Atypus karschi

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Atypus karschi

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Tapezierspinnen (Atypidae)
Gattung: Atypus
Art: Atypus karschi
Wissenschaftlicher Name
Atypus karschi
Dönitz, 1887

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:000086]

Atypus karschi zählt innerhalb der Familie der Tapezierspinnen (Atypidae) zur Gattung Atypus. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Atypus karschi erreicht eine Körperlänge von etwa 17,0 bis 20,0 Millimeter und weist eine schwarze oder dunkelbraune Färbung auf. Beide Geschlechter haben sehr große und mächtige Cheliceren (Kieferklauen), die fast so lang wie der Körper sind. Der Kieferklauenträger (Chelicerata) ist ebenfalls höher als der Körper. Auf der Unterseite des Kieferklauenträgers gibt es eine Reihe von groben Zähnen. Der Kieferklauenträger und die Giftklauen sind parallel nach außen gerichtet und werden zum Graben und Schneiden der Beute verwendet. Die Giftklauen bewegen sich vertikal, d. h. von oben nach unten und nach innen. Die Beine sind kurz und scharf. Die acht Augen befinden sich in einer kleinen kompakten Gruppe, die bis in die Mitte des vorderen Körpers reicht. Ferner weist Atypus karschi drei Paar Spinnwarzen auf, die an der Rückseite des Abdomens sitzen und etwas weiter nach vorn gerichtet sind. Sie sind viel länger als bei den meisten anderen Spinnen und bestehen aus drei unterschiedlich langen Segmenten. Durch die farblose Chintin-Decke scheinen der Körper und die Beine ein wenig semi-transparent zu sein.

Lebensweise

Atypus karschi gräbt mit ihren kräftigen Cheliceren einen unterirdischen Fang- und Wohnschlauch. Der Fangschlauch ist etwa 13 bis 17 Zentimeter lang und der Wohnschlauch etwa 20 bis 45 Zentimeter lang. Der Eingang zur Wohnhöhle ist meist mit Heidekraut, Gräsern, Moosen oder mit alten Blättern bedeckt und sieht äußerlich wie ein Stück Wurzel aus. Das Weibchen verbringt die meiste Zeit in der Wohnhöhle. Das Männchen wandert nach der Reifehäutung auf der Suche nach einer potenziellen Partnerin umher, somit ist das Männchen daher weit weniger sesshaft. Beutetiere, die in der Nähe einer Wohnhöhle umherkriechen, können problemlos wahrgenommen werden.
Beutetier: Scolopendra cretica
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Beutetier: Scolopendra cretica
Ist ein Beutetier erspäht, wird es in hoher Geschwindigkeit überwältigt und mit einem Giftbiss außer Gefecht gesetzt. Atypus karschi ist äußerst selten und scheu und verbringt den Großteil des Lebens in der Erdhöhle. Das Risiko von dieser Art gebissen zu werden ist sehr gering, da die Art nicht in unmittelbarer Umgebung des Menschen lebt. Das Weibchen kann ein Alter von etwa 5 bis 7 Jahren erreichen, während die Lebenserwartung des Männchens etwa 3 bis 4 Jahre beträgt.

Verbreitung

Atypus karschi ist eine mygalomorphe Spinne und ist in Japan, China und Taiwan verbreitet. In Japan wird die Tapezierspinne ji-gumo genannt. Bevorzugt werden von Atypus karschi von der Sonne aufgeheizte, windgeschützte, nach Süden gerichtete, extrem steile Hänge.

Ernährung

Zu den Beutetieren der Atypus karschi zählen unter anderem Bienen (Apiformes), Fliegen (Brachycera), Käfer (Coleoptera), Ameisen (Formicidae), Ohrwürmer (Dermaptera) und andere Insekten (Insecta), aber auch Asseln (Isopoda) und Tausendfüßer (Myriapoda). Die Beute wird ergriffen und mit einem Giftbiss gelähmt. Merkwürdigerweise bevorzugt diese Art besonders Asseln (Isopoda) und Tausendfüßer (Myriapoda). Die die meisten anderen Spinnen eher meiden. Gelegentlich verspeist Atypus karschi auch Regenwürmer (Lumbricidae).

Fortpflanzung

Beutetier: Scolopendra spinosissima
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Beutetier: Scolopendra spinosissima

Zwischen Juli und Anfang September gehen die Männchen auf Partnersuche. Durch das Aufnehmen von Pheromonen des Weibchens, findet das Männchen zu seiner potenziellen Partnerin. Ist das Weibchen paarungsbereit, so kommt es zur Paarung. Die Paarung vollzieht sich innerhalb der Erdhöhle des Weibchens. Das Männchen hebt nun den Vorderkörper des Weibchens so weit nach oben, dass es mit den Bulben an die Geschlechtsöffnung der Unterseite des weiblichen Hinterleibs (Opisthosoma) gelangt und diese in die Geschlechtsöffnung einführen kann. Dort übergibt das Männchen das Samenpaket und trennt sich wieder vom Weibchen. Jedoch verweilt das Männchen noch eine zeitlang bei dem Weibchen in der Wohnhöhle. Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen etwa 10 Monate nach der Paarung 80 bis 150 Eier. Das Weibchen produziert eine spezielle Tasche aus Spinnfäden. Die Tasche wird im oberen Teil nahe der Oberfläche platziert. Im Spätsommer schlüpfen die Spiderlinge und im folgenden Frühling, wenn die Spiderlinge die Selbständigkeit erreicht haben, verlassen sie die Erdhöhle des Weibchens. Das Weibchen scheint in der Lage zu sein, mehrere Generationen zu produzieren. Allerdings dauert es jedoch eineinhalb Jahre bis die Spiderlinge die Erdhöhle verlassen. Folglich dauert es fast zwei Jahre bis sich das Weibchen wieder mit einem Männchen verpaart.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Beutetier: Scolopendra subspinipes
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Beutetier: Scolopendra subspinipes

Update 19. November 2011 <1>

  • Atypus karschii - Dönitz, 1887
  • Atypus karschii - Bösenberg & Strand, 1906
  • Atypus karschii - Yaginuma, 1960
  • Atypus karschii - Yaginuma, 1971
  • Atypus karschii - Gertsch & Platnick, 1980
  • Atypus karschii - Yaginuma & Nishikawa, 1980
  • Atypus karschii - Yin, Wang & Hu, 1983
  • Atypus karschii - Yaginuma, 1986a
  • Atypus karschii - Yoshikura, 1987
  • Atypus karschii - Chikuni, 1989b
  • Atypus karschii - Schwendinger, 1990b
  • Atypus karschii - Feng, 1990
  • Atypus karschii - Song, Zhu & Chen, 1999
  • Atypus karschii - Zhu et al., 2006b
  • Atypus karschii - Ono, 2009a

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
  • Rainer F. Foelix, Biologie der Spinnen, Thieme, 1979 ISBN 313575801X
  • [1] Platnick, Norman I. (20011): [urn:lsid:amnh.org:spidersp:000086], version 12.5. American Museum of Natural History.
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