Bavia sexpunctata

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Bavia sexpunctata
Weibchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Bavia
Art: Bavia sexpunctata
Wissenschaftlicher Name
Bavia sexpunctata
(Doleschall, 1859)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:032464]

Die Spinnenart Bavia sexpunctata gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Bavia.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Bavia sexpunctata erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 7 bis 9 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 11 bis 12 Millimeter. Die Jungspinnen erreichen eine Körperlänge von etwa 3 bis 4 Millimeter. Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die untersetzte, kurzbeinige Körpergestalt und durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. Das Prosoma des Männchens wirkt breit und ziemlich flach und ist etwas länger als breit. Der Kopf ist ebenfalls flach geformt. Die Thoraxseiten sind schräg abfallend und an den Rändern des Panzers ist dies stärker ausgeprägt. Das Auge ist dunkelbraun und ist von einer schwarzen Färbung umgeben. Der Thorax und die Seiten weisen eine braune bis dunkelbraune Abstufung am Rand auf und sind mit einer Sprenkelung von weißen Härchen und Flecken besetzt. Das Opisthosoma ist lang und röhrenförmig, anterior etwas abgerundet und bis zu den Spinndüsen mäßig schräg abfallend. Auf dem braunen Opisthosoma zeigt sich eine Reihe von dunkelbraunen Flecken und kleinen weißen Punkten, die in Längsrichtung verlaufen. Das Weibchen weist ebenfalls ein braunes Opisthosoma mit einem breiten, median verlaufenden gelben Streifen auf. Des Weiteren sind auf dem Opisthosoma ebenfalls eine Reihe von dunkelbraunen Punkten - in Längsrichtung verlaufend - zu erkennen. Die Vorderbeine sind dunkelbraun mit gelben Tarsi. Sie sind lang, etwas robust und ähneln in ihrer Form fast den Beinen eines Skorpions (Scorpiones). Die übrigen Beine wirken kürzer, schlanker und sind gelblich-braun und weisen dunkelbraune Femoren auf. Eine Bestachelung ist vorhanden, jedoch sind die ventralen Stacheln auf dem ersten Beinpaar kürzer und kräftiger. <2>

Lebensweise

Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen, Überwintern und als Schutz beim Häuten und bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst.

Verbreitung

Bavia sexpunctata kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Amboina, Aru-Inseln, Australien, Caroline Islands, Dekan, Indien, Indonesien, Japan, Java, Kei-Inseln, Malaysia, Marshall-Inseln, Neu-Guinea, Pazifik-Inseln, Pelew, Santa Cruz, Singapur und Sumatra. Sie hält sich vorwiegend an Zweigen von Sträuchern und auf Blättern der Mango (Mangifera indica) oder im Bereich der unteren Äste der Bäume auf, wo sie sich in ihr angelegtes Wohngespinst zurückziehen kann. Gelegentlich findet man sie auch im Regenwald unter Fallaub sowie unter Steinen oder in Büschen. Des Weiteren sucht die Spinne auch Zuflucht unter Fallaub in den Gärten von Wohnsiedlungen. Wie fast alle Springspinnen so hält sich auch diese Art gerne auf sonnenbeschienenen Plätzen auf. <3>

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) und Grillen (Gryllidae) sowie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) erbeutet.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Dezember 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge