Avicularia fasciculata

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Avicularia fasciculata

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Gattung: Avicularia
Art: Avicularia fasciculata
Wissenschaftlicher Name
Avicularia fasciculata
Strand, 1907

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:001804]

Die Art Avicularia fasciculata zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Avicularia. Im Englischen wird die Art bahia purpleblue birdeater oder amazon sapphire pink toe genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Avicularia fasciculata zählt zu den mittelgroßen Spinnenarten und erreicht eine Körperlänge von etwa 6 bis 7 Zentimeter mit einer Beinspannweite von etwa 12 bis 13 Zentimeter. Die schwarze Grundbehaarung fehlt bei dieser Art. Das Endglied der Spinnwarzen ist weniger lang. Die Spina des Bulbus erscheint von unten gesehen gerade nach hinten gerichtet und in ihrer ganzen Länge außerhalb des Tibialgliedes gelegen, am Ende nach unten und die äußerste Spitze ein wenig nach außen gekrümmt. Ein Krümmung ist nur an der Basis von Metatarsus I erkennbar. Die Tibialhaken sind weniger gekrümmt. Die Endhälfte der Tibialhaken ist dicht mit kurzen und kräftigen Stachelborsten versehen. Des Weiteren erscheinen alle Spinulen kleiner und die außerhalb der Basalbinde sich befindenden sind zahlreicher und mehr gedrängt stehend. Auch hinter der Mittellängslinie befinden sich welche. Der Augenhügel ist niedriger und weniger gewölbt mit keiner oder mit einer undeutlicheren Mittellängserhöhung, vorn ein wenig schräg abfallend. Die vorderen Mittelaugen erscheinen größer. Ferner sind nur die hinteren Mittelaugen gelb und die übrigen sind schwärzlich getönt. Die Extremitäten, das Opisthosoma sowie die Mandibeln sind einfarbig hellrötlichbraun bis rotgelb gefärbt. Auf dem Opisthosoma zeichnet sich deutlich ein schwarz gefärbtes Tannenbaum-Muster ab. Die Behaarung ist lang und abstehend. Die Haare am Ende erscheinen nicht heller. Die Behaarung der Unterseite des Prosoma und der Coxen sind dunkler und die Bürsten der Mundteile sind lebhaft rotgelb. Die Grundbehaarung ist heller mit einer graugelblichen Färbung versehen.
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Avicularia fasciculata
Das Sternum und die Coxen sind allerdings dunkelbraun getönt. Der Kopf- und die Strahlenfurchen erscheinen ziemlich tief gelegen und zwischen dem Kopf- und Brustteil in der Mitte erkennt man keine Einsenkung. Das Männchen lebt im Gegensatz zum Weibchen viel kürzer, etwa sechs bis neun Monate nach der letzten Häutung. Die Lebenserwartung des Weibchens beträgt etwa 10 Jahre.

Lebensweise

Avicularia fasciculata ist eine baumbewohnende Spinne und zählt wie fast alle Vogelspinnen zu den sogenannten Bombadierspinnen. Bei Gefahr kann sie ihre Brennhaare, die sich auf dem Opisthosoma (Hinterleib) befinden, einsetzen. Die Brennhaare können ein Jucken und Brennen der Haut und der Atemwege verursachen. Allerdings zieht die Spinne es vor zu flüchten, bevor sie ihre Brennhaare abstößt. Diese Art ist eine sehr flinke Spinne und gelegentlich kann sie auch aggressiv reagieren. Ansonsten ist sie aber eine ziemlich friedliche und ruhige Spinne. Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Giftbiss selbst ist nicht so gefährlich wie die Infektion durch Bakterien.

Unterarten

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Avicularia fasciculata befindet sich Brasilien in der Nähe von Bahia. Die Lebensräume dieser Art sind die Feuchtsavannen und die tropischen Regenwälder. In freier Wildbahn hält sich Avicularia fasciculata in Löchern von hohen Bäumen in tropischen Wäldern auf, wo sie Wohnröhren anlegt und mit dichter Seide bedeckt. Meist sind dies von Vögeln oder von anderen Baumbewohnern verlassene Baumlöcher, die Avicularia fasciculata dann bezieht.

Ernährung

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Avicularia fasciculata

Zum Nahrungserwerb verläßt sich Avicularia fasciculata auf ihren Tastsinn. Nachts sitzt sie, mit dem Wohngespinst immer in Kontakt, vor ihrer Höhle und wartet auf Beute. Ihrer baumbewohnenden Lebensweise entsprechend erbeutet Avicularia azuraklaasi häufig Frösche (Rana), Geckos (Gekkonidae), Eidechsen (Lacertidae), kleine Vögel (Aves) wie zum Beispiel Kolibris (Trochilidae) und andere kletternde oder fliegende Wirbeltiere.

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Avicularia fasciculata mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie in der Regel etwa 40 bis 80 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

  • Avicularia fasciculata - Strand, 1907
  • Avicularia fasciculata - Strand, 1907l
  • Avicularia fasciculata - Strand, 1907m

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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