Augacephalus breyeri

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Augacephalus breyeri

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Harpactirinae
Gattung: Augacephalus
Art: Augacephalus breyeri
Wissenschaftlicher Name
Augacephalus breyeri
(Hewitt, 1919)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:002379]

Die Art Augacephalus breyeri zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Augacephalus. Im Englischen wird die Art golden brown baboon spider genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Augacephalus breyeri erreicht als Weibchen eine Körperlänge von etwa 5,0 Zentimeter und als Männchen eine Körperlänge von etwa 2,0 Zentimeter. Der Carapax weist eine schwarze Färbung mit orangefarbenen Radiallinien und einer schwarzen Maske um den Augenhügel auf. Auf der Oberfläche des Opisthosoma zeigt sich deutlich ein dunkles Grätenmuster. Die ventralen Seiten des Opisthosoma sind orangefarben bis cremefarben. Über und zwischen den hinteren Buchlungen zeigt sich ein helles Subabdominalband. Das Sternum und die Coxa weisen eine samtig schwarze Färbung mit einer langen orangefarbenen bis braunen Behaarung auf. Die Beine, die Taster sowie das Opisthosoma sind beige bis orangefarben und zum Ende der Extremitäten hin geht diese Färbung ins Rötliche über. Die Cheliceren weisen eine samtig graue Tönung auf und sind mit kurzen Haaren bedeckt. Die Beine und die Taster sind mit gelben Gelenkringen versehen. Bein I und II sowie die Taster sind deutlich verdickt. Die Fovea ist transversal oder leicht prokurv. Die Tibial-Apophyse fehlt oder ist stark reduziert. Die Spermathek ist dreieckig geformt und der Bulbus zeigt sich birnenförmig. Der Embolus ist verdickt und gleichmäßig gebogen. Entlang des Embolus sind keine Kiele vorhanden. Bei beiden Geschlechtern ist der gesamte Körper mit einer langen dichten Behaarung bedeckt und überwiegend sind die Härchen mit Nervenzellen verbunden und dienen somit als Tasthaare, die auf Berührung und Vibrationen empfindlich reagieren. Hauptsächlich weisen die Beine eine starke Behaarung auf. Die übrigen Härchen werden in Brennhaare, Hörhaare, Geschmackshaare und Hafthaare unterschieden. Im Allgemeinen ist das Männchen kleiner als das Weibchen und ist meist an seinen langen Beinen und an seinem schlankeren Körper gut zu erkennen.

Lebensweise

Augacephalus breyeri ist eine bodenbewohnende Vogelspinne und lebt wie fast alle Vogelspinnen einzelgängerisch. Sie zählt zu den sogenannten Bombadierspinnen. Bei Gefahr kann sie ihre Brennhaare, die sich auf dem Opisthosoma (Hinterleib) befinden, einsetzen. Die Brennhaare können ein Jucken und Brennen der Haut und der Atemwege verursachen. Allerdings zieht die Spinne es vor zu flüchten, bevor sie ihre Brennhaare abstößt. Ansonsten ist sie eine zurückhaltende und friedliche Vogelspinne und beißt selten zu. Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Giftbiss selbst ist nicht so gefährlich wie die Infektion durch Bakterien.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Augacephalus breyeri befindet sich in Südafrika, Mosambik und Swasiland. Diese Art lebt in Kolonien und gräbt im natürlichen Lebensraum Wohnröhren, wo sie sich zum größten Teil aufhält. Die Temperaturen in den Regionen betragen am Tage etwa 22 bis 26 Grad Celsius und in der Nacht etwa 20 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit liegt etwa zwischen 60 und 75 Prozent.

Ernährung

Augacephalus breyeri
vergrößern
Augacephalus breyeri

Augacephalus breyeri ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Insekten (Insecta), von Eidechsen (Lacertidae), Mäusen (Mus) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor). Gelegentlich können ein- oder zweimal pro Monat auch Mäuse (Mus) verfüttert werden.

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Augacephalus breyeri mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie etwa 100 bis 200 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

  • Augacephalus breyeri - (Hewitt, 1919)
  • Pterinochilus breyeri - Hewitt, 1919b
  • Augacephalus breyeri - Gallon, 2002

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge