadium fehlt in der Entwicklung vollständig. Am Ende der larvalen Entwicklung steht die Imaginalhäutung, mit der Wanzen auch die Geschlechtsreife erreicht haben. Die zeitlichen Abstände zwischen zwei Entwicklungsstadien hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen sind dies natürlich die klimatischen Lebensbedingungen, zum anderen aber auch das Nahrungsangebot, die Tageslänge und ähnliches.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Insekten (ohne Schmetterlinge). Erkennen und Bestimmen. 2002 by Mosaik Verlag in der Verlagsgruppe FALKEN/Mosaik, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH, 81673 München / 5 4 3 2 1. ISBN 3-576-11476-9
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
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