Bayerische Fischernetzspinne

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Bayerische Fischernetzspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Dysderoidea
Familie: Fischernetzspinnen (Segestriidae)
Gattung: Segestria
Art: Bayerische Fischernetzspinne
Wissenschaftlicher Name
Segestria bavarica
C. L. Koch, 1843

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:004302]

Die Bayerische Fischernetzspinne (Segestria bavarica) gehört innerhalb der Familie der Fischernetzspinnen (Segestriidae) zur Gattung Segestria.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Mit einer Körperlänge von 7 bis 10 Millimeter als Männchen und 10 bis 14 Millimeter als Weibchen ist diese Art deutlich größer als die Fischernetzspinne (Segestria senoculata). Des Weiteren ist die Färbung dunkler als bei der Fischernetzspinne (Segestria senoculata). Der Vorderkörper bei der Bayerischen Fischernetzspinne ist dunkelbraun und der Hinterkörper ist mehr gelblichgrau gefärbt. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal ist die dunkle Fleckenzeichnung des Hinterleibes. Sie bildet paarige, nach hinten etwas erweiterte Fleckenreihen. Ferner besitzt die Bayerische Fischernetzspinne sechs Augen, die in zwei Dreiecken angeordnet sind und mit den Spitzen zueinander weisen. Die reifen Tiere sind ganzjährig anzutreffen.

Lebensweise

Die scheue Spinne ist aufgrund ihrer verborgenen Lebensweise nicht leicht zu finden. Sie verrät sich aber durch ihre in Spalten angelegten Netztrichter. Diese sind deutlich größer und auffälliger als bei der Fischernetzspinne (Segestria senoculata) (bis 2 Zentimeter Durchmesser). Da sie ziemlich dicht gewoben sind, könnte man sie mit Trichternetzspinnen verwechseln.

Verbreitung

Die Bayerische Fischernetzspinne lebt nur in Felsritzen und in Spalten alter Mauern und Gebäude. In Mitteleuropa kommt sie vor allem in klimatisch begünstigten Gebieten, in Süddeutschland wie zum Beispiel im Rheintal, im Raum Stuttgart sowie am Rand des Nördlinger Rieses vor. In der Regel erstreckt sich das Verbreitungsgebiet der Bayerischen Fischernetzspinne von Europa bis nach Aserbaidschan. Nach der Roten Liste in Deutschland ist die Bayerische Fischernetzspinne gefährdet.

Ernährung

Die Bayerische Fischernetzspinne ist nachtaktiv und lauert auf ihre Beute. Die Beutetiere verraten sich meist beim Überqueren eines Signalfadens durch die dabei ausgelösten Erschütterungen. Zu den Beutetieren dieser Art zählen unter anderem Nachtfalter. Als Nachtfalter werden die Vertreter der Großschmetterlinge (Macrolepidoptera) bezeichnet, die nicht zu den Tagfaltern gehören. Dazu gehören unter anderem auch die Motten, die mit Vorliebe von der Bayerischen Fischernetzspinne verspeist werden. Aber auch Schaben (Blattodea) und Asseln (Isopoda) sowie Bienen (Apiformes) und Wespen (Vespinae) werden von ihr nicht verschmäht. Die beiden letztgenannten Beutetiere werden immer am spitzen Ende gefaßt, so dass der Stachel nie in die Reichweite der Spinne kommt.

Fortpflanzung

Vor der Paarung wirbt das Männchen längere Zeit mit Trommelsignalen vor der in der Röhrenmündung wartenden Partnerin. Schließlich kriecht das Männchen von vorn unter den Körper des Weibchens und führt von unten her gleichzeitig beide Taster in die Epigyne (äußeres weibliches Geschlechtsorgan) ein. Die Eiablage erfolgt später an der Seite des Gespinstschlauches in einer kleinen Nische. Die Jungen bleiben nach dem Schlüpfen noch eine Zeitlang bei dem Weibchen und werden von ihr aber offenbar nicht weiter betreut.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 18. April 2008 <1>

Bayerische Fischernetzspinne
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Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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