Plexippus paykulli

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Plexippus paykulli

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Plexippus
Art: Plexippus paykulli
Wissenschaftlicher Name
Plexippus paykulli
(Savigny & Audouin, 1827)

Die Art Plexippus paykulli, auch unter dem Synonym Attus paykullii bekannt, zählt innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Plexippus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Männchen erreicht eine Körperlänge von etwa 7 bis 9 Millimeter und das Weibchen eine Körperlänge von etwa 10 Millimeter. Das Prosoma (PS) des Männchens ist dorsal braun mit enganliegender schwarzer Behaarung. Die Flanken sind sandfarben und sind mit einem schwarzen Rand besetzt, in der unteren Hälfte sind die Flanken dicht weiß behaart. Die Kopfplatte (Cucullus) weist eine dunkelbraune Färbung auf und ist mit schwarzen Augenumrandungen und mit einem weißen ausgebeulten Medianband versehen, das sich über den thorakalen Bereich nach hinten zieht und dort mit dem lateralen weißen Band verschmilzt. Lateral ist ein Okulartrapez erkennbar und um die hintere Augenreihe herum dicht orangebraun beschuppt. Der Clypeus (CL) und die Cheliceren (CH) sind lang abstehend weiß und orangebraun beborstet. Median ist das Gesicht und im Bereich zwischen den vorderen Mittelaugen (VMA) und den vorderen Lateralaugen (VLA) mit weißen Längsstreifen gezeichnet. Die Bereiche unterhalb der Gesichtsaugen sind hell orangebraun behaart. GAB lateral weiß und dorsal sowie ventral orange gefärbt. Die Cheliceren (CH), die Maxillen (MX) und die Labien (LA) weisen eine rostbraune Färbung auf, letztere erscheinen etwas distal heller. Das Sternum (ST) ist hell sandfarben und ist mit einem dunklen geschwungenen Rand sowie mit einer abstehenden weißen Behaarung versehen, die von wenigen dunklen Borsten durchsetzt ist. Die Grundfarbe des Opisthosoma (OS) ist von einer sandfarbenen Tönung und ist dorsal dicht schwarz anliegend behaart und lang abstehend weiß-schwarz beborstet. Median des Opisthosoma (OS) zeigt sich eine weiße Längsbande, die sich im hinteren Drittel T-förmig verbreitert. Der Hinterleib ist lateral weiß behaart und ventral beige mit schwarzer Medianbande versehen, die von einem sandfarbenen Längsband durchsetzt ist und die hellen Spinnwarzen (SP) fast erreicht. Die Beine weisen eine sandfarbene Färbung auf und sind mit einer schwarz-weißen Längszeichnung überwiegend an dem ersten und zweiten Beinpaar (BP I und II) besetzt, deren Metatarsus (MT) und Tibia (TI) lateral von einer rostbraunen Tönung sind. Alle Beine sind abstehend weiß-schwarz behaart und schwarz bestachelt. Die Pedipalpen sind sandfarben, dicht weiß und gelb behaart mit einem verbreiterten Cymbium. <2>

Das Prosoma des Weibchens ist dorsal elfenbeinfarben, überall enganliegend hellbraun behaart und mit wenigen schwarzen Borsten durchsetzt. Die Flankenhaare weisen im unteren Drittel eine weiße Färbung auf. Die Kopfplatte (Cucullus) ist mit schwarzen Augenumrandungen und mit einem hellen Medianband besetzt, das auf Höhe der hinteren Lateralaugen (HLA) keilförmig beginnt und sich posterior bis zum Hinterrand des Vorderkörpers erstreckt. Der Clypeus (CL) ist weiß beborstet. GAB hellorange und weiß getönt. Die Cheliceren (CH) sind von einer hellen orangebraunen Färbung. Die Maxillen (MX) und die Labien (LA) sind gelb gezeichnet, die aber in der Basis dunkler und distal weiß erscheinen. Das Sternum (ST) ist wie bei dem Männchen ähnlich gefärbt. Das Opisthosoma (OS) weist eine beige Färbung auf und ist dorsal braun behaart. Ferner ist das Opisthosoma (OS) von einer weißen Äquatorialbande und von einem unregelmäßigen hellen Medianstrich durchzogen, der im hinteren Drittel durch zwei punktförmige Flecke verbreitert ist. Der Hinterleib ist ventral braun gefleckt. Die Spinnwarzen (SP) erscheinen ziemlich hell. Die Epigyne-(EP)-Platte ist median eingebuchtet und die Einführöffnungen sind schlitzförmig ausgebildet. Die Beine erscheinen verschwommen sandfarben-dunkelbraun gemustert und sind dicht schwarz-weiß behaart sowie beborstet und auffällig schwarz bestachelt. Die Tarsen (TS) sind gelb gefärbt. Distal sind die Tarsen (TS) orange getönt und vollständig buschig weiß-schwarz behaart. <2>

Lebensweise

Plexippus paykulli
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Plexippus paykulli

Die Spinne verfügt zwar auch über Spinnwarzen, die aber nicht zum Bau von Spinnennetzen verwendet werden, sondern die Seide wird zum Bau von Eikokons genutzt. Auch sichert sich die Art bei ihren Beutesprüngen mit einem Faden aus Spinnseide, so dass sie nach einem Sprung relativ einfach wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren kann, indem sie sich wieder am eigenen Faden hinaufzieht. Die kurzen und kräftigen Laufbeine verleiht der Spinne eine bemerkenswerte Schnelligkeit und Sprungkraft. Auch kann sie leicht an glatten Oberflächen hochklettern. Durch drei Muskelpaare kann die Spinne auch das Gesichtsfeld der Hauptaugen erweitern, welches sich dadurch mit den Seitenaugen überschneidet und ein räumliches Sehen dadurch ermöglicht wird. Die stark vergrößerten und nach vorne gerichteten Hauptaugen besitzen größere Glaskörper, was eine längere Brennweite erzeugt, womit die Netzhaut auch bei dieser Art sehr gut ausgebildet ist. Wie alle Springspinnen besitzt auch diese Art einen sehr guten Sehsinn. Aufgrund ihres sehr gut ausgebildeten Sehsinns wird das scharfe und farbige Bild von Beutetier oder Partner ab einer Entfernung von mehr als 10 Zentimeter gesehen.

Unterarten

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet dieser Art ist sehr weitreichend, dazu zählen unter anderem Afghanistan, Algerien, Australien, Bermuda, Brasilien, Kanarische Inseln, Celebes, Sri Lanka, China, Costa Rica, Kreta, Ägypten, Äthopien, Fidschi, Formosa, Frankreich, Galapagos Inseln, Griechenland, Hawaii, Indien, Indochina, Iran, Italien, Japan, Java, Kenia, Korea, Laos, Libyen, Malaysia, Malta, Marquesas-Inseln, Republik der Marshallinseln, Nepal, Neuguinea, Vanuatu, Panama, Paraguay, Philippinen, Samoa, Saudi Arabien, Senegal, Singapur, Cookinseln, Sudan, Trinidad, Tuamotu-Archipel, Tunisien, USA, Venezuela, Vietnam sowie Jemen. Des Weiteren zählen noch weitere Kontinente und Regionen zum Verbreitungsgebiet der Spinnenart: Afrika, Europa (Mittelmeerraum), Bachiou, Florida, Georgia (USA), Neumexiko, Südkarolina, Tepong (Malaysia) und Texas. Plexippus paykulli wird fast weltweit in unmittelbarer Umgebung von menschlichen Siedlungen gefunden und ist durch ihre auffällige Zeichnung mit keiner anderen Spinnenart in den genannten Gebieten zu verwechseln. Sie hält sich in den Flußebenen des Jordan auf. Ferner lebt die Art am Himalaya in trockenen Wäldern und kommt in baumreichen Kulturlandschaften bis auf eine Höhe von etwa 1.400 Metern vor. <3>

Ernährung

Wie alle Springspinnen ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera), Motten (Tineidae), kleine Spinnentiere (Arachnida) sowie Ameisen (Formicidae) erbeutet.

Fortpflanzung

Wie auch die Jagd, so ist auch das Balz- und Paarungsverhalten stark auf den Sehsinn geprägt. Das Männchen folgt dem Weibchen in seinen Schlupfwinkel und vollzieht dort die Paarung. Das Männchen bringt mit seinen Pedipalpen die Samenpakete an das Begattungsorgan des Weibchens. Danach verläßt das Männchen seine Partnerin und kümmert sich auch nicht um die Aufzucht. Nach der Paarung legt das Weibchen einen 2,5 bis 3,5 Zentimeter großen Kokon in einem geschützten Bereich unter Steinen oder in Spalten an, der etwa 40 bis 60 Eier enthält. Das Weibchen betreut ihn bis zum Schlüpfen der Jungspinnen. Nach etwa drei bis vier Wochen schlüpfen die Jungspinnen, die dann schon selbständig sind.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • [2] [3] Dipl. Biol. Dr. METZNER, H. (1999): Die Springspinnen (Arachnida, Araneae, Salticidae) Griechenlands. Andrias 14: 1-279, Karlsruhe.
  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006 ISBN 3440107469
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
  • Dick Jones, Der Kosmos-Spinnenführer, Frankh, 1990 ISBN 3440061418
  • Heiko Bellmann, Spinnen. Beobachten - Bestimmen, Naturbuch-Verlag, 1992 Weltbild Verlag GmbH, Augsburg ISBN 3-89440-064-1
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