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Echsen
Siedleragame (Agama agama)

Systematik
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Echsen
Wissenschaftlicher Name
Lacertilia
Owen, 1842

Die Echsen (Lacertilia, früher Sauria), sind eine Unterordnung der Schuppenkriechtiere (Squamata). Sie sind mit über 3000 Arten die erfolgreichste Gruppe der Reptilien (Reptilia). Erstmals beschrieben hat die Unterordnung der britische Naturwissentschaftler Sir Richard Owen im Jahre 1842.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Grundfärbung von Echsen liegt zwischen grau bis braun, über gelb, grün und fast rot, bis hin zu schwarz. Die Muster können auch weiß annehmen. Die kleinsten Echsen zählen zu den Geckos (Gekkonidae) und messen nur etwa zwei Zentimeter, die größten sind mit über 300 Zentimetern die Komodowarane (Varanus komodiensis), welche mit teilweise weit über 50 Kilogramm auch die schwersten sind.Bild:Komodo-Waran-Varanus-komodoensis 7643.jpg Unter den Leguanen sind mit bis zu 230 cm und über 15 kg Gewicht die grünen Leguane (Iguana iguana) die größten, bei den Agamen sind die größten die bis zu über einen Meter langen Segelechsen (Hydrosaurus amboinensis). Der größte Gecko ist der über 30 cm lange Tokeh (Gekko gecko).

Körperbau und Sinneswahrnehmung

Die meisten Echsen besitzen vier Beine, einige jedoch haben verkümmerte oder gar keine Beine mehr. Dies war wahrscheinlich eine Anpassung an den jeweiligen Lebensraum. Der Schwanz macht in der Regel mehr als die Hälfte der Gesamtlänge der Echse aus und kann bei einigen Arten in Gefahrensituationen abgebrochen werden. Der Schwanz regeneriert sich dann innerhalb der nächsten Wochen und Monate, wird aber nicht mehr die alte Länge und Beschuppung aufweisen. Alle Echsen müssen sich in regelmäßigen Abständen häuten, das heißt sie legen ihre alte Haut ab, während sich darunter bereits eine neue Haut befindet. Die Haut wird in den meisten Fällen in Fetzen abgerissen, selten im ganzen. Der Häutungsvorgang ist ein von Hormonen gesteuerter Prozess.

Die Umwelt nehmen Echsen durch verschiedene Sinne wahr. Hören können sie nicht sehr gut, dafür aber sehr gut sehen. Auch riechen können sie relativ gut. Wie bei den Schlangen besitzen sie das sogenannte Jacobsonsche Organ (Nasovomeraler Sinn), ein Geruchsorgan im Gaumen. Ihm werden mithilfe der Zunge Geruchspartikel zugeführt. Die gewonnenen Informationen gehen an das Gehirn, wo sie ausgewertet werden.

Giftige Echsen

Es gibt eine Vielzahl an Echsen, welche durch Bakterien im Maul giftigen Speichel produzieren. Dazu zählen vor allem viele Warane (Varanus). Diese Bakterien führen oft ohne Behandlung zu einer tödlichen Blutvergiftung (Sepsis) des Gebissenen. Weltweit gibt es aber nur zwei Echsen-Arten, welche ein "echtes Gift" in dafür vorhergesehenen Drüsen herstellen. Dies sind die Gila-Krustenechse (Heloderma suspectum) und die Skorpion-Krustenechse (Heloderma horridum). Ihr Gift befindet sich im Speichel und sickert durch zwei gefurchte, im hinteren Teil des Unterkiefers sitzende Giftzähne in die Bisswunde.

Lebensweise

Die meisten Echsen sind tagaktive Bodenbewohner. Die Mehrzahl der Geckos ist nachtaktiv und baumbewohnend. Wie alle Reptilien sind auch die Echsen wechselwarm, das heißt sie können ihre Körpertemperatur nicht eigenständig hochhalten und sind somit auf die Umgebungstemperatur angewiesen. Tagaktive suchen sich in den Morgenstunden ein sonnenbestrahltes Plätzchen auf, wo sie sich durch die Strahlungsenergie der Sonne aufwärmen. Nachtaktive Echsen nutzen dazu die letzten Strahlen vor dem Sonnenuntergang. Wenn sie noch kalt sind, nimmt ihre Haut meistens eine dunklere Färbung an, haben sie ihre "Wohlfühltemperatur" erreicht, wird die Haut wieder heller.

Wie die meisten Geckos kann auch dieser Madagaskar-Taggecko (Phelsuma madagascariensis) selbst auf spiegelglatten Flächen klettern. Auch einige andere Echsen, wie die Anolis (Anolis) haben diese Fähigkeit.
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Wie die meisten Geckos kann auch dieser Madagaskar-Taggecko (Phelsuma madagascariensis) selbst auf spiegelglatten Flächen klettern. Auch einige andere Echsen, wie die Anolis (Anolis) haben diese Fähigkeit.

Fortpflanzung

Paarung und Eiablage/Geburt

Hat sich ein Paar gefunden, umwirbt das Männchen das Weibchen und wartet auf die Paarungsbereitschaft. Ist sie bereit, versucht bei den meisten Echsen das männliche Tier das Weibchen mit einem Nackenbiss stillzuhalten. Dann schiebt er seinen Hinterleib unter den des Weibchens, um den ausgestülpten Hemipenis in die weibliche Kloake einzuführen, wo er dann ein Samenpaket absetzt, um die Eizellen zu befruchten.

War die Paarung erfolgreich und die Eizellen wurden befruchtet, entwickeln sich entweder hartschalige Eier, welche relativfrüh gelegt werden (eierlegend), oder weichschalige Eier, welche nach längerer Tragzeit bereits während der Geburt aufreißen und die Jungtiere herauslassen (Eilebendgebärend). Einige Echsen (zum Beispiel Komodowarane) können das Sperma jahrelang aufbewahren und die Eier erst sehr spät befruchten lassen.

Wachstum

In den ersten Lebensjahren wachsen Echsen sehr schnell und häuten sich oft. Mit zunehmenden Alter wird die Wachstumsgeschwindigkeit langsamer und die Abstände zwischen den Häutungen immer größer. Während des Wachstums stellen sie auch oft die Nahrung um. Junge Bartagamen (Pogona) oder Leguane der Gattung Iguana fressen überwiegend Insekten, Alttiere fast nur noch, oder sofern es genügend Grünfutter gibt, pflanzliche Kost. Bartagamen nehmen während den Blütezeiten der Pflanzen fast ausschließlich Blüten und Blätter zu sich, in den trockeneren Zeiten mehr tierisches, sie sind gezwungen sich an unterschiedliche Nahrungsangebote anzupassen. Die Geschlechtsreife tritt je nach Art nach ein bis vier Jahren ein, die Lebenserwartung liegt zwischen zwei und vierzig Jahren.

Verbreitung

Vorkommen

Echsen finden auf allen Kontinenten ihr Vorkommen Sie besiedeln fast alle Breitengrade und kommen zum Teil selbst in subpolaren Gebieten vor. Nur polare Gebiete werden von ihnen absolut gemieden.

Lebensräume

Echsen besiedeln sehr viele Lebensräume. Es gibt zahlreiche Arten in den Tropen dieser Welt, aber auch in den gemäßigten Zonen haben sich viele Echsen eingefunden. In den tropischen Gefilden besiedeln sie besonders die Wüsten, Halbwüsten, Regenwälder, Steppen, Savannen und Prärien. In gemäßigten Gebieten leben sie in Laub- und Kiefernwäldern, Heidelandschaften und Sumpfgebieten. Im Norden kommen sie bis nach Skandinavien vor. Ihre bevorzugten Verstecke sind Felsspalten, Erdhöhlen, Gräben und Baumhöhlen. Sie verbergen sich auch im Falllaub, unter Rinde und Blech und in Alten Schuppen und Scheunen.

Der Tod kommt für Echsen sehr oft von oben: Rotmilan (Milvus milvus)
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Der Tod kommt für Echsen sehr oft von oben: Rotmilan (Milvus milvus)

Prädatoren

Je nach Verbreitung haben Echsen andere Prädatoren. In erster Linie sind es Greifvögel (Falconiformes), Katzen (Felidae) und Hundeartige (Canidae) wie Wolf (Canis lupus) oder Kojote (Canis latrans). Auch bei Mardern (Mustelidae) und Schlangen (Serpentes) stehen sie auf dem Speiseplan. Kleinere Echsen müssen sich oft auch vor größeren Echsen in Acht nehmen. Sogar Vogelspinnen (Theraphosidae) fressen kleine Echsen wie Anolis oder Leopardgeckos.

Ernährung

Echsen im allgemeinen zählen zu den Omnivoren, sind also Allesfresser. Die einzelnen Arten sind allerdings oft recht spezialisiert. So fressen Warane ausschließlich tierische Nahrung, adulte Grüne Leguane nehmen fast nur pflanzliche Kost zu sich. Unsere heimischen Echsen fressen alle Arten Insekten (Insecta), Spinnen (Arachnida) und allerlei Würmer (Lumbricidae) und Asseln (Isopoda). Meerechsen (Amblyrhynchus cristatus) gehen unter Wasser auf Nahrungssuche, sie fressen Algen. Im südost-asiatischen Regenwald machen Grüne Wasseragamen (Physignatus cocincinus) zum Teil sogar Jagd auf Fische. Der Erwerb der Beute verläuft in der Regel durch schlichtes Anschleichen und schnelles Zuschlagen ab, einige haben sich es einfacher gemacht: Chamäleons (Chamaeleonidae) zum Beispiel haben eine lange Zunge mit einer klebrigen, kugelähnlichen Verdickung an der Spitze. Diese Zunge kann blitzschnell ausgeschleudert werden, wenn eine Beute, wie ein fliegendes Insekt, vorbeikommt. Trifft die Zunge das Insekt, bleibt es kleben und wird in das Maul gezogen.

Systematik der Echsen

Die Echsen sind eine Unterordnung der Schuppenkriechtiere. Echsen besitzen, im Gegensatz zu Schlangen welche auch zu den Schuppenkriechtieren zählen, meistens vier voll ausgebildete Gliedmaßen. Eine Ausnahme bilden die Schleichenartigen wie beispielsweise die Blindschleiche.

Anhang

Literatur und Quellen

Weblinks

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