Halsbandkasarka

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Halsbandkasarka

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Halbgänse (Tadorninae)
Gattung: Kasarkas (Tadorna)
Art: Halsbandkasarka
Wissenschaftlicher Name
Tadorna tadornoides
(Jardine & Selby, 1828)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Halsbandkasarka (Tadorna tadornoides), auch als Australische Kasarka bekannt, zählt innerhalb der Familie der Entenvögel (Anatidae) zur Gattung der Kasarkas (Tadorna). Im Englischen wird die Halsbandkasarka Australian Shelduck oder Chestnut-breasted Shelduck genannt. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Spezies monotypisch.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Halsbandkasarka erreicht eine Körperlänge von etwa 55 bis 72 Zentimeter. Beide Geschlechter weisen in der Körpergröße einen deutlichen Dimorphismus auf. Das Männchen weist eine schwärzliche Färbung mit einer kastanienbraunen Brust, weißen Kragen und mit einem weißen Hals sowie mit einem dunkelgrünen Kopf auf. Das Weibchen ist ähnlich gefärbt, jedoch weist das Weibchen einen ungleichmäßigen weißen Augenring auf. Beide Geschlechter besitzen wie alle Kasarka-Arten große weiße Flügelflecken, die man besonders gut im Flug erkennen kann. Die Beine und Füße weisen eine dunkelgraue Färbung auf. Die Augen sind braun getönt. Der weiße Halsring ist bei dem Männchen etwas schmäler und weniger scharf vom Gefieder abgesetzt als bei dem Weibchen. Das Weibchen ist im Gegensatz zum Männchen in der Gefiederfärbung weniger auffällig gefärbt. Die Halsbandkasarka wechselt zweimal im Jahr ihr Gefieder. Der Schnabel ist beiden Geschlechtern schwarz gefärbt und der Schnabelansatz ist von einer weißen Färbung. Ebenso besitzen beide Geschlechter einen dünnen weißen Halsring im unteren Bereich des Halses. Die Jugendlichen bekommen im Alter von sieben Monaten ihr erstes Jahreskleid. Des Weiteren weisen die großen Flügeldeckel bei den Jugendlichen eine durchgehend graue Färbung auf und zeigen noch nicht die markanten, breiten, weißen Flügelflecken.

Lebensweise

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Halsbandkasarka

Die Halsbandkasarka ist ein tagaktiver Gänsevogel, die außerhalb der Paarungszeit durchaus sehr gesellig zusammenleben kann. Ihr Lebensraum ist der Erdboden und das Wasser, dennoch gilt sie als gute Flieger. Während der Paarungszeit legt die Halsbandkasarka ein territoriales Verhalten an den Tag und zieht sich paarweise in ein Revier zurück. Zentraler Punkt eines Reviers ist eine Erdhöhle oder eine Baumhöhle, in der auch die Eiablage erfolgt.

Verbreitung

Zu den Verbreitungsgebieten der Halsbandkasarka zählen unter anderem Ozeanien, Australasien, Australien [endemisch], Australien (kontinental einschließlich Tasmanien) [endemisch], Lord Howe Island [selten/gelegentlich], Norfolkinsel [selten/gelegentlich], New South Wales [endemisch], Queensland [endemisch], South Australia [endemisch], Kangaroo Island [endemisch], Tasmanien [endemisch], Victoria [endemisch], Kings Billabong Wildlife Reserve [endemisch], Murray Sunset National Park [endemisch], Hattah-Kullkyne National Park [endemisch], Wyperfeld National Park [endemisch], Lake Albacutya Park [endemisch], Little Desert National Park [endemisch], Westaustralien [endemisch], Westaustralien (Nord) [endemisch], Westaustralien (Süd) [endemisch], Neuseeland [selten/gelegentlich], Neuseeland (Festland), Südinsel, North Island [selten/gelegentlich], Neuseeland Inseln [selten/gelegentlich], Snares Island [selten/gelegentlich], Kermadec Island [selten/gelegentlich], Chatham Island [selten/gelegentlich], Aukland Island [selten/gelegentlich], Campbell Island [selten/gelegentlich].
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Laut der Roten Liste der IUCN lebt die Halsbandkasarka in regenarmen Savannen, im Grasland, in Feuchtgebieten (Inland) wie Moorlandschaften, Sumpfgebiete und Torflandschaften. Des Weiteren hält sie sich auf Wattflächen und auf Salztonebenen auf.

Ernährung

Die Ernährung der Halsbandkasarka besteht aus kleinen Larven, Schnecken (Gastropoda), Muscheln (Bivalvia), Würmern, Krebstierchen und Wasserinsekten. Neben tierischer Kost nimmt die Halsbandkasarka auch pflanzliche Kost wie junge Blätter, Löwenzahn und Blütenköpfe zu sich.

Fortpflanzung

Die Halsbandkasarka erreicht etwa mit zwei Jahren die Geschlechtsreife. Die Art führt eine monogame Partnerschaft, bei einigen Individuen ist bekannt, dass sie sogar eine dauerhafte Partnerschaft eingehen. Beide Geschlechter wählen zusammen ein geeignetes Brutrevier aus, das dann wieder in der nächsten Brutsaison wiederholt genutzt wird. Die Halsbandkasarka legt ihre Eier in Höhlen ab - man bezeichnet sie daher auch als Höhlenbrüter. Dabei nutzt sie in der Regel vorhandene Bauten wie Kaninchenbaue oder Erdlöcher in Dünen oder aber auch Baumhöhlen. Gelegentlich werden auch Höhlen, die sich an Felsklippen befinden, bezogen.
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Das Gelege umfaßt zwischen fünf und vierzehn Eier mit einem Gewicht von etwa 88 Gramm je Ei, welche nur vom Weibchen ausgebrütet werden, während das Männchen das Brutrevier bewacht und verteidigt. Die Jungen schlüpfen nach etwa 30 bis 33 Tagen und werden von beiden Elternteilen aufgezogen und geführt.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN weist die Art eine große Reichweite auf, mit einem geschätzten globalen Umfang von etwa 100.000 bis 1.000.000 Quadratkilometer und verfügt über eine große, globale Population. Der globale Trend der Population ist bisher noch nicht quantifiziert worden, aber die Art ist bis jetzt noch nicht gefährdet und wird deshalb in der Roten Liste der IUCN als least concern geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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