Batesböckchen

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Batesböckchen
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Böckchen (Neotraginae)
Gattung: Neotragus
Art: Batesböckchen
Wissenschaftlicher Name
Neotragus batesi
de Winton, 1903

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Batesböckchen (Neotragus batesi) zählt innerhalb der Familie der Hornträger (Bovidae) zur Gattung Neotragus. Im Englischen wird das Moschusböckchen Bates Pygmy Antelope oder Dwarf Antelope genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Batesböckchen erreichen eine Körperlänge von 500 bis 575 mm, eine Schwanzlänge von 45 bis 50 mm und ein Gewicht von 2.000 bis 3.000 g. Weibchen sind ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Die Männchen verfügen über kleine Hörner. Die gerade geformten Hörner erreichen eine Länge von bis zu 38 bis 50 mm und sitzen auf dem Schädel. Weibchen verfügen über keine Hörner. Hinter den Hörnern, leicht seitlich am Schädel, sitzen die großen und trichterartig geformten Ohren. Unmittelbar vor den Augen sitzen Drüsen, über die ein moschusartiges Sekret abgegeben wird und der Reviermarkierung dient. Das Fell weist eine dunkelbraune Färbung auf. Lateral und ventral zeigt sich eine hellere Färbung (Nowak, 1999).

Lebensweise

Batesböckchen leben einzelgängerisch. Allenfalls Weibchen sind gelegentlich in losen Gruppen zu beobachten. Männchen sind territorial und beanspruchen ein Revier in einer Größe von 2 bis 4 ha. Das Revier wird mit einem Sekret aus Drüsen nahe der Augen markiert. Insgesamt führen Batesböckchen ein zurückgezogenes und verschwiegenes Leben. Daher verwundert es kaum, dass die Tiere in der späten Dämmerung und in der Dunkelheit aktiv sind. Am Tage ruhen Batesböckchen in dichter Bodenvegetation (Nowak, 1999).

Verbreitung

Batesböckchen kommen im zentralen Afrika im Kamerun, im Kongo, in der Demokratische Republik Kongo, in Gabun, Nigeria und Uganda vor. Im Westen reichen die Vorkommen bis ins südöstlichen Nigeria. Die Art kommt im Verbreitungsgebiet häufig vor. Siedlungssdichten von bis zu 35 Individuen je km² sind keine Seltenheit. Man schätzt die Gesamtpopulation der Art auf etwa 220.000 Tiere. Die Populationsentwicklung scheint stabil zu sein. Batesböckchen leben meist in Auwäldern entlang von Flüssen. Ein dichtes Unterholz zeichnet den Lebensraum aus (IUCN, 2011).

Ernährung

Die Tiere ernähren sich hauptsächlich von Blüten, Knospen, Früchten, Pilze, Blättern und ähnlich leicht verdaulicher Kost. Zu einem kleinen Teil werden auch Gräser und Kräuter gefressen. Auf Trinkwasser sind Batesböckchen nicht angewiesen, da der Wasserbedarf ausschließlich über die Nahrung gedeckt wird. Die Nahrungssuche erfolgt meist in der Dämmerung. In der Nähe des Menschen sind Batesböckchen nicht selten auf landwirtschaftlichen Flächen zu beobachten (Nowak, 1999).

Fortpflanzung

Batesböckchen erreichen die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres. Die Paarungszeit erstreckt sich über das Ende der Trockenzeit und die beginnende Regenzeit. Batesböckchen leben einzelgängerisch, die Geschlechter treffen im Wesentlichen nur zur Paarung aufeinander. Die Lebensweise kann also als polygam bezeichnet werden. Nach einer Tragezeit von etwa 180 Tagen bringt ein Weibchen ein einzelnes Jungtier zur Welt. Zwillingsgeburten sind nicht bekannt. Der Nachwuchs ist dunkelbraun gefärbt und bleibt in der ersten Zeit in dichter Vegetation verborgen. Das Weibchen kommt mehrmals am Tag zum Säugen vorbei. Das Geburtsgewicht liegt bei 1.600 bis 2.400 g. Die Säugezeit erstreckt sich über gut 2 Monate. Mit Erreichen der Selbständigkeit verlassen die Jungtiere die Mutter und leben fortan überwiegend einzelgängerisch. Die Lebenserwartung in Freiheit ist nicht bekannt (Nowak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Batesböckchen gelten heute noch nicht als bedroht. Die Art wird daher in der Roten Liste der IUCN in der Kategorie LC, Least Concern geführt. Die größte Gefahr geht von der Vernichtung der natürlichen Lebensräume und der starken Bejagung aus. Die einheimische Bevölkerung jagt die Tiere vor allem mit ausgelegten Drahtschlingen. Eine langfristige Überlebenschance haben die Tiere in Zukunft nur noch in ausgewiesenen Schutzgebieten (IUCN, 2011).

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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