Aucklandente

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Aucklandente

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Enten (Anatinae)
Tribus: Schwimmenten (Anatini)
Gattung: Eigentliche Schwimmenten (Anas)
Art: Aucklandente
Wissenschaftlicher Name
Anas chlorotis
Gray, 1845

IUCN-Status
Endangered (EN) - IUCN

Die Aucklandente (Anas chlorotis) zählt innerhalb der Familie der Entenvögel (Anatidae) zur Gattung der Eigentliche Schwimmenten (Anas). Im Englischen wird die Aucklandente Brown Teal oder New Zealand Teal genannt. Aucklandente wird gelegentlich auch als Unterart der Anas aucklandica geführt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Aucklandente erreicht eine Körperlänge von 46 bis 50 Zentimeter sowie ein Gewicht von 530 bis 700 Gramm. Das Gefieder weist eine überwiegend dunkle graubraune bis dunkelbraune Färbung auf. Beim Männchen zeigt sich während der Paarungszeit im Kopfbereich ein glänzend grüner Schimmer und die Flanken sowie der Brustbereich sind rotbraun gefärbt. Außerhalb der Paarungszeit weisen die Geschlechter und auch die Jungvögel eine ähnliche Färbung auf. Der Schnabel ist überwiegend bläulich, meist in variabler Schattierung gefärbt. Er verfügt über Lamellen, mit denen Nahrung aus dem Wasser gefiltert wird. Die Augen sind ausgesprochen dunkel, meist schwarzbraun gefärbt. Markantes Merkmal ist der weißliche Augenring. Die Extremitäten und die Füße mit den Schwimmhäuten sind gräulich gefärbt. Dieses ist ein sicheres Unterscheidungsmerkmal zu Kastanienente (Anas castanea).

Lebensweise

Aucklandenten gelten als ausgesprochen gesellige Vögel. Dies gilt vor allem für die Zeit außerhalb der Fortpflanzungsperiode, mit großen Abstrichen aber auch für die Brutzeit. Aucklandenten sind in der Regel in der Dämmerung, zuweilen auch in der Nacht aktiv. Am Tage halten sie sich in dichter Vegetation oder auf dem Wasser auf. Die unauffällige Gefiederfärbung dient dabei der Tarnung. Während der Paarungszeit legen Aucklandenten ein durchaus territoriales Verhalten an den Tag. Dies gilt sowohl für die Männchen als auch für die Weibchen. Sie greifen bei Revierverletzungen selbst deutlich größere Wasservögel wie Trauerschwäne (Cygnus atratus) oder Paradieskasarkas (Tadorna variegata) an. Aucklandenten gelten als gute Schwimmer. Die Taucheigenschaften sind jedoch nur mäßig ausgeprägt.

Verbreitung

Aucklandenten sind auf Neuseeland endemisch. Die Enten wurden nach dem Ballungsraum Auckland im Norden der neuseeländischen Hauptinsel benannt. Aucklandenten kommen sowohl auf beiden Hauptinseln als auch auf einigen umliegenden kleineren Inseln vor. Heute erstrecken sich die größten Populationen nur noch über die Südinseln. Auf der Nordinsel sind Aucklandenten mittlerweile fast vollständig verschwunden. Als Lebensraum dienen meist küstennahe Sumpfgebiete, lichte Feuchtwälder sowie Seen und Teiche mit dichter Uferbewachsung. Offene und aride Flächen werden strikt gemieden.

Prädatoren

Der Hauptfleischfresser der Aucklandente ist die verwilderte Hauskatzen (Felis catus). Zu den weiteren Fleischfressern zählen neben verwilderten Haushunden vor allem eingeschleppte (Neozoa) räuberisch lebende Säugetiere (Mammalia) wie beispielsweise Frettchen (Mustela putorius furo), Hermeline (Mustela erminea), Mauswiesel (Mustela nivalis), Hausratten (Rattus rattus), Wanderratten (Rattus norvegicus), Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) sowie räuberisch lebende Vögel (Aves) wie der Kormorane (Phalacrocorax carbo) oder die Dominikanermöwe (Larus dominicanus). Auf der Speisekarte stehen je nach Art des Fleischfressers neben den adulten Aucklandente vor allem die Küken und die Eier. Bis vor 400 oder 500 Jahren galt auch der ausgestorbene Haastadler (Harpagornis moorei) als einer der wichtigsten Prädatoren der Aucklandente.

Ernährung

Die Aucklandente ernährt sich sowohl von pflanzlicher als auch von tierischer Nahrung. Die Hauptnahrung bilden im Wasser lebende Insekten (Insecta) wie Ruderwanzen (Corixidae), Käfer (Coleoptera), Köcherfliegen (Trichoptera), Gnitzen (Ceratopogonidae), Stechmücken (Culicidae), Kriebelmücken (Simuliidae), Schlammfliegen (Sialidae), Eintagsfliegen (Ephemeroptera), Steinfliegen (Plecoptera), die Larven von Libellen (Odonata) sowie verschiedene Netzflüglern (Neuroptera). Aber auch winzige Krebstiere (Crustacea), unsbesondere Kiemenfüßer (Anostraca), Muschelschaler (Conchostraca) und ähnliches wird werden gerne aus dem Wasser gefiltert und gefressen. Außerhalb des Wasser stehen auch Insekten wie Bienen (Apoidea) und Wespen (Vespoidea), Nachtfalter und andere Schmetterlinge (Lepidoptera) und Insektenlarven auf der Speisekarte. An pflanzlicher Kost werden Sämereien, grüne Pflanzenteile und Wasserpflanzen gefressen. Die Samen der Neuseeländischen Warzeneibe (Dacrycarpus dacrydioides) und Tītoki (Alectryon excelsus) werden besonders gerne gefressen.

Fortpflanzung

Aucklandenten erreichen die Geschlechtsreife mit gut einem Jahr. Die Paarungszeit erstreckt sich auf Neuseeland von Juli bis in den November hinein. Beliebte Bruthabitate sind Sumpfgebiete oder grasige Flächen in unmittelbarer Nähe zu einem Gewässer. Das Nest ist eine einfache Vertiefung inmitten dichter Vegetation. Nicht selten entsteht ein Nest unter Büschen, die einen zusätzlichen Schutz bieten. Ein durchschnittliches Gelege besteht aus fünf bis sechs hellbraunen Eiern, die eine Größe von etwa 5,8 mal 4,3 Zentimeter aufweisen. Das komplette Gelege weist im Schnitt 11 Prozent des Körpergewichtes eines Weibchens auf. Die Eier werden über einen Zeitraum von 27 bis 30 Tagen gewärmt. Die Küken gelten als Nestflüchter und folgen kurz nach dem Schlupf der Mutter. Sie nehmen zwar Nahrung selbständig auf, werden jedoch an die Nahrung herangeführt. Die Flugfähigkeit wird im Alter von gut 55 Tagen erreicht. In einer Saison kann es zu ein oder zwei Gelegen kommen. Bei Gelegeverlust ist ein kleineres Nachgelege üblich. Die Lebenserwartung der Aucklandenten ist nicht bekannt.

Gefährdung und Schutz

Die Aucklandente gehört heute zu den gefährdeten Entenarten. In Freiheit leben aktuell kaum 1.500 Individuen. Hinzu kommen einige wenige Brutpaare, die ihr Dasein in Gefangenschaft fristen. Alle Wiederansiedlungsprogramme sind bislang gescheitert. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Die Hauptgründe liegen wahrscheinlich in den Verlusten durch eingeschleppte Raubtiere wie beispielsweise verwilderten Hauskatzen und einigen Marderarten. Ob die Art mittel- und langfristig zu retten ist, bleibt abzuwarten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als gefährdet geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

Links

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