Baumwollratte

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Baumwollratte

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Neuweltmäuse (Sigmodontinae)
Tribus: Sigmodontini
Gattung: Baumwollratten (Sigmodon)
Art: Baumwollratte
Wissenschaftlicher Name
Sigmodon hispidus
Say & Ord, 1825

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Baumwollratte (Sigmodon hispidus) zählt innerhalb der Familie der Langschwanzmäuse (Muridae) zur gleichnamigen Gattung der Baumwollratten (Sigmodon).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Baumwollratte ist eine recht große Ratte und erreicht eine Körperlänge von gut 27 bis 28 cm, eine Schwanzlänge von 10 bis 11 cm sowie ein Gewicht von bis zu 150 g. Das Fell der robust gebauten Tiere weist eine bräunliche Färbung auf. Es ist ausgesprochen grob und schützt die Tiere auch vor bitterer Kälte. Die Bauchseite (ventral) ist gräulich bis cremefarben gefärbt. Wie bei allen Ratten, so sind auch bei der Baumwollratte die Hinterbeine stark vergrößert. Mit den vorderen Extremitäten können die Tiere Nahrung zwischen die Pfoten nehmen und zum Maul führen. Die Ohren sind recht klein und unbehaart, sie schauen meist aus dem Fell hervor. Baumwollratten graben keine Erdbauten. Für die Aufzucht des Nachwuchses bauen die Weibchen kugelartige Nester, in denen sie ihren Nachwuchs großziehen. Die Nester bestehen im wesentlichen aus Gräsern und anderen weichen Pflanzenteilen.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Baumwollratte erstreckt sich über weite Teile von Nord- und Mittelamerika. Es reicht dabei bis in den Norden von Südamerika. Die Baumwollratte ist insbesondere in den USA, in Mexiko, Belize, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Kolumbien, Guatemala und Panama verbreitet. Die USA werden bis auf die nordwestlichen Bundesstaaten landesweit besiedelt, in einer Vielzahl verschiedener Habitate. Besonders häufig ist die Baumwollratte auf landwirtschaftlichen Flächen, in Grassteppen, Sümpfen und an Waldrändern zu finden. Auch in der Nähe des Menschen werden Straßengräben und zum Teil auch die Vororte von Dörfern und Städten als Lebensraum genutzt. Dichter, grasiger Unterbewuchs wird dabei von den Tieren bevorzugt.

Unterarten

Wissenschaftlicher Name Erstbeschreiber IUCN-Status Vorkommen
Sigmodon hispidus hispidus Say & Ord, 1825 Least Concern USA, Mittelamerika und nördliches Südamerika bis Kolumbien
Sigmodon hispidus eremicus Mearns, 1897 Near Threatened Mexico, Arizona und Kalifornien
Sigmodon hispidus insulicola A. H. Howell, 1943 Near Threatened Florida

Ernährung

Baumwollratten ernähren sich zu einem hohen Anteil von pflanzlicher Kost. Nur selten nehmen sie auch tierische Nahrung wie Vogeleier und Kleintiere zu sich. Sie fressen hauptsächlich Gräser, Kräuter, Sämereien und Körner aller Art. Auf Nahrungssuche gehen Baumwollratten nur am Tage.

Fortpflanzung

Die Baumwollratte erreicht die Geschlechtsreife im zweiten oder dritten Lebensmonat. Die Paarungszeit erstreckt sich vom Frühjahr bis in den Herbst hinein. In Dürrezeiten geht die Geburtenrate allerdings deutlich zurück. In regenreichen Jahren, wenn Nahrung reichlich vorhanden ist, kommt es zu vier bis fünf Würfen in einer Saison. Aufgrund der sehr schnell erreichten Geschlechtsreife kommt es dann nicht selten zu einer Massenvermehrung und erheblichen Schäden in der Landwirtschaft. Nach einer Tragezeit von 27 Tagen bringt das Weibchen zwischen vier und zwölf Jungtiere zur Welt. Der Nachwuchs ist bei der Geburt noch nackt und blind, sie wachsen aber sehr schnell heran. Ihr Geburtsgewicht beträgt lediglich fünf Gramm. Die Augen öffnen sich am vierten Lebenstag, die Zähne brechen ab dem sechsten oder siebten Lebenstag durch. Die Säugezeit erstreckt sich über einen Zeitraum von gut drei Wochen. In der Regel beträgt die Lebenserwartung aufgrund der vielen Fressfeinde nur zwei bis vier Jahre.

Ökologie

In regenreichen Jahren kommt es oftmals zu einer Massenvermehrung der Baumwollratten. Dies hat zur Folge, dass es vor allem in der Landwirtschaft zu hohen Schäden kommt. In den USA kommt es in aller Regel alle drei bis fünf Jahre zu einer solchen Massenvermehrung, der kaum Herr zu werden ist und infolgedessen teilweise ganze Ernten vernichtet werden. In normalen feuchten oder Dürrejahren hält sich die Populationsentwicklung jedoch in Grenzen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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