Basilisken-Klapperschlange

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Basilisken-Klapperschlange

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Vipern (Viperidae)
Unterfamilie: Grubenottern (Crotalinae)
Gattung: Klapperschlangen (Crotalus)
Art: Basilisken-Klapperschlange
Wissenschaftlicher Name
Crotalus basiliscus
Cope, 1864

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Basilisken-Klapperschlange (Crotalus basiliscus) gehört innerhalb der Familie der Vipern (Viperidae) zur Gattung der Klapperschlangen (Crotalus). Erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde sie durch den US-Amerikaner Edward Drinker Cope. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt. Dagegen nennt Trutnau (2002) die Unterarten Crotalus basiliscus basiliscus (Nominatform) und Crotalus basiliscus oaxacus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Mit bis zu über 200 cm Länge gehört die Basilisken-Klapperschlange zu den größten Arten innerhalb der Gattung der Klapperschlangen. Der Kopf ist recht flach und von dreieckiger Form. Die Augen weisen senkrecht geschlitzte Pupillen auf. Die Färbung des Kopfes variiert von grau bis olivgrün. Der massige Körper weist eine Färbung von graubraun bis olivgrün auf. Der Schwanz ist dunkelgrau bis schwarz und mit einer Rassel versehen. Die Unterseite ist weiß bis cremefarben.

Pholidose

Die Pholidose beschreibt die Beschuppung (lat. „scutum“ = „Schuppe“) der Schlangen und kann als Identifikationsmerkmal herangezogen werden. Crotalus basiliscus weist dies bezüglich folgende Merkmale auf: am Kopf 13 bis 18 (meist 15) Supralabialia (Scutum supralabiale; Oberlippenschilder) und 13 bis 19 (meist 16) Sublabialia (Scutum sublabiale; Unterlippenschilder) sowie um die Mitte des Rumpfes 24 bis 29 Reihen deutlich gekielter Rückenschuppen (Scutum dorsale). Unterseits zeigen sich 178 bis 206 Bauchschilder (Scutum ventrale) und 18 bis 36 Unterschwanzschilder (Scutum subcaudale).

Schlangengift

Als Viper besitzt die Basilisken-Klapperschlange im vorderen Oberkiefer einklappbare Giftzähne mit einem röhrigen Kanal (solenoglyphe Zahnstellung), durch welche ein in Giftdrüsen gebildetes Schlangengift in die Bisswunde injiziert werden kann. Bissunfälle sind ernst zu nehmen und bedürfen medizinischer Betreuung. Allgemein ist wenig über das Gift dieser Art bekannt. Die abgegebene Giftmenge ist mit einem Trockengewicht von 250 bis 350 Milligramm (Minton, 1974) recht groß. Es führt durch Prokoagulanzien (Gerinnungsförderer) zu einer Beeinträchtigung des Blutgerinnungssystems, durch Aufbauch der Gerinnungsfaktoren unter Umständen zur Ungerinnbarkeit des Blutes (Disseminierte intravasale Koagulopathie). Weiterhin kommen Hämorrhagine vor, die zu inneren Blutungen (Hämorrhagien) führen. Vermutet wird das Vorhandensein von neurotoxischen (nervengiftigen) und myotoxischen (muskelgiftigen) Komponenten. Außerdem ist eine sekundäre Nephrotoxizität (Nierengiftigkeit) gegeben und es kann zu sekundären Nekrosen (Gewebsverlust) kommen. Unbehandelt liegt die Letalität (Sterblichkeit) bei 10 bis 20 Prozent.

Lebensweise

Crotalus basiliscus ist eine weitestgehend nachtaktive Schlangenart. Über den Tag verlässt sie ihre Schlupfwinkel bei diffusem Licht, Nebel und vor allem nach Gewittern. Gegenüber dem Menschen legt die Basilisken-Klapperschlange ein sehr ruhiges und nur selten aggressives Verhalten an den Tag, auch von ihrer Schwanzrassel, die den Schlangen als Warnsignal dient, macht sie meist nur unter starker Bedrängung Gebrauch. Basilisken-Klapperschlangen ernähren sich in der Regel von kleinen Säugetieren (Mammalia) in der Größe von Ratten (Rattus) oder Kaninchen (Leporidae). Aber auch Vögel (Aves) stehen auf ihrem Speiseplan. Die Beute wird durch einen Giftbiss getötet und anschließend in einem Stück heruntergeschlungen. Die Paarungszeit zieht sich vom Frühjahr bis in den Frühsommer hinein. Die Basilisken-Klapperschlange ist ovovivipar, also eilebendgebärend. Sie ist bemerkenswert fruchtbar. Nach einer Trächtigkeit von rund 120 Tagen kommen 10 bis 60 Jungtiere zur Welt; ihre Gesamtlänge beträgt bei der Geburt etwa 33 Zentimeter. Die Lebenserwartung liegt bei circa 16 Jahren. Im Reptilienhaus TerraZoo Rheinberg am Niederrhein wurden zwei Tiere dieser Art 31 Jahre alt.

Verbreitung

Die mexikanische Westküste ist das Hauptverbreitungsgebiet. Crotalus basiliscus bevorzugt trockenes, mit Sträuchern bewachsenes Flachland, besiedelt aber auch schwach bewaldete Laub- oder Nadelwäldern in Höhen von bis zu 2.000 Meter über dem Meeresspiegel.

Galerie

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Links

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