Balistar
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| Balistar | |
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| Systematik | |
| Klasse: | Vögel (Aves) |
| Unterklasse: | Neukiefervögel (Neognathae) |
| Ordnung: | Sperlingsvögel (Passeriformes) |
| Unterordnung: | Singvögel (Passeri) |
| Parvordnung: | Passerida |
| Überfamilie: | Muscicapoidea |
| Familie: | Stare (Sturnidae) |
| Tribus: | Sturnini |
| Gattung: | Leucopsar |
| Art: | Balistar |
| Wissenschaftlicher Name | |
| Leucopsar rothschildi | |
| Stresemann, 1912 | |
| IUCN-Status | |
| Critically Endangered (CR) - IUCN
| |
Der Balistar (Leucopsar rothschildi) zählt innerhalb der Familie der Stare (Sturnidae) zur Gattung Leucopsar. Im Englischen wird dieser Star Bali Myna genannt.
Der wissenschaftliche Name wurde zu Ehren des britischen Zoologen Lionel Walter Rothschild gewählt. Aufgrund der kritischen Gefährdungssituation gehört der Balistar zu den seltensten Vögeln der Erde. Es gibt in Freiheit nur noch wenige Dutzend Exemplare.
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Aussehen und Maße
Der Balistar erreicht eine Körperlänge von gut 25 Zentimeter, eine Flügelspannweite von etwa 35 Zentimeter sowie ein Gewicht von etwa 90 Gramm. Mit diesen Maßen kann man den Balistar als durchaus stämmig bezeichnen. Die Geschlechter weisen keinen Dimorphismus auf. Das Gefieder ist rein weiß. Die einzigen Farbtupfer bilden die schwarzen Spitzen der Flügel und des Schwanzes. Das Gesichtsfeld vom Schnabelansatz bis rund um die Augen ist gefiederlos und weist eine blaue Färbung auf. Die Iris der Augen und die Pupille sind dunkel gefärbt. Der Oberkopf und der Nacken ist durch eine aufstellbare Federhaube gekennzeichnet (siehe Foto). Die Federhaube wird vor allem bei der Balz oder bei Erregung aufgestellt. Der kurze aber kräftige Schnabel ist im Bereich der Basis dunkelbraun, die Färbung geht zur Spitze hin in eine hornfarbene Färbung über. Die Extremitäten weisen eine blaugraue Färbung auf. Die Füße enden in vier Zehen, wovon drei Zehen nach vorne und eine Zehe nach hinten zeigen.Lebensweise
Außerhalb der Paarungszeit lebt der Balistar in kleinen geselligen Trupps, die zwischen 20 und 40 Individuen aufweisen können. Die tagaktiven Vögel verbringen die Nachtruhe gemeinsam in sogenannte Schlafbäume. Balistare sidn aufgrund des tropischen Lebensraumes Standvögel. Auch zu Wanderungen kommt es eher nicht.
Verbreitung
Der Balistar ist auf der indonesischen Insel Bali endemisch. Hier lebt er in einem kleinen Gebiet im äußersten Norden der Insel. Im West Bali National Park (Taman Nasional Bali Barat) leben nur noch 18 Balistare. Im Kölner Zoo leben zur Zeit 20 Balistare (aktueller Stand: 2007), also mehr als in der freien Wildnis. Die letzten Rückzugspunkte liegen in einem kleinen Reservat. Tropische Regenwälder, deren Ränder und die offene Savanne zählen zu den natürlichen Lebensräumen. Von den ursprünglich rund 30.000 Hektar großen Verbreitungsgebieten sind heute nur noch 4.000 Hektar übriggeblieben. Vor allem der tropische Regenwald wurde zugunsten von Siedlungsraum, Agrarflächen und Plantagen vernichtet.
Ernährung
Der Balistar ernährt sich im wesentlich von Insekten (Insecta) sowie von allerlei Früchten und Beeren, Sämereien und Körnern aller Art. Die Hauptnahrung bilden neben Früchten vor allem Ameisen (Formicoidea) und Termiten (Isoptera) sowie Larven und Raupen von Schmetterlingen (Lepidoptera). Er sucht seine Nahrung zumeist auf dem Boden, gelegentlich auch im Geäst von Bäumen und Sträuchern.
Fortpflanzung
Die Geschlechtsreife erreicht der Balistar im Alter von einem Jahr. Die Paarungszeit erstreckt sich auf Bali über die Regenzeit, die sich von Oktober bis in den November erstreckt. Zu dieser Zeit ist Nahrung reichlich vorhanden und die Aufzucht des Nachwuchses ist gesichert. Pro Saison kommt es zu einer Jahresbrut. Der Balistar ist ein Höhlenbrüter und errichtet sein Nest zumeist in Baumhöhlen, die von anderen Vögeln übernommen wurden. Gelegentlich erfolgt die Anlage des Nestes auch in Felsspalten oder an ähnlichen Orten. Die Nistplätze befinden sich in kleinen losen Kolonien, wobei jedes Nest von einem Pärchen, vor allem vom Männchen, vehement verteidigt wird. Eine Kolonie kann 15 bis 30 Brutpaare aufweisen. Das Nest besteht aus Reisig und kleinen Ästen. Ausgepolstert wird es im wesentlichen mit weichen Pflanzenteilen und Federn. Ein durchschnittliches Gelege besteht aus drei bis vier, selten auch bis fünf Eiern. Das Gelege wird ausschließlich vom Weibchen über einen Zeitraum von gut 15 Tagen gewärmt. Die geschlüpften Küken gelten als Nesthocker und werden von beiden Elternteilen mit Nahrung versorgt. Hauptsächlich werden Insekten (Insecta) verfüttert. Nach etwa drei Wochen sind die Jungvögel flügge und verlassen das Nest. Die Lebenserwartung in Freiheit ist nicht bekannt.
Gefährdung und Schutz
Der Balistar steht heute kurz vor der Ausrottung. In Freiheit leben kaum mehr als wenige Dutzend Vögel. Wie groß die aktuelle Population ist, ist nicht bekannt. Die Schätzungen liegen zwischen 10 und wenige Dutzend. Naturschützen rechnen mit einer baldigen Ausrottung. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als kritisch gefährdet geführt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt die Vögel in Anhang I unter besonderem Schutz.
Die Gründe für die katastrophale Bestandsentwicklung liegt auf der Hand: neben der dramatischen Vernichtung der natürlichen Lebensräume gilt vor allem der Fang für den illegalen Haustierhandel als größte Bedrohung. Auf dem internationalen Schwarzmarkt werden teilweise sehr hohe Preise für einen Balistar bezahlt. Die Seltenheit des Vogels hat die Preise in die Höhe getrieben und somit die illegale Bejagung weiter verschärft. Auf Bali steht die Art bereits seit 1970 unter Schutz. Heute leben die Balistare nur noch in einem kleinen Reservat. Das verbliebene Reservat wird mittlerweile durch bewaffnete Wildhüter geschützt.
Anhang
Literatur und Quellen
- Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
- Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049

