Bengalkatze

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Bengalkatze
Unterart: Amurkatze (P. b. euptilura)

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Katzen (Felidae)
Gattung: Prionailurus
Art: Bengalkatze
Wissenschaftlicher Name
Prionailurus bengalensis
Kerr, 1792

Die Bengalkatze (Prionailurus bengalensis) zählt innerhalb der Familie der Katzen (Felidae) zur Gattung Prionailurus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Bengalkatze erreicht je nach Unterart eine Körperlänge von 60 bis 90 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 30 bis 37 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 20 bis 45 Zentimeter sowie ein Gewicht von 2.000 bis 8.000 Gramm. Weibchen bleiben kleiner und leichter als Weibchen. Auch die Färbung hängt stark vom Verbreitungsgebiet ab. Die nördlichen Unterarten weisen ein deutlich längeres Fell auf. Es ist überwiegend gelblichbraun. Die südlichen Unterarten sind zumeist graubraun gefärbt. Der Körper ist mit schwarzen Flecken gezeichnet, der Kopf weist hingegen schwarze Streifen auf. Die Fleckung kann die Form von Rosetten oder auch Tupfen haben. Der Schwanz weist eine dunkle Ringelung auf. Im Bereich der Augen zeigen sich weißliche schmale Streifen.

Bengalkatzen leben einzelgängerisch. Die Geschlechter treffen sich nur kurz während der Paarungszeit. Die nachtaktiven Tiere halten sich am Tage zumeist an geschützten Stellen wie Erdbauten oder hohle Baumstämme auf. Nur selten sind sie auch am Tage aktiv. Bengalkatzen leben zwar hauptsächlich terrestrisch, sie gelten aber durchaus als gute Kletterer. Auch Schwimmen können sie ausgezeichnet. Sie sind territorial und beanspruchen Reviere in Größe von zwei bis zehn Quadratkilometern. Die Reviere von Männchen und Weibchen können sich dabei überlappen.

Unterart

Jungtier, P. b. bengalensis
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Jungtier, P. b. bengalensis

Verbreitung

Die Bengalkatze ist in weiten Teilen Südostasiens verbreitet. Eine der bekanntesten Unterarten, die Amurkatze, ist im Osten Sibiriens sowie in der nördlichen Mongolei verbreitet. Sie bewohnt sowohl Steppen und Grasland als auch boreale Nadelwälder und Gebirgszüge. Sie ist hier stets in der Nähe von Gewässern anzutreffen. Die anderen Unterarten kommen insbesondere in Indien, Afghanistan, Bhutan, Brunei, Kambotscha, Indonesien, Japan, Korea, Laos, Malaysia, Nepal, Pakistan, den Philippinen, Taiwan, Thailand und Vietnam vor. Die Lebensräume sind vielfältig. Die Tiere leben hauptsächlich in geschlossenen Regenwäldern, aber auch in offenen Bereichen wie Savannen und Steppen sowie in der Nähe menschlicher Siedlungen auch auf Plantagen und anderen Agrarflächen.

Gefährdung, Schutz

Die meisten Unterarten der Bengalkatze sind nur gering gefährdet. Die Unterart Prionailurus bengalensis iriomotensis, die in Japan vorkommt, ist jedoch in ihrer Art gefährdet bis stark gefährdet. Vor allem in China wird den Bengalkatzen stark nachgestellt. Hier werden die Tiere wegen ihrer Felle gejagt. Pro Jahr werden mehrere hunderttausend Tiere getötet. In Europa ist die Einfuhr dieser Felle verboten, jedoch in Japan finden die Felle auch heute noch reißenden Absatz. Die Jagd auf die Tiere ist zwar in den meisten südostasiatischen Staaten verboten, jedoch geht die illegale Wilderei aufgrund der hohen Profite munter weiter.

Ernährung

Bengalkatzen ernähren sich hauptsächlich von Nagetieren wie Hasen, Mäuse und Ratten, andere Kleinsäuger, Vögel, Reptilien, Fische und Krebstiere. Selbst Insekten sind vor den Katzen nicht sicher. Auf Nahrungssuche gehen sie in der Regel nachts. Sie lauern meist an geschützter Stelle auf Beute und erlegen sie mit einem gezielten Sprung. In der Nähe menschlicher Siedlungen werden gelegentlich auch Federtiere der Einheimischen gerissen.

Fortpflanzung

Die Bengalkatze erreicht die Geschlechtsreife mit rund acht bis zehn Monaten. Die Paarungszeit erstreckt sich in den nördlichen Verbreitungsgebieten über die Monate Februar bis März. In den tropischen Verbreitungsgebieten kann eine Paarung ganzjährig erfolgen. Nach einer Tragezeit von 65 bis 70 Tagen bringt das Weibchen in einem Bau ein bis vier, meist aber zwei bis drei Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere weisen bei der Geburt geschlossene Augen auf, die sich frühestens nach zehn Tagen erstmals öffnen. In Freiheit erreicht die Amurkatze ein Alter von rund zehn Jahren, in Gefangenschaft bis zu 15 Jahren.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Familie der Katzen (Felidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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