Brolgakranich

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Brolgakranich

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Kranichvögel (Gruiformes)
Familie: Kraniche (Gruidae)
Gattung: Grus
Art: Brolgakranich
Wissenschaftlicher Name
Grus rubicunda
(Perry, 1810)

IUCN-Status

Der Brolgakranich (Grus rubicunda), auch unter dem Synonym Ardea rubicunda sowie unter der Bezeichnung Australischer Kranich bekannt, zählt innerhalb der Familie der Kraniche (Gruidae) zur Gattung Grus. Im Englischen wird der Brolgakranich brolga, brolga crane, native companion oder australian crane genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Brolgakranich erreicht eine Körperlänge von etwa 1,0 bis 1,3 Meter und eine Spannweite von etwa 1,7 bis 2,4 Meter Spannweite. Das Gewicht des Männchens beträgt etwa 7,0 Kilogramm, während das Gewicht des Weibchens 6,0 Kilogramm beträgt. Das Gewicht kann aber zwischen 3,7 und 8,7 Kilogramm liegen. Der Brolgakranich weist eine graue bis silbergraue Färbung auf. Am Hinterkopf zeigt sich ein kräftig gefärbtes rotes Band. Der Schnabel des Brolgakranich ist hornfarben. Den Jugendlichen fehlt allerdings das rote Band am Hinterkopf. Der Brolgakranich wird häufig mit dem Saruskranich (Grus antigone) verwechselt. Aber die rote Färbung beim Saruskranich (Grus antigone) erstreckt sich vom Kopf bis zum Hals, während die rote Färbung beim Brolgakranich nur auf dem Hintekopf zu finden ist. Zusätzlich ist die Verbreitung des Saruskranich (Grus antigone) nur im nördlichen Australien, während der Brolgakranich in Australien weiter verbreitet.

Lebensweise

Brolgakranich
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Brolgakranich

Der Brolgakranich ist im Norden und im Nordosten von Australien sowie im Nordosten von Queensland und im Süden von Victoria weit verbreitet. Ferner ist der Brolgakranich im Süden von Neuguinea anzutreffen. Als Vagrant ist er gelegentlich in Neuseeland und im nördlichen Teil von West-Australien zu finden. Die Population wird auf 20.000 bis 100.000 Individuen geschätzt. Die International Crane Foundation begann im Jahr 1972 mit drei Paaren, die in der Wildnis gefangen wurden, eine Zucht in der Gefangenschaft. Der Brolgakranich ist nicht wandernd, aber während der Regenzeit gibt es einige Bewegungen. Der Brolgakranich lebt gesellig und die grundlegende soziale Einheit ist ein Paar oder kleine Familienverbände mit drei oder vier Vögeln. In der Regel leben die Eltern zusammen mit ihrem jugendlichen Nachwuchs, obwohl einige Gruppen nicht familiär sind. Außerhalb der Brutzeit versammeln sich die Brolgakraniche zu großen Schwärmen. Viele bilden innerhalb dieses Schwarms einzelne Gruppen. Jedoch neigen Familienverbände dazu, innerhalb des Schwarms getrennt zu bleiben und führen ihre Aktivitäten miteinander aus, statt mit dem Schwarm als Ganzes zu koordinieren.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Brolgakranich in folgenden Ländern verbreitet: Australien, Indonesien sowie Papua-Neuguinea und als Vagrant trifft man den Brolgakranich auf Neuseeland an. Der Brolgakranich lebt gesellig in den Tropen von Ost-Australien und er ist für seine komplizierten Balztänze bekannt. Der Brolgakranich ist der offizielle Wappenvogel des Bundesstaates Queensland.

Ernährung

Brolgakranich
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Brolgakranich

Brolgakraniche sind wie die Saruskraniche (Grus antigone) Allesfresser. Sie ernähren sich in den Feuchtgebieten von einer Vielzahl von Pflanzen. Ferner zählen zum Nahrungsspektrum Insekten, wirbellose Tiere sowie Amphibien. Im Hochland werden ebenfalls Pflanzensamen verzehrt und in den Feuchtgebieten stochern die Brolgakraniche nach Muscheln und Krustentieren. Die nördliche Population ernährt sich mit Vorliebe von Knollen, die sie aus dem Boden entnimmt. Ferner werden auch gerne Seggen (Carex) verzehrt. Im südlichen Teil von Brisbane sind diese Pflanzen nicht verfügbar.

Fortpflanzung

Der Brolgakranich ist für seine komplizierten Paarungstänze bekannt. Der Tanz beginnt mit der Aufnahme von etwas Gras, das er in die Luft wirft und mit dem Schnabel wieder auffängt. Dann folgen meterhohe Sprünge mit ausgebreiteten Flügeln in die Luft, verbunden mit Dehnen, Beugen, Gehen, Rufen und Kopfwackeln. Manchmal führt der Brolgakranich seine Tänze allein aus, aber oft erfolgen die Tänze paarweise und gelegentlich tanzen ganze Gruppen zusammen. Die Brutplätze befinden sich im gesamten Verbreitungsgebiet Australiens und Neuguineas. Der Brutzeitpunkt wird im Wesentlichen durch die Niederschlänge bestimmt und ist nicht von den Jahreszeiten abhängig. So findet die Brutsaison in den Monsun-Bereichen nach der Regenzeit von Februar bis Mai statt und im südlichen Australien von September bis Dezember. Die Schwärme teilen sich auf, um sich zu Paaren zu etablieren. In günstigen Lebensräumen können die Nester ganz nahe beieinanderliegen und werden oft in der gleichen Gegend in der Nähe der Nester des Saruskranich (Grus antigone) gefunden. Das Nest ist ein erhabener Hügel und wird von beiden Geschlechtern mit Ästen, Zweigen, entwurzelten Gräsern und anderen pflanzlichen Materialien auf einer kleinen Insel, stehend im flachen Wasser oder gelegentlich auch schwimmend errichtet. Wenn keine Gräser zur Verfügung sind, dann wird das Nest mit Schlamm oder Wurzeln stabilisiert.
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Brolgakranich
Manchmal bauen die Brolgakraniche keine Nester und übernehmen ausgediente Schwanennester oder brüten einfach auf nacktem Boden. Es wird pro Jahr nur ein Gelege produziert. Das Gelege besteht in der Regel aus zwei Eiern, die eine stumpfe weiße Färbung aufweisen und mit spärlichen Flecken oder mit stromlinienförmigen rötlich-braunen Markierungen vershen sind. Die Größe der Eier beträgt 95,0 x 61,0 Millimeter. Beide Geschlechter bebrüten die Eier und bewachen auch die Jungen nach dem Schlupf. Die Inkubation dauert etwa 30 Tage. Nach dem Schlupf weisen die Jungen ein grau gefärbtes Dunenkleid auf. Das Gewicht der Jungen beträgt etwa 100,0 Gramm. Die Jungen sind Nestflüchter und können innerhalb von ein oder zwei Tagen das Nest verlassen. Nach etwa vier oder fünf Wochen zeigen sich die ersten Federn und nach etwa drei Monaten sind die Jugendlichen voll befiedert. Flügge sind die Jugendlichen nach etwa zwei Wochen. Bei Gefahr verstecken sich die Jugendlichen und verhalten sich ganz ruhig, während die Eltern gebrochene Flügel imitieren und so den Feind von den Jugendlichen weglocken. Die Eltern bewachen die Jugendlichen für weitere elf Monate oder mehr.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Brolgakranich heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Brolgakranich selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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