Belutschistan-Zwergspringmaus

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Belutschistan-Zwergspringmaus

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Familie: Springmäuse (Dipodidae)
Gattung: Belutschistan-Zwergspringmäuse (Salpingotulus)
Art: Belutschistan-Zwergspringmaus
Wissenschaftlicher Name
Salpingotulus michaelis
(Fitzgibbon, 1963)

Verbreitungsgebiet

IUCN-Status
Data Deficient (DD)

Die Belutschistan-Zwergspringmaus (Salpingotulus michaelis) zählt innerhalb der Familie der Springmäuse (Dipodidae) zur Gattung der Belutschistan-Zwergspringmäuse (Salpingotulus), ein monotypisches Taxon. Im Englischen wird die Belutschistan-Zwergspringmaus Baluchistan Pygmy Jerboa oder veraltet auch Dwarf Three-toed Jerboa genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Wie der Name schon verrät handelt es sich bei der Belutschistan Zwerspringmaus um ein sehr kleines Nagetier mit gerade mal einer Kopfrumpflänge von 37 bis 46 mm mit einer Schwanzlänge von 72 bis 94 mm. Die Oberseite des seidigen Fells hebt sich sandfarben bis hell-ocker ab, während die Unterseite und die schneeschuhartige Behaarung der Hinterbeine im hellen weiß kontrahieren. Die Füße messen 18 bis 19 mm. Groß erscheinen die dunklen Augen die ihnen zu ihrem putzigem Aussehen verhelfen. Der Schwanz welcher als Fettspeicher genutzt wird endet in einer schwarzen Quaste. Die Vorderbeine tragen fünft Zehen, während es hinten nur drei vorhanden sind. Durch die Behaarung an den Füßen gelingt es den Tieren auf dem Sand mühelos zu laufen ohne dabei einzusinken. Weibchen besitzen insgesamt 5 Zitzen.

Lebensweise

Mit ihren kleinen Pfoten und Füßen buddeln sich die Tiere bis zu ein Meter lange Gänge. Dabei finden sich bis zu sechs adulte Tiere friedlich zusammen auf einem Schlafplatz wieder. Besonders Männchen scheinen in Gefangenschaft jedoch aggressiv aufeinander loszugehen. Tagsüber ruhen die Tiere zum Teil mit den Beinen nach oben gestreckt. In ihrem lethargischen Zustand kann man die Tiere ohne weiteres auf die Hand nehmen ohne dass sie sich bewegen. Ein Topor wird in der Natur scheinbar nicht gehalten, bei einer Haltung in kälteren Räumen schlagen die Tiere jedoch durchaus lethargische Phasen, auch während der Nacht ein. Während ihrer Aktivitätszeit sammeln sie emsig Nahrung in Verstecke.

Verbreitung

Das Areal der Belutschistan-Zwergspringmaus umfasst das Wüstenhochland Nushki, welches im Südwesten von Pakistan in der Region Belutschistan auf etwa 1.050 Metern über Normalnull liegt (29°N, 66°O). Eine Verbreitung im angrenzenden Afghanistan ist nicht ausgeschlossen. Dort bewohnen die Tieren dünenartige Landschaften in ariden und semiariden Wüsten und Halbwüsten.

Ernährung

Die Nahrung setzt sich hauptsächlich aus verschiedenen Saaten (darunter Gerste), Sprossen, Stengel und Wurzeln zusammen. Ein Teil der Nahrung besteht auch aus Insekten.

Fortpflanzung

Weibchen bringen nach einer Tragzeit von 24-28 Tagen zwei Mal jährlich Ende Juni und im August 2-4 Junge zur Welt. Die Jungen werden mit zwei bis drei Monaten geschlechtsreif.

Gefährdung und Feinde

Die Belutschistan-Zwergspringmaus ist relativ häufig anzutreffen. Die menschliche Nutzung ihres Lebensraumes sorgt jedoch für eine gebietsweise Dezimierung der Bestände. Natürliche Feinde sind die MacMahon-Viper (Eristicophis macmahonii), der Wüstenwaran (Varanus griseus) und die Sandkatze (Felis margarita)

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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