Australische Breitzahnratte

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Australische Breitzahnratte

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Gattung: Australische Breitzahnratten (Mastacomys)
Art: Australische Breitzahnratte
Wissenschaftlicher Name
Mastacomys fuscus
Thomas, 1882

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Die Australische Breitzahnratte (Mastacomys fuscus) gehört innerhalb der Familie der Langschwanzmäuse (Muridae) zur Gattung der Australischen Breitzahnratten (Mastacomys). Im Englischen wird die Art Broad-toothed Mouse genannt. Innerhalb der Gattung ist die Australische Breitzahnratte die einzige Art. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (Wilson & Reeder, 2005).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die rundlich gebaute Australische Breitzahnratte erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 142 bis 175 (161) mm, eine Schwanzlänge von 100 bis 130 (116) mm sowie ein Gewicht von 97 bis 145 (122) g. Das dichte Fell weist eine braune bis dunkelbraune Färbung auf. Das Fell besteht aus einer dichten Unterwolle und einer Schicht gröberen Deckhaaren. Ventral ist das Fell hellgrau bis grau gefärbt. Die rundlichen Ohren sind fast nackt. Sie sind nur sehr spärlich mit kleinen braunen Härchen bedeckt. Der Schwanz ist relativ kurz und einheitlich dunkelbraun. Auch hier zeigt sich nur eine sehr spärliche, dunkle Behaarung. Die dunkelbraun gefärbten Füße sind auf der Unterseite graurosa gefärbt.Weibchen verfügen zum Säugen ihres Nachwuchses über 2 Paar Zitzen.

Aufgrund des ähnlichen Aussehens kann die Australische Breitzahnratte leicht mit der Ratte Rattus lutreolus verwechselt werden. Die Füße der Australischen Breitzahnratte sind jedoch heller gefärbt und die Innenseite der Ohren sind stärker behaart.

Lebensweise

Die Sozialstruktur ist jahreszeitlich unterschiedlich. Während die Individuen im Sommer einzelgängerisch oder in Familiengruppen leben, sind die Nager im Winter in den Nester in größeren Gemeinschaften anzutreffen. Die Nester befinden sich für gewöhnlich in dichtem Gras oder unter Baumstämmen.

Verbreitung und Lebensraum

Die Australische Breitzahnratte ist im Südosten Australiens in den Bergen von New South Wales sowie im westlichen Tasmanien endemisch. Die Art lebt im Flachland bis in Höhen von gut 2.200 m über NN. Die Art besiedelt hauptsächlich alpine und subalpine Heidelandschaften, in denen Seggen und Gräser dominieren. Aber auch Hartlaubwälder und Bach- und Flußläufe werden lokal besiedelt. Die Lebensräume sind durch eine hohe Niederschlagsmenge und kühles Klima gekennzeichnet (Driessen, 2002; Green & Osborne, 2003; Happold, 2008).

Biozönose

Die Australische Breitzahnratte steht in massiver Nahrungskonkurrenz zum in Australien eingeführten Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus). Zu den natürlichen Feinden zählt vor allem der Rotfuchs (Vulpes vulpes) und verwilderte Hauskatzen (Felis catus). Ein weiteres großes Problem stellen vom Wildschwein (Sus scrofa) übertragende Krankheiten dar (Hocking & Driessen, 2000 in IUCN, 2014).

Ernährung

Die Art ist ein reiner Pflanzenfresser. Sie ernährt sich im Wesentlichen von Gräsern und Seggen der Familie der Süßgräser (Poaceae) und Sauergrasgewächse (Cyperaceae). Zu einem kleinen Teil fressen die Tiere auch Sämereien und Moose. Weit oben auf der Speisekarte stehen Rispengräser (Poa) wie Poa sieberiana. Die Nahrungssuche erfolgt im Sommer in der Nacht, während im Herbst eher am Nachmittag die Nahrung gesucht wird.

Fortpflanzung

Während der Paarungszeit verhalten sich die Weibchen ausgesprochen territorial. Die Paarungszeit erstreckt sich über das Frühjahr und den Sommer. Während dieser Zeit bringt ein Weibchen 2 Würfe mit je 1 bis 4 Jungen zur Welt. Die Tragezeit erstreckt sich über etwa 35 Tage. Die Jungtiere weisen ein relativ langsames Wachstum auf. Im Alter von gut 35 Tagen werden die Jungen von der Muttermilch abgesetzt (Happold, 2008 in IUCN, 2014).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie NT, Near Threatened, also als gering gefährdet geführt. Zu den größten Gefahren gehört der Verlust von Lebensraum mit einhergehender Fragmentierung, Plünderung durch eingeschleppte Raubtiere sowie kleine genetisch isolierte Populationen. Lebensraum geht vor allem zugunsten von landwirtschaftlichen Flächen und Siedlungsraum verloren. Auch Waldbrände führen lokal zum Verlust von Lebensraum (Driessen, 2002; Hocking & Driessen, 2000 in IUCN, 2014).

Anhang

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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