Australische Schwimmratte

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Australische Schwimmratte

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Echte Mäuse (Murinae)
Gattung: Eigentliche Schwimmratten (Hydromys)
Art: Australische Schwimmratte
Wissenschaftlicher Name
Hydromys chrysogaster
É. Geoffroy St.-Hilaire, 1804

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Australische Schwimmratte (Hydromys chrysogaster) zählt innerhalb der Familie der Langschwanzmäuse (Muridae) zur Gattung der Eigentlichen Schwimmratten (Hydromys). Seltener wird sie auch Goldbauch-Schwimmratte genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Australische Schwimmratte erreicht eine Körperlänge von 25 bis 30 cm. Das dichte und wasserabweisende Fell ist dunkelbraun bis gelbbraun oder graubraun gefärbt. Die Flanken sind deutlich heller, ventral ist das Fell fast weiß. Der Körperbau und die Extremitäten sind sehr gut an das Leben im Wasser angepasst. Zwischen den Zehen zeigen sich deutlich Schwimmhäute, mit denen sie sich im Wasser gewandt bewegen können. Der leicht spitz zulaufende Kopf endet an der stumpfen Schnauze in langen Schnurrhaaren, die den Tieren der Orientierung dienen. Der Kopf weist eine relativ flache Form auf, die Form des Körpers ist stromlinenförmig. Augen und Ohren sind klein. Die Füße der Vorder- und Hinterbeine enden in kleinen Krallen.

Verhalten

Australische Schwimmratten sind optimal an das Leben im Wasser angepasst. In den Uferböschungen legen sie umfangreiche Tunnelsysteme mit darin endenden Wohnhöhlen an. Die Wohnhöhlen sind 20 bis 25 cm hoch und etwa 30 bis 40 cm breit. Die Höhlen haben in der Regel mehrere Ein- und Ausgänge. Australische Schwimmratten leben einzelgängerisch, gelegentlich sieht man Weibchen mit ihren Jungen, die sie alleine großzieht. Die Tiere können ausgesprochen gut schwimmen und tauchen. Dabei können sie Ohren und Nasenlöcher mit Hautlappen verschließen, damit kein Wasser eindringen kann. Da das Fell nicht völlig wasserdicht ist, bereiten ihnen die Wassertemperaturen im Winter Probleme. Zu diesen Zeiten bleiben sie nie lange im Wasser. Dennoch schützt sie eine Fettschicht unter der Epidermis vor allzu großer Auskühlung. Zum Aufwärmen suchen sie immer wieder ihre Höhlen auf.

Verbreitung

Die Australische Schwimmratte ist in weiten Teilen von Indonesien, Neu-Guinea und in Australien sowie auf Tasmanien verbreitet. Die Tiere leben in unmittelbarer Nähe von Süßwasserseen, gelegentlich auch an langsam fließenden Flüssen oder Bächen. Sie halten sich hauptsächlich im Wasser auf und sind nur gelegentlich an Land zu beobachten. Australische Schwimmratten sind sehr anpassungsfähig. Sie können auch in relativ schmutzigem Wasser überleben. Daher machen ihnen Umwelt- und Wasserverschmutzung nicht sonderlich viel aus.

Prädatoren

Die Australische Schwimmratte hat viele natürliche Feinde. Zu den häufigsten Fressfeinden zählen insbesondere Greifvögel wie Adler und Bussarde, Katzen und Schlangen. Um Feinden zu entgehen leben sie hauptsächlich unter der Erde und kommen nur gelegentlich an die Erdoberfläche.

Nahrung

Die Australische Schwimmratte ist ein reiner Fleischfresser. Im Wasser gehen sie für gewöhnlich auf die Jagd nach Krebstieren, Schnecken und Fischen. Nicht selten werden auch Wasservögel, Amphibien, Insekten und Schildkröten erbeutet. Krebstiere und Muscheln werden mit Hilfe der kräftigen Schneidezähne geöffnet. Ihre Beutetiere werden an Land oder an der Wasseroberfläche gefressen, niemals jedoch unter Wasser.

Fortpflanzung

Die Australische Schwimmratte erreicht die Geschlechtsreife mit rund einem Jahr. Meist kommt es aber erst mit rund zwei Jahren zu einer ersten Paarung. Die Paarungszeit erstreckt sich in den natürlichen Verbreitungsgebieten über das Frühjahr und kann sich bis in den Frühsommer erstrecken. Nach einer durchschnittlichen Tragezeit von gut 35 Tagen bringt das Weibchen in ihrem Bau vier bis fünf Jungtiere zur Welt. Sie sind anfangs noch blind und nur spärlich mit Fell besetzt. Das Fell ist zunächst noch deutlich heller gefärbt als bei adulten Tiere, es dunkelt mit der Zeit nach. Mit etwa 30 Tagen werden die Jungtiere von der Muttermilch entwöhnt und kurze Zeit später in die Selbstständigkeit vertrieben. In Zeiten reichlicher Nahrung und guten klimatischen Bedingungen kann ein Weibchen zwei bis drei mal Nachwuchs zur Welt bringen. Unmittelbar nach einem Wurf sind sie wieder empfänglich.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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