Bananenfledermaus

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Bananenfledermaus
Foto folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Blattnasen (Phyllostomidae)
Unterfamilie: Blütenfledermäuse (Glossophaginae)
Gattung: Musonycteris
Art: Bananenfledermaus
Wissenschaftlicher Name
Musonycteris harrisoni
Schaldach & McClaughlin, 1960

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Die Bananenfledermaus (Musonycteris harrisoni) zählt innerhalb der Familie der Blattnasen (Phyllostomidae) zur Gattung Musonycteris. Im Englischen wird die Art Banana Bat genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt. Innerhalb der Gattung ist die Bananenfledermaus die einzige Art (Tellez & Ortega, 1999).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Die Bananenfledermaus ist leicht erkennbar und demzufolge leicht von den anderen Blütenfledermäusen (Glossophaginae) aufgrund der deutlich längeren Schnauze sowie der endemischen Verbreitung zu unterscheiden. Die Bananenfledermaus ähnelt der Langnasenfledermaus (Choeronycteris mexicana). Jedoch ist die Schnauze der Bananenfledermaus noch ein wenig länger (Tellez & Ortega, 1999).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Bananenfledermaus ist eine mittelgroße Art der Blütenfledermäuse (Glossophaginae) mit einer extrem langen Schnauze. Die Zunge erreicht eine Länge von 76 mm. Die Ohren sind klein und rundlich geformt. Das Uropatagium umschließt komplett den kurzen Schwanz. Das Fell ist überwiegend graubraun gefärbt, die Schultern und das ventrale Fell sind etwas heller. Die Bananenfledermaus erreicht eine Gesamtlänge von 84,8 mm, eine Vorderarmlänge von 42,2 mm, eine Schwanzlänge von 9,8 mm, eine Schädellänge von 34,1 mm, eine Rostrumlänge von 17,3 mm sowie ein Gewicht von 10,9 bis 12,6 mm. Das Gebiss verfügt über 30 Zähne, die zahnmedizinische Formel lautet i2/0, c1/1, p2/3, m3/3 (Tellez & Ortega, 1999).

Verbreitung und Lebensraum

Die Bananenfledermaus ist in den mexikanischen Bundesstaaten Jalisco, Colima, Michoacan, Guerrero und Morelos endemisch. Die Art besiedelt das Flachland und ist in Höhenlagen bis in Höhen von gut 1.700 m über NN anzutreffen. Besiedelt werden sowohl tropische Regenwälder und auch trockene Habiate wie Baum- und Strauchsavannen. Die Rastplätze liegen unter Felsvorsprüngen, in Höhlen, Felsspalten und an ähnlich geschützten Plätzen. Zu den dominanten Pflanzen im Lebensraum der Tiere gehören Kordien (Cordia alliodora), Caesalpinien (Caesalpina eriostachys), Lysiloma divaricata, Brosimun alicastru sowie Tabebuia donnell-smithi (IUCN, 2014; Tellez & Ortega, 1999).

Biozönose

Die Bananenfledermaus teilt sich den Lebensraum und die Schlafplätze (Kolonoien) mit zahlreichen anderen Arten. Hier sind insbesondere Blattnasen (Phyllostomidae) wie der Gemeine Vampir (Desmodus rotundus), Glossophaga soricina, Glossophaga morenoi, Anoura geoffroyi, Leptonycteris curasoae, Sturnira ludovici, Sturnira lilium, die Jamaica Fruchtfledermaus (Artibeus jamaicensis) und Artibeus lituratus, Lanzennasen (Phyllostominae) wie Macrotus waterhousii, Glattnasen-Freischwänze (Emballonuridae) wie Balantiopteryx plicata, Kinnblattfledermäuse (Mormoopidae) wie Pteronotus parnellii und Mormoop megalophylla, Trichterohren (Natalidae) wie Natalus stramineus, Bulldoggfledermäuse (Molossidae) wie die Mexikanische Bulldoggfledermaus (Tadarida brasiliensis), Nyctinomops femorosaccus und Nyctinomops macrotis zu nennen (Tellez & Ortega, 1999).

Ernährung

Bananenfledermäuse sind Allesfresser, die sich sowohl von Pollen und Nektar als auch von Insekten (Insecta) ernähren. Pollen von Kordien (Cordia alliodora), Wollbaumgewächse (Bombacoideae) wie Ceiba pentandra sowie Prunkwinden (Ipomoea) und Nektar und Pollen der Anden-Erle (Alnus jorullensis), werden besonders häufig gefressen (Tellez & Ortega, 1999).

Fortpflanzung

Über das Paarungs- und Fortpflanzungsverhalten der Bananenfledermäuse ist nur sehr wenig bekannt. Trächtige Weibchen und Männchen mit vergrößerten Hoden wurden in Mexiko zwischen August und September gesichtet. Dies lässt darauf schließen, dass die Paarungszeit in die Regenzeit fällt. Zu dieser Zeit ist Nahrung ausreichend vorhanden (Tellez & Ortega, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Bananenfledermaus gehört heute zu den bedrohten Arten und wird in der Roten Liste der IUCN als gefährdet (VU, Vulnerable) geführt. Zu den größten Gefahren gehören die Vernichtung der natürlichen Lebensräume sowie in der Trockenzeit die um sich greifenden Buschfeuer (IUCN, 2014).

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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