Aulonia albimana

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Aulonia albimana
Männchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Teilordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Familie: Wolfspinnen (Lycosidae)
Gattung: Aulonia
Art: Aulonia albimana
Wissenschaftlicher Name
Aulonia albimana
(Walckenaer, 1805)

Die Spinnenart Aulonia albimana zählt innerhalb der Familie der Wolfspinnen (Lycosidae) zur Gattung Aulonia.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Diese kleine, leicht kenntliche Wolfspinne gehört mit 4 bis 4,5 Millimeter Körperlänge zu den kleinsten Arten der Familie. Der Vorderkörper fällt wie bei den Arten der Gattung Pardosa vorn an den Seiten fast senkrecht ab und ist kaum breiter als das Augenfeld. Seine Färbung ist dunkelbraun oder schwarz mit schmaler, weißer Randlinie. Der Hinterkörper ist ebenso dunkel, vorn meist mit einem weißen Strich und hinten mit weißen Punktpaaren. Bei dem Männchen ist der Hinterkörper insgesamt etwas dunkler gefärbt als bei dem Weibchen. Ein besonders markantes Merkmal ist die weiße Patella der ansonsten schwarzen Pedipalpen. Die Beine sind einfarbig hellbraun mit Ausnahme der schwarzen Vorderschenkel. Die Augen sind sehr gut ausgebildet. Wie bei den Raubspinnen (Pisauridae) sind sie in drei Reihen angeordnet, vorn eine Querreihe aus vier kleinen, dahinter ein Paar stark vergrößerte Augen und dahinter schließlich ein weiteres, ziemlich großes Augenpaar. Diese vier größeren Augen bilden miteinander ein nach vorn verschmälertes Trapez, das meist etwa so lang ist wie an der Basis breit. Die reifen Tiere treten von Mai bis Oktober auf.

Lebensweise

Aulonia albimana ist die einzige heimische Wolfspinne, die ein Fangnetz herstellt. Dieses Fangnetz ist allerdings sehr zart und daher schwer sichtbar. Es besteht aus einem meist über Moosen flach ausgebreiteten Trichter, der in der Mitte in eine enge Röhre übergeht. Diese führt schräg nach unten ins Innere des Moospolsters und endet dort mit einer Öffnung. Es entspricht damit dem Bauprinzip der Trichterspinnennetze. Die Spinne hält sich nicht immer in diesem Netz auf, sondern ist ebenso häufig frei am Boden zu beobachten.

Verbreitung

Aulonia albimana hält sich an offenen Stellen mit gering entwickelter Vegetation, auf sandigem und steinigem Untergrund, besonders auf lückigem Trockenrasen und Binnendünen auf. In Mitteleuropa ist diese Wolfspinne weit verbreitet und an den Fundorten meist in großer Individuendichte anzutreffen.

Ernährung

Die Spinne ernährt sich vorwiegend von bodenlebenden Insekten (Insecta). Sie ist die einzige heimische Wolfspinne, die ein Fangnetz herstellt. Der Bau von Fangnetzen ist bei Spinnen allgemein üblich, d. h., dass die Arten der Gattung Aulonia und auch die Arten der Gattung Hippasa die ursprüngliche Fangmethode beibehielten, während die anderen Wolfspinnen diese Fangmethode aufgegeben haben und zur jagenden Methode übergegangen sind.

Fortpflanzung

Die Paarungsbereitschaft des Weibchens macht ein Männchen anhand des Geruchs aus. Das Männchen nähert sich dabei dem Weibchen und bewegt dabei seine Taster auf und ab. Das paarungsbereite Weibchen verhält sich passiv und abwartend. Das Männchen kann nun das Weibchen besteigen. Das Männchen führt seine Bulben in die Epigyne (äußeres weibliches Geschlechtsorgan) des Weibchens ein und injiziert so das Sperma. Dieser Vorgang kann durchaus einige Stunden dauern. Danach verläßt das Männchen seine Partnerin und kümmert sich auch nicht um die Aufzucht. Die Eier werden in einen Kokon abgelegt und an die Spinnwarzen geheftet. Das Weibchen trägt diesen Kokon immer mit sich herum. Meist schlüpfen die Jungspinnen im Juni. Das Weibchen ist ihrem Nachwuchs behilflich und öffnet den Kokon. Die Jungspinnen, das können durchaus einige hundert sein, begeben sich sofort auf den Rücken ihrer Mutter. Als dichtes Knäuel, jeweils den Vorderkörper nach innen gekehrt, bedecken die Jungspinnen dabei den Hinterleib des Weibchens. Wenn die Spiderlinge vom Rücken des Weibchens fallen, hängen sie immer noch an einem Seidenfaden und können an diesem über die Beine oder über die Taster des Weibchens wieder auf den Rücken zurückkrabbeln. In der ersten Zeit ernähren sich die Jungspinnen vom Eidotter. Selbständig sind die Jungspinnen meist nach der ersten Häutung.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006 ISBN 3440107469
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
  • Dick Jones, Der Kosmos-Spinnenführer, Frankh, 1990 ISBN 3440061418
  • Heiko Bellmann, Spinnen. Beobachten - Bestimmen, Naturbuch-Verlag, 1992 Weltbild Verlag GmbH, Augsburg ISBN 3-89440-064-1
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